buttonSchlimm was da im Moment passiert.

Fast jeden Tag liest man etwas oder sieht wieder teilweise erschütternde Bilder. Vorgestern geisterte zum Beispiel dieses Foto des toten syrischen Jungen an einem türkischen Strand durch die Medien und die 71 toten Flüchtlinge von Wien dürften auch noch in jedem Gedächtnis sein. Ungeachtet der Menschen, die jeden Tag mit einem überfüllten Schiff kentern und ertrinken. Da kann man froh sein, dass man in einem Land lebt in dem kein Krieg herrscht.

Die syrischen Flüchtlinge werden von der puren Angst und Verzweiflung getrieben und ganz ehrlich, wer möchte schon gerne in einem Land leben in dem man um das eigene Leben fürchten muss. Diesen Leuten muss man eine Möglichkeit geben, wenigstens für einige Zeit in einem sicheren Land Zuflucht zu finden. Anders sieht dies allerdings bei Flüchtlingen aus Nicht-Bürgerkriegsländern aus, denn dort steht eher ein wirtschaftliches Interesse im Vordergrund. Weshalb ich diesen Leuten auch nur in Ausnahmefällen Asyl gewähren würde.

Vielleicht vertretet ihr in diesem Punkt eine andere Meinung, darüber kann man sicher diskutieren. Doch zurück zu den armen Schweinen, die es über das Mittelmeer geschafft haben und jetzt tagelang vor dem Budapester Hauptbahnhof auf der Straße schlafen mussten. Die meisten dieser Flüchtlinge haben sich Deutschland als Ziel ihrer Träume auserkoren, wobei fraglich ist ob selbst ein Wirtschaftsland wie Deutschland diese große Anzahl überhaupt „verkraften“ kann.

Gerade die osteuropäischen Länder halten sich in Punkto Zuwanderung ganz bedeckt und die Aussage des ungarischen Präsidenten Orbán, dass die Flüchtlinge kein europäisches sondern ein deutsches Problem seien, zeigt die Einstellung der Ungarn, die damit allerdings nicht alleine stehen. Da werden Gründe wie eine schwache Wirtschaftskraft, Terrorgefahr oder auch mangelnde Erfahrung mit Einwanderern angeführt und im Endeffekt ist man froh, wenn man die Menschen in andere Staaten weiterlotsen kann.

Wenn das aber die Einstellung des Ostblocks ist, dann kann Europa endgültig einpacken. Denn gerade der Ostblock profitiert nicht unerheblich von Subventionen der Europäischen Union und vielleicht sollte man den Vorschlag einiger Politiker, diese Zahlungen zukünftig zu überdenken, wirklich schnellstens in die Tat umsetzen. Entweder wird man sich mit Hilfe dieses Druckmittels einig, andererseits ist Europa in meinen Augen sowieso nicht mehr zu retten. Denn Süd-Mittel- und Nordeuropäer werden sicherlich nicht dabei zusehen, wie gerade der Osten sich aus allem heraus hält. Der Gedanke an ein Europa das zusammenhält ist sicherlich schön, wenn auch im Moment weit weg von der Praxis.

Fakt ist: Diese Menschen brauchen Hilfe und sie sollen sie auch bekommen. Aus Syrien kommen keine Verbrecher, diese Leute haben schlicht und einfach Angst um ihr Leben und nehmen dafür sogar in Kauf, auf der Flucht zu sterben. Man sollte bedenken, dass auch die ältere Generation der Deutschen einmal Hilfestellung aus anderen Ländern erhalten hat, um nach einem Weltkrieg wieder auf die Beine zu kommen. Wenn Europa sich jetzt noch einigen könnte werden eventuell auch hierzulande diejenigen milder gestimmt werden, die jetzt noch denken dass Deutschland in naher Zukunft Klein-Syrien ist. Denn dieser Ansturm ist nicht nur von ein paar Staaten zu stemmen, dazu muss Europa zeigen dass Zusammenhalt nicht nur ein Wort ist.

Der weitaus größte Teil der Bevölkerung ist Fremden gegenüber nicht feindlich eingestellt und auch bereit zu helfen. Mit der Situation der Unterbringung dürfen die Städte und Gemeinden aber vom Bund nicht finanziell im Regen stehen gelassen werden, denn es kann nicht angehen dass Städte quasi über Nacht Zelte errichten müssen, weil keiner oder nicht genügend Wohnraum zur Verfügung steht oder aber das Flüchtlinge bei Nacht und Nebel in andere Unterkünfte „verschoben“ werden. Hier muss sich schnellstens etwas tun, vor allem ist eine unbürokratische und schnelle Lösung gefragt.

Diesen rechten Pöbel, der sich leider überwiegend – aber nicht nur – im Osten unseres Landes sein Unwesen treibt, der nur in der Masse stark ist und Flüchtlingsunterkünfte anzündet oder gar Leute bedroht die helfen wollen, die würde ich nach Syrien ausweisen. Damit sie die Erfahrung machen können, weshalb Syrer und Menschen aus anderen Kriegsgebieten aus ihrer Heimat fliehen…

Ich habe diesen Beitrag mal unter dem Hashtag #bloggerfuerfluechtlinge abgelegt, weil ich damit Position gegen Fremdenfeindlichkeit beziehen möchte. Verschiedene Header und Logos wurden von Desi und Béa gestaltet uns stehen hier zum Download bereit. Wer sie im Sinne von #bloggerfuerfluechtlinge nutzen möchte, hat automatisch die Copyrightrechte dafür.

Mein Name ist Hans

Willkommen in der Quetschkommo.de. Hier berichte ich über alles was mir so in den Sinn kommt. Etwas mehr über mich kannst du hier erfahren und wo ich sonst noch so im Netz vertreten bin erfährst du mit einem Klick auf diesen Link. Wenn es dir hier gefällt komm ruhig wieder vorbei, ich würde mich freuen. Oder abonniere doch einfach den RSS-Feed dieses Blogs, um immer auf dem Laufenden zu bleiben.

Dieser Beitrag wurde 3 mal kommentiert

  1. Lutz Balschuweit

    Einer meiner Laufkollegen schrieb als Kommentar zu einem von mir geteilten Artikel folgendes womit auch ich mich gut identifizieren kann…

    “ Lutz Balschuweit tja, Wirtschaftsflüchtlinge. Was sind das? Und was ist an einem Wirtschaftsflüchtling böse? Wenn ich keinen Job habe und nix zu fressen, wenn ich für meine Kinder in der aktuellen Umgebung keine Perspektive sehe, dann kann ich durchaus verstehen, dass einige den Mut aufbringen und sich zu anderen Orten aufmachen. Ich finde daran nichts verwerfliches, wäre ich in der Situation, sähe ich es vielleicht sogar als Verpflichtung meinen Kindern gegenüber. Übrigens bewegen sich nicht nur Osteuropäer, sondern auch Spanier, Portugiesen und Griechen, nur sind die kein Thema, weil sie sich hier ohne weiteres aufhalten und Jobs annehmen dürfen. Diese Art der Veränderung ist im übrigen ganz normal – und wird in unserer Gesellschaft ja sogar gefordert. Sei flexibel! Findest du hier keinen Job, zieh woanders hin. Millionen haben sich vor 200 Jahren nach Amerika aufgemacht – ins gelobte Land. Zu hunderttausenden sind Ex-DDRler auf der Suche nach Arbeit und einem besseren Leben vor 25 Jahren gen Westen gezogen – Mecklenburg-Vorpommern steht quasi leer. Auch der Kollege, der gerade in die Konzernzentrale nach Hamburg wechselt, macht das, weil er nur dort Aufstiegschancen und eine weitere Verbesserung seiner Lebensumstände sieht. Ein Wirtschaftsflüchtling!
    Für etwas eigentlich alltägliches in unserer Gesellschaft ist diese Vokabel eigentlich unsäglich, zu mal sie derzeit in der Bedeutung fast mit kriminell gleich gesetzt wird.“

    So sehe ich es auch bei den von Dir angesprochenen „Wirtschaftsflüchtlingen“

    Grüße aus dem Wald

  2. Hans

    Das Wort „Wirtschaftsflüchtling“ ist vielleicht etwas hoch gegriffen. Trotzdem sehe ich einen Unterschied darin ob nun jemand aus einem Kriegsgebiet flüchtet oder zum Beispiel aus Ex-Jugoslawien, wo man vielleicht „nur“ keinen Job bekommt und deshalb auswandern möchte.

    Sicher muss der Rubel rollen um evtl. eine Familie zu ernähren, ob sich die berufliche Perspektive allerdings dann hier bei uns verbessert ist die Frage. Nur lockt dann hier die staatliche Unterstützung, die es eben in anderen Ländern nicht gibt.

    Die Gründe für eine Auswanderung mögen gegeben sein, allerdings ist auch irgendwann einmal das Ende der finanziellen Fahnenstange erreicht. In anderen Ländern ist die erwähnte staatliche Hilfe eben nicht vorhanden, weshalb ja auch die meisten Syrer nicht in Ungarn bleiben sondern zu uns kommen möchten. Alles nachvollziehbar aber da muss eben in meinen Augen unterschieden werden, ob nun im Heimatland mein Leben bedroht ist oder ob ich „nur“ wegen der zu erwartenden staatlichen Hilfe bleiben möchte.

    Deshalb das Wort „Wirtschaftsflüchtling“, auch wenn das eher für Deutsche angebracht wäre, die ihre ersparten steuern im Ausland bunkern.

  3. Lutz Balschuweit

    „Nur lockt dann hier die staatliche Unterstützung, die es eben in anderen Ländern nicht gibt.“

    Ja diese staatliche Unterstützung ist aber scheiße und jeder Deutsche beklagt sich darüber, dass sie nicht ausreicht.

    Deshalb will hier keiner hin – da bin ich mir sicher.

    Die Leute fliehen genau so hier hin wie Deutsche in die USA oder wohin auch immer in die Welt. Weil sie Hoffnung auf ein besseres Leben haben

    Und das ist legitim, denn sonst müssen alle deutschen Auswanderer wieder heim