Das Winterprojekt – Folierung Yamaha XJ900s

Motorrad

Man(n) muss ja etwas zu tun haben…

Nachdem ich noch am vergangenen Wochenende knappe 500 Kilometer mit der dicken Diva abgerissen habe, steht sie nun erstmal warm und trocken. Natürlich bleibt sie auch im Winter angemeldet, denn solange die Straßen trocken sind, ergibt sich sicher noch die ein oder andere Möglichkeit für eine Tour.

Doch jetzt im Winter steht erstmal ein kleines Projekt an, denn die Diva hat im Laufe der Jahre doch den ein oder anderen Kratzer abbekommen. Also habe ich mir gedacht, der Diva doch mal einen neuen Grundanstrich zu verpassen. Anstrich ist eigentlich der falsche Begriff, denn sie soll foliert werden. Und das auch nicht in der Werkstatt, denn selbst ist der Mann und der will auch im Winter beschäftigt werden.

Also habe ich mir erstmal bei YouTube diverse Tutorials angesehen, mich über die verschiedenen Folienarten informiert und mir vor allem ein paar Tricks und Kniffe bei einem befreundeten hauptberuflichen Folierer eingeholt. Und da ich ja nicht gerade zwei linke Hände habe, traue ich mir so eine General-Folierung schon zu. Zu folieren sind das Schutzblech vorne, die Verkleidung, Tank, Seitenteile und Heckbürzel.

Bestellt habe ich die Folie bei TipTopCarbon in der Farbe “Matte Dark Grey” von 3M™, Kostenpunkt für vorerst 2 Quadratmeter knapp 70 Euro. Vor der Folierung sollte man sicherstellen, das gröbere tiefe Kratzer vorbehandelt sprich gespachtelt werden, denn jede kleinste Vertiefung sieht man nachher.

Ebenso sollten alle zu behandelnden Teile natürlich sauber und vor allem fettfrei sein. Hierzu habe ich mir eine Literflasche Surface Cleaner bestellt, der vom Folienhersteller empfohlen wird. Kostenpunkt 7 Euro. Gestern Abend habe ich mich dann mal an ein erstes Probestück gewagt, die obere Abdeckung des Heckbürzels. Die Fleißaufgabe dabei war, den Schriftzug “Yamaha”, der über dem Rücklicht angebracht ist, sauber heraus zu arbeiten.

Mit einem Fön oder in meinem Fall einer Heißluftpistole kann man die Folie immer wieder abziehen und in die entsprechende Richtung arbeiten. Für glatte Flächen empfiehlt sich dazu ein Rakel, bei kurvigen Gegenständen oder engen Ecken hilft nur Fingerfertigkeit. Es war schon teilweise ein mächtiges Gezerre und Geziehe und am Anfang dachte ich schon, das alles nicht mehr in Form zu bekommen. Doch immer schön warm machen, mit Gefühl glatt streichen und nach einer knappen Stunde war das Werk vollbracht.

Ich habe mal ein paar Bildchen gemacht, wie das ganze zwischen durch aussah und das fertige Endprodukt. Und ich denke, für einen ersten Versuch ist es sehr ansehnlich geworden. Als nächstes kommen dass die Seiten- und Heckteile dran, die dann etwas kurviger werden. Wenn die dann fertig sind, gibts wieder ein Beitragsupdate.





Die teuersten Motorräder der Welt – Crocker „Small Tank“ Twin 1937

Die Gesamtzahl der Maschinen die von dem Amerikaner Al Crocker gebaut wurden ist nicht mit Sicherheit bekannt, es wird allgemein das es sich um insgesamt 200 Maschinen handelt. Die Hälfte davon waren V-Twins, die sowohl als Rennmaschinen als auch als Straßenmaschine genutzt wurden. Die niedrigen Produktionszahlen hängen auch mit den Kriegsjahren zusammen, als Zubehör nur schwer erhältlich war, da die Kriegsindustrie Vorrang hat. Deshalb sind auch nicht alle Maschinen gleich die von Crocker gefertigt wurden, da man oft auch Kundenwünsche berücksichtigten musste.

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© bonhams.com

Durch die niedrige Stückzahl und die unterschiedliche Fertigung ist quasi jede noch lebende Crocker sehr begehrt. Eine von drei äußerst seltenen und deshalb auch sehr wertvollen Crocker Motorrädern wurde im Jahr 2012 von einem privaten Sammler aus Europa angeboten. Die “Small Tank” erhielt ihren Namen wegen ihres 2,5 Gallonen Tanks, ein baugleiches Pedant, die “Big Tank”, hatte einen 4 Gallonen fassenden Tank. Die Eckdaten: 1000 ccm Hubraum, 55-60 PS, ca. 160 km/h. Die “Small Tank” auf dem Foto wurde für 302.000 US-Dollar versteigert.

Die teuersten Motorräder der Welt – Crocker “Big Tank” Twin 1940

Die Crocker Motorcycle Company war ursprünglich ein amerikanischer Hersteller von Einzylinder-Speedway-Motorrädern, der von 1936 bis 1942 auch ebenso leistungsstarke V-Twin Straßenmotorräder fertigte. Die Produktion wurde im Jahre 1942 eingestellt, weshalb die unten zu sehende “Big Tank” Twin von 1940 zu den seltensten Motorrädern der Welt gehört. Denn alles in allem produzierte Crocker nur etwa 100 dieser Maschinen.

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Die erste V-Twin von Crocker hatte einen Hubraum von 61 Cubic Inch, umgerechnet etwa 1.000 Kubukzentimeter. Sie leistete 55-60 PS, eine Leistung die weit über der damals vergleichbaren Harley Davidson lag, die etwa 40 PS aus einem Liter Hubraum produzierte. Eine wunderschöne Maschine, nicht nur zu ihrer Zeit. Das abgebildete Modell wurde im Jahr 2012 für umgerechnet 267.000 Euro bei Bonhams versteigert. Seit 1999 existiert eine neue Crocker Motorcycle Company, die diese schönen Maschinen nach Original-Bauplänen als Replik, allerdings mit leicht modifizierter Technik, herstellt.

Wer 52.000 Britische Pfund – etwa 72.000 Euro – übrig hat, der sollte unbedingt zugreifen…