Licht aus! Jaaaaa… Spot an! Jaaaaa… DISCO

nurmalso

In den frühen 70ern fing sie an, in den späten 70ern wurde sie Kult und 1982 trug man sie zu Grabe.

Die Rede ist von DISCO, der ZDF-Sendung mit dem mittlerweile in Ehren ergrauten Ilja Richter. Live singende auf der Bühne hampelnde Pop- und Schlagerstars sangen ihre aktuellen Hits, das berufsjugendliche Publikum tanzte und klatschte brav mit, und immer wieder konnte Ilja Richter sein vielleicht vorhandenes schauspielerisches Talent in kurzen, kleinen und peinlichen Sketchen präsentieren. Vorzugsweise mit prominenten Gästen, die sich dort nach Herzenslust blamieren durften. Im Gedächtnis ist mir da noch der “singende” Berti Vogts, damals noch aktiver Nationalkicker.

Interessant war die Ausgewogenheit der eingeladenen Stars und Sternchen: Schmalz neben Disco neben Rock – da gaben sich auch mal die Herren von Golden Earring und der spanische Schmachtschleimer Julio Iglesias das Mikro in die Hand. Vor 2 Wochen lief ein – ich weiß nicht mehr auf welchem Sender – “Best of DISCO” in der Glotze. Ich habe eher zufällig hinein gezappt und es mir “nur” eine knappe Stunde angesehen – es war göttlich.

Diese unfreiwillige Komik der Auftritte kann einfach auch die größte Trash-Sendung nicht mehr toppen. Und wenn das zum Heiterkeitsausbruch nicht ausreichte, brauchte man sich nur das Publikum in adretten 70er-Look mit den dementsprechenden Frisuren anzusehen. Meine Güte – gab es in den frühen 70ern wirklich nur scheußliche Brillen? An die Schlaghosen kann ich mich hingegen noch gut erinnern…

Also, mein Tipp an die Programmchefs: Hört endlich auf, jedem noch so peinlichen Möchtegern-Comedian eine eigene Show zu geben, schmeißt diese leidlichen Casting-Shows aus dem Programm, stapelt Formate wie Lets Dance, GNTM und wie der Schrott sich sonst so nennt im Keller und wiederholt einfach solche Fernseh-Highlights. Und das Leben macht auch dem geplagten Gebührenzahler wieder Spaß!

Immer diese Minderheiten

nurmalso

Habt ihr schon einmal darüber nachgedacht, dass es durchaus auch Vorteile haben kann zu den sogenannten Minderheiten zu gehören?

Neben einem Haufen Mitleid kann man sich nämlich vieles herausnehmen, wo man als Bürger der keiner Minderheit angehört, im günstigsten Fall nur blöd angesehen wird. Ein Rollstuhlfahrer zum Beispiel oder auch alternativ Schwuler, Arbeitsloser oder politischer Flüchtling – die Wunschminderheit einfach ankreuzen oder auch ergänzen – der sich wie ein Arsch aufführt und deshalb angemacht wird kann immer noch vollkommen entrüstet fragen: “Ach, haben Sie etwas gegen Behinderte?”

Bevor die meisten Menschen reagieren und nur “Nein, aber…” stammeln, kann sich unser unser gewünschter Minderheiten-Angehöriger mit einem lockeren “Na also, dann halten Sie sich gefälligst zurück” aus dem Staub machen. Ich gehöre leider zu keiner Minderheit. Wenn ich eine abfällige Bemerkung mache, eine Oma in der Fußgängerzone schubse oder aus dem vom Kaufmanns-Azubi schön aufgeschichteten Dosenstapel die unterste Dose rausziehe und deshalb angemacht werde, kann ich mich nicht auf diese Weise herausreden.

Wenn ich mich Shayce benehme, dann muss ich dafür gerade stehen. Vielleicht sollte ich eine eigene Minderheit gründen? Obwohl – mittlerweile ist man ja schon fast eine Minderheit, wenn man keiner angehört…

Frau Feldwebel aus F. am M.

nocomment

Einige Male hat sie mich in den vergangenen Jahren schon angerufen, wobei ich eigentlich überhaupt keine Ahnung habe, wie sie an meine Handynummer kommt…

Im Normalfall wendet sich die Belegschaft eines Großkunden erst einmal an ihre eigenen Techniker und wenn die mit ihrem Latein am Ende sind, dann kommt unsere Firma zum Zug. Doch sie ruft mich an und das gleich immer im Feldwebel-Jargon und dann ist es auch egal wo unsere Monteure gerade unterwegs sind, Erledigung am besten schon gestern.

Naja, ich hab mich schon fast an ihren Ton gewöhnt und nur deshalb habe ich eben auch nicht gleich aufgelegt, schließlich habe ich immer noch Urlaub. Und es ging gleich zur Sache, wie immer… Relativ aufgebracht bekam ich da am Telefon zu hören, das die Klimaanlage wohl defekt wäre, denn “da kommt weder kalt noch warm raus.” Da und allerdings knappe 200 Kilometer trennen einigten wir uns darauf, das sie mir mal ein Foto vom Display der Fernbedienung aufs Handy schicken sollte.

Ich hab mir das dann kurz angesehen, sie wieder angerufen und ihr erklärt: “Da kann sich ja auch nix tun, die ist ja auch komplett verstellt.” Da holte sie dann ihren vermeintlich nächsten Trumpf aus dem Ärmel: “Ich bin die einzige die hier etwas verstellt, ich arbeite jetzt seit 13 Jahren in dieser Filiale und das Ding hat im Winter immer mit genau der Einstellung funktioniert.”

Worauf ich sie dann gebeten habe einmal 2 Knöpfe zu drücken, um die richtige Einstellung zu wählen. “Welche Temperatur möchten sie denn eingestellt haben” fragte ich sie, worauf sie erwiderte: “22°, wem das zu kalt ist der soll sich warm arbeiten.” Herzlich wie immer dachte ich so bei mir… “Und gleich darauf folgte dann: “Wollen sie mir jetzt sagen, das da jetzt auch warme Luft heraus kommt?”

“Sicher” antwortete ich, warten sie mal ein paar Minuten ab. Wenn man mit den Heinzelmännchen da oben in dem Ding freundlich redet, dann pusten die auch die Temperatur heraus die man haben möchte. Außer man verstellt die Fernbedienung so, das nichts herauskommen kann. Dieser Service ist übrigens kostenlos gewesen, aber beim nächsten Mal wirds teuer…” schob ich dann gleich noch hinterher.

Als ich mich dann am Telefon verabschiedet habe bekam ich allerdings noch ein freundliches “Mal gucken wie lange es jetzt funktioniert” vor den Latz, kein “Danke” oder sonst etwas freundliches. Aber so ist sie eben, Frau Feldwebel aus F. am M.