Mal etwas anderes an Silvester

Naja, ich war ja eigentlich noch nie so ein Fan von Silvester. Alleine diese ganze Knallerei geht mir schon ziemlich auf den Geist. Gut, der Knallerei kann man sich nicht vollständig entziehen, denn so ein paar Blödmannsgehilfen gibt es wohl überall die meinen, das neue Jahr schon nachmittags einläuten zu müssen.

Und ein paar dieser Blödmannsgehilfen hatten sich gestern gegen 15 Uhr vor dem heimischen Wohnzimmerfenster postiert, um ihr offensichtlich im Überfluss vorhandenes Munitionsarsenal schon mal abzufeuern. Was wiederum einen Nachbarn und mich nach einiger Zeit dazu ermutigten, den noch halbwegs jugendlichen Herren höflich aber bestimmt zu empfehlen, ihr Vorhaben nicht weiter zu verfolgen, um das Jahr 2019 auch noch gesund erleben zu können. Sie haben den gut gemeinten Ratschlag dann befolgt…

Doch selbst dieser kleine Zwischenfall konnte den Plan nicht stoppen, Silvester in diesem Jahr daheim zu bleiben und auf der Couch zu chillen. Und ich muss sagen, so lange geschlafen habe ich schon lange nicht mehr. Wenn man es genau nimmt und den frühen Abend nicht berücksichtigt, dann von ca. 21 Uhr 30 bis heute morgen um 8 Uhr.

Das könnte zu einer Dauereinrichtung werden, auch wenn sich von verschiedenen Seiten schon Widerspruch regte. Schaun mer mal, ist ja noch ein Jahr Zeit… Ich hoffe ihr habt den Jahreswechsel alle gut überstanden und es sind keine Ausfälle zu beklagen.

Das letzte für 2018

Schon wieder ein Jahr fast vorbei… Ich wünsche euch und euren Familien nur das beste für das kommende Jahr. Böllert nicht zu laut, eventuell möchte ja der ein oder andere zum Jahreswechsel einen ruhigen Abend auf der Couch verbringen. In diesem Sinne – man liest sich!

Silvester

Türsteher – Eine Berufung

nurmalso

Der Beruf des Türstehers wird ja in unserer Gesellschaft immer noch eher zwiespältig betrachtet.

Nicht zu Unrecht, denn der Türsteher ist häufiger in den dunklen Stunden des Tages anzutreffen als eine Fledermaus. Er sorgt dafür, dass Personen nicht in einen bestimmten Raum herein dürfen, in den sie gerne herein kommen würden. Es gibt aber auch Türsteher die arbeiten tagsüber und eines vergisst der Türsteher nie: Die Tür ist sein Revier!

Der Typ letzte Woche war garantiert auch Türsteher. Vielleicht nicht hauptberuflich, aber sicher im Nebenjob. Mit lässigem Gang schlenderte er in Richtung Ausgang Domseite unseres Kölner Hauptbahnhofs. Wahrscheinlich war er zum ersten mal in einer etwas größeren Stadt, eventuell gerade aus Aurich angereist.

Er nähert sich nun den Ausgangstüren zum Bahnhofsvorplatz, immer noch mit angemessener Geschwindigkeit, immerhin ist er ja nicht nach Köln gekommen um sich den Hauptbahnhof anzuschauen. Er sucht sich eine der Türen aus, tritt dann aus der Tür genau einen Schritt heraus um dann, also einen Meter hinter der Tür, eine feste Standposition einzunehmen.

Dann beginnt er damit, sich von dieser Standposition aus einen Überblick über die Umgebung zu verschaffen. Angesichts des für ihn schnell als Dom identifizierten Kirchengebäudes auf der gegenüber liegenden Platzseite richtet sich seine Aufmerksamkeit schnell in diese Richtung. Denn in Aurich gibt es keinen Dom, wahrscheinlich nicht einmal eine erwähnenswerte Kirche.

Und dann beginnt der Türsteher damit, in aller Herrgottsruhe aus einer seiner zahlreichen Jackentaschen einen digitalen Fotoapparat zu fingern. Schließlich will er ja auch ein wenig angeben, wenn er wieder daheim ist. Dass sich hinter ihm der Publikumsverkehr langsam anstaut, das interessiert ihn weniger. Schließlich ist er der Türsteher, er entscheidet wer rein und in diesem Fall auch heraus kommt.

Seelenruhig packt er unseren Dom in digitale Pixel, im Hoch- und im Querformat. Während sich hinter ihm die ersten mühsam vorbei quetschen. Nun muss man dazu sagen, dass die Ein- und Ausgangstüren des Kölner Hauptbahnhofs gerade während der Morgen- und Nachmittagsstunden relativ hoch frequentiert werden, schließlich wollen tausende Berufspendler zu ihrem Arbeitsplatz und abends wieder nach Hause.

Hätte der Türsteher nur 2 oder 3 Schritte mehr gemacht, dann stände er nun auf dem Bahnhofsvorplatz und alle hinter ihm hätten wenigstens die Chance gehabt, sich ihren Weg um den Türsteher herum zu suchen. Natürlich gibt es diese Spezies nicht nur bei uns in Köln, sondern sicherlich auch an vielen anderen Orten der Republik.

Ein sehr guter Kumpel des Türstehers ist übrigens der Rolltreppenstauer. Dieser fährt mit der Rolltreppe eine Etage hinauf und bleibt dann genau am oberen Ende der Rolltreppe stehen, um sich erst einmal einen Überblick über das frisch eroberte Neuland zu verschaffen. Aber über diese Spezies erzähle ich euch ein andermal, das würde jetzt zu weit führen…