Vielen Dank für die Glückwünsche

Es ist ja immer so etwas wenn man Geburtstag hat. Früher, als Nachrichten noch mit der Buschtrommel weitergegeben wurden, da war so ein Geburtstag ganz easy. Gratulationen gab es von Familie, Kollegen und engeren Freunden und fertig war die Laube. Heutzutage sieht das allerdings etwas anders aus…

Denn seit Social Media kann so ein Geburtstag fast schon stressig werden. An meinem letzten Tag im Allgäu war zumindest mein Smartphone-Akku fast geplättet, als ich am späten Nachmittag wieder im Hotel ankam. Zirka 20 Gratulanten meldeten sich per Telefon, per WhatsApp ging mehr als das doppelte an Gratulationen ein und auch der gute alte Facebook-Messenger rappelte einige Male zwecks Benachrichtigung.

Zweimal gabs Glückwünsche ganz Old School per SMS und bei Facebook verlor man fast schon den Überblick. Zwar habe ich nicht die üblichen Likes verteilt, doch gelesen habe ich alles, selbst die kleinen Unverschämtheiten über die ich mit einigen mal dringend reden muss…

Doch euch allen sei gesagt: Ich habe mich sehr über eure Glückwünsche gefreut, herzlichen Dank!

Weihnachten steht vor der Tür

Ich glaub es geht schon wieder los…

Wenn man es genau betrachtet, dann hat es sogar schon länger begonnen. Und ich warte eigentlich nur auf eines der folgenden Jahre, denn da wird mit Sicherheit im September – wenn die ersten Discounter wieder Spekulatius, Lebkuchen und Co. in den Regalen stapeln – auch schon die Weihnachtsdekoration aufgehängt. Habe ich nur das Gefühl oder passiert das wirklich jedes Jahr früher?

In der vergangenen Woche war ich in mehreren Geschäften hier in Traunstein, Bad Reichenhall, Freilassing und Rosenheim und keines – wirklich keines – dieser Geschäfte hatte den Laden noch nicht weihnachtlich dekoriert. Nun, vielleicht geht mir Weihnachten auch deshalb so am Allerwertesten vorbei, denn wenn ich mich quasi 2 Monate auf ein Fest “vorbereite”, dann hab ich auf das eigentliche Fest irgendwie keinen Bock mehr.

Nun, es soll aber auch noch Menschen geben, die sich auf das Fest der Fressorgien Liebe freuen. Ich für meinen Teil habe in den vergangenen Jahren schon fast eine Abneigung gegen Weihnachten entwickelt, wie ich ja auch hier schon häufiger berichtet habe. Gott sei Dank hat sich zumindest das Thema erledigt, an Weihnachten unbedingt auch dem entferntesten Verwandten einen Besuch abstatten zu müssen. In diesem Jahr kommt der engste Kreis Heiligabend in die heimische Kemenate und an den Weihnachtstagen wird Extremcouching betrieben.

Wenn ich daran denke das es in den vergangenen 20 Jahren so gut wie keinen Weihnachtsfeiertag gab, an dem ich nicht irgendwo hin mitgeschleppt wurde, ist mir die diesjährige Regelung doch sehr viel angenehmer. Früher wünschte ich mir teilweise, auf der Stelle zu einem Eskimo zu mutieren und einsam und alleine auf Eisbärenjagd zu sein. Und inständig zu hoffen, das die Eskimos und Eskimösen nicht auch Weihnachten feiern.

Und auf Grund der diversen Weihnachtsdekorationen die ich in diesem Jahr schon gesehen habe, wird auch der häusliche Dekorationswahn auf das allernötigste beschränkt. Denn es reicht vollkommen aus, wenn das weihnachtliche Dekorationszeug am 23. Dezember um kurz vor Mitternacht aufgestellt wird und am 26. Dezember ab Mitternacht auch gleich wieder entsorgt wird.

Ganz ehrlich, ich bin heilfroh wenn Weihnachten und Silvester oder Bagdad reloaded – wie unsere zugewanderten osteuropäischen Mitbürger es bezeichnen – wieder vorbei sind. Der Jahreswechsel ist zwar dekorations- und geschenketechnisch gesehen weit weniger aufwendig und auch schneller wieder vorbei, doch auch darauf könnte ich locker verzichten.

Im vergangenen Jahr lag ich noch vor 24 Uhr in der Koje, weil mir die Feier zum Jahreswechsel so überhaupt nicht zusagte. Und wenn in diesem Jahr um 24 Uhr das mindestens dreistündige Flächenbombardement wieder beginnt, werde ich mich wie immer mal wieder vornehm zurückhalten. Denn die Knallerei kann ich genauso wenig leiden wie Weihnachten. Aber es sei natürlich jedem gegönnt, seine sauer verdiente Kohle in den Nachthimmel zu jagen.

Und nächstes Jahr dekoriert der Einzelhandel dann sicher schon im September, wetten?

Früh übt sich wer später richtig fluchen will

reisszwecken

Es ist ja allgemein bekannt, dass der Nachwuchs meistens mit den ersten Besuchen im Kindergarten den Wortschatz rapide erweitert.

Das liegt in der Natur der Sache, da dort nicht nur gespielt, sondern auch das bisher erlernte, dass man von den Erzeugern mit auf den Weg bekam, munter weiter gebrabbelt wird. Auch aufgeschnapptes, dass man mal im vorbeifahren mit dem Kinderwagen oder beim Einkaufen gehört hat, wird vorzugsweise im Kindergarten zum besten gegeben.

Das bei dem stetig wachsenden Wortschatz natürlich auch mal die ein oder andere Vokabel dabei ist die nicht ganz jugendfrei ist, hat man als Erziehungsberechtigter leider nicht immer unter Kontrolle. Manche gerade aus dem Ei geschlüpften legen es auch munter darauf an, ihre Mütter oder Väter mit Schimpfworten zu malträtieren. Zumeist dann wenn sie merken, dass ein Elternteil über diesen “Sprachschatz” nicht gerade erbaut ist. Ignorieren hilft in diesem Fall nicht immer…

Diesen dreiviertel Meter Mensch mit dem kecken Baseballcap, der da am Freitag schon eine ganze Weile in der Ecke der Sparkasse mit seinen Holzbausteinen beschäftigt war und fieberhaft versuchte möglichst hohe Türme zu bauen, bemerkte ich eigentlich erst als er beim zusammenstürzen eines solchen Bauwerks ein lautes “verfi..te Scheiße” von sich gab. Worauf seiner Mutter – ich vermute dass sie es war – mit einem Blick zu ihm zuerst die Gesichtszüge entglitten, bevor sie purpurrot im selben anlief.

Die übrigen Kunden grinsten sich eins, nur eine ältere Dämlichkeit hielt schamhaft die Hand vor den Mund. Was in den einzelnen Köpfen vorging, hätte mich dann doch mal interessiert. Den Junior beschäftigte dies alles nicht, er stapelte wieder seine Bauklötze in Richtung Decke und wahrscheinlich war ihm überhaupt nicht bewusst, was er da eben von sich gegeben hatte.