1.FC Köln – Ein Fazit der ersten Saisonhälfte

fussball11. Tabellenplatz, im Soll?

Bisher steht man in der Tabelle auf einem guten Mittelfeldplatz, von dem man sich allerdings nicht täuschen lassen sollte. Denn der “Vorsprung” auf die Abstiegszone beträgt gerade einmal 2 Punkte, auf den letzten Tabellenplatz gerade einmal 4 Punkte. Auf deutsch: Ein Spiel vergeigt und du bist unten dabei. Wenn man die verpassten Möglichkeiten gerade gegen den SC Freiburg und Hertha BSC berücksichtigt, wo Punkte in meinen Augen verschenkt wurden, hätte der 1.FC Köln sogar auf einem sicheren einstelligen Tabellenplatz überwintern können. Aber hätte, wenn und aber zählt nicht, diese Chancen hat man vertan.

Trotzdem bin ich mit den erreichten 19 Punkten zufrieden. Und insgeheim auch froh, dass es nicht noch mehr wurden. denn dann gingen hier in Köln garantiert wieder die Träumereien von internationalen Wettbewerben los. Aber wir sind immer noch Aufsteiger, da sollten die Erwartungen nicht zu hoch geschraubt sein. Trotzdem darf die Mannschaft sich nicht in Sicherheit wägen, denn wenn man sich die Mannschaften im letzten Tabellendrittel einmal ansieht, da kommt man schon ins Staunen. Wer hätte gedacht, dass Borussia Dortmund da unten steht? Auch Werder Bremen und den VfB Stuttgart hätte ich eigentlich stärker eingeschätzt.

Ich bin allerdings auch überzeugt, dass diese Teams wieder in höhere Tabellenregionen steigen und genau da liegt das Problem. Denn die schon erwähnten 2 Punkte bis zu den Abstiegsplätzen sind nichts wert, wenn man nicht sofort nachlegt und Punkte einfährt. Wenn man die teilweise unerklärlichen Fehler gerade gegen Spielende abstellen kann, dann dürfte das Thema Abstieg überhaupt nicht spruchreif werden. Das die Mannschaft mitspielen kann, hat man am Samstag gegen den VfL Wolfsburg gesehen. Denn selbst gegen die in dieser Saison erstaunlich starken Niedersachsen hatte man durchaus Chancen.

Unerklärlich ist für mich auch die Heimschwäche der Mannschaft. Trotz einer tollen Unterstützung seitens der Fans konnten im heimischen Stadion nur mickrige 6 Punkte eingefahren werden. Das ist eindeutig zu wenig und in der Statistik ist man damit das zweitschwächste Heimteam hinter dem VfB Stuttgart. Sehr erfreulich ist dafür allerdings die Auswärtsbilanz der Mannschaft, denn hinter dem FC Bayern München ist man die zweitstärkste Auswärtsmannschaft.

Ich traue der Mannschaft durchaus zu, in den ersten beiden Spielen der Rückrunde zu punkten. Eigentlich sind diese Punkte sogar dringend notwendig, denn sowohl Hamburg als auch Stuttgart sind hinter dem 1.FC Köln platziert und gerade diese Teams muss man auf Abstand halten. Denn in dieser Saison wird man voraussichtlich nicht – wie in der vergangenen Saison der HSV – mit 27 Punkten die Klasse halten können. Bisher reichten im Durchschnitt 33-36 Punkte zum Klassenerhalt, das sollte doch eigentlich zu schaffen sein.

Die langwierige Verletzung von Patrick Helmes, der im Sturm schmerzlich vermisst wurde/wird, macht der Mannschaft sicher auch zu schaffen. Sturmkollege Simon Zoller hat nur wenige Einsätze bekommen, in denen er allerdings auch nicht überzeugt hat. Von ihm hatte ich mir persönlich mehr versprochen, doch scheinbar ist die 1. Bundesliga eine Nummer zu groß für ihn. Bleibt der Alleinunterhalter in vorderster Front, Anthony Ujah.

Er agiert immer noch teilweise sehr überhastet beim Abschluß, wühlt und kämpft aber wie ein Großer. Er ist vorne und hinten zu finden und wenn er noch ein wenig mehr Unterstützung bekäme, könnten zu seinen bisher erzielten 6 Toren noch einige hinzu kommen. Leider ist unser Mittelfeld in Richtung Offensive teilweise zu zaghaft, wobei die Mannschaft mir auch sehr oft zu defensiv agiert.

Mit dem offensiven Spiel tut sich der 1.FC Köln seit langem schwer, erfreulich dass wenigstens die Abwehr im großen und ganzen steht. Mit den bisher kassierten 23 Gegentoren hat man immerhin die achtbeste Abwehr und dahinter steht mit Timo Horn ein meistens sehr sicherer Torhüter, der seinen Leistungszenit noch lange nicht erreicht hat. Und auf den man auch in den nächsten Jahren bauen kann, denn sein Vertrag wurde jetzt bis 2019 verlängert.

Ob Sportdirektor Jörg Schmadtke in der Winterpause noch Verstärkungen verpflichten kann wird sich zeigen. Man munkelt so einiges, spruchreif ist allerdings noch nichts. Sehr angenehm empfinde ich auch, dass das Kölner Präsidiums-Dreigestirn sich gänzlich mit “guten Ratschlägen” in der Kölner Presse zurückhält. Das hat man auch schon ganz anders erlebt und meistens mit ungutem Ende.

Trainer Peter Stöger hat keinen einfachen Job, aus dem zur Verfügung stehenden Spielermaterial ein schlagkräftiges Team zu formen. Ich kenne Stimmen die eine offensivere Aufstellung von ihm fordern, wenn allerdings die wirklichen Alternativen fehlen hat es jeder Coach schwer. Der ruhige Österreicher passt zum 1.FC Köln, er veranstaltet keinen Hokuspokus an der Seitenlinie und äußert sich auch in den Medien eher zurückhaltend. Er ist kein Marktschreier, eher ein bedächtiger Arbeiter der den 1.FC Köln weiter nach oben bringen möchte.

Nun ist die Mannschaft im verdienten Winterurlaub und sie wird sich mit Sicherheit nicht auf dem bisher erreichten ausruhen. Wie schon erwähnt werden in meinen Augen die ersten beiden Spiele der Rückrunde die Richtung vorgeben. Hält man den Abstand zu den dahinter stehenden Mannschaften oder schwebt der Abstiegsgeist schon frühzeitig über dem Team. Ich hoffe auf ersteres und bin auch überzeugt, dass man trotz einiger Schwächen in dieser Saison die Klasse halten kann.

Die Affäre Marco Reus

fussballMarco Reus ist ein toller Fußballer.

Ein toller Fußballer ist aber nur in den seltensten Fällen auch ein perfekter Mensch. Er kann nur eine Sache viel besser die andere vielleicht nie lernen, nämlich Fußball spielen. Trotzdem wundert der Fan sich dann ein Loch in die Tasche als gestern bekannt wurde, dass Reus zwar seit Jahren verhältnismäßig große Autos fährt, aber nie einen Führerschein besessen hat. Gut, es gibt schlimmeres, schließlich hat er niemanden tot geschlagen…

Das er in den sozialen Netzwerken jetzt Hohn und Spott zu ertragen hat(te), damit wird er leben können. Auch die verhängte Geldstrafe von 540.000 Euro wird ihn bei seinem Gehalt nicht schlagartig verarmen lassen. Allerdings frage ich mich dann schon, warum er nicht einfach mal den Lappen gemacht hat? Ferienfahrschule zum Beispiel, mit etwas Taschengeld für den Fahrlehrer hätte er mit Sicherheit auch kein Aufsehen erregt wie jetzt.

Wenn das was der WDR gestern auf seiner Homepage veröffentlichte allerdings stimmt, dann steckt da doch schon mehr Vorsatz dahinter. Denn angeblich soll Reus der Polizei einen gefälschten holländischen Führerschein gezeigt haben. Und da dürfte ihm dann weiteres Ungemach drohen. Denn das ist schon Blödheit pur. Und gerade als Fußball-Nationalspieler gilt man bei uns – warum auch immer – auch als Vorbild. Und blöde Vorbilder kann man der Jugend ja auch nicht präsentieren…

Naja, er hat Mist gebaut, er hat seine Strafe kassiert und kassiert den Spott im Netz, natürlich auch von mir. In 2 Wochen ist alles vergessen und kein Schwein spricht mehr darüber. Es gibt auch schlimmeres aber das erwähnte ich ja schon… Unter den vielen Postings im Netz hat mir das hier unten am besten gefallen, besonders unter Punkt 9 die Listung der Fahrzeugklassen.

Bad

© Studio4780

Im Zeichen des Geissbocks

Zwölfmal im Jahr erscheint Köln.Sport mit Geschichten, Reportagen und Hintergründen aus dem großen und kleinen Sport in der Millionenregion Köln. Und im Rahmen eines Gewinnspiels bei Facebook verloste das Magazin 3 Exemplare von “Im Zeichen des Geissbocks”, eine über 500 Seiten starke Chronik über die Geschichte des 1.FC Köln. Und ich hatte Glück und bin nun einer von drei Gewinnern.

Die Benachrichtigung bekam ich vor ein paar Tagen per Twitter und heute kam der mächtig schwere Wälzer bei mir an. Ich bedanke mich noch einmal recht herzlich bei der Glücksfee und jetzt wird erstmal geschmökert…

buch

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