Bio-Futter und Süßigkeiten

Lange nix mehr geschrieben hier, immer nur diese Fotos…

Aber es kommen auch wieder bessere Zeiten. Im Moment halte ich mich ja wieder gaaaaaanz im Süden der Republik auf und da fehlt nicht nur die Zeit zum schreiben, sondern auch die Lust. Aber diese kleine Geschichte wollte ich euch nicht vorenthalten…

Immer mehr Menschen bevorzugen ja Bio-Lebensmittel. Dagegen ist ja auch nichts einzuwenden wobei… mein Ding isses nicht. Wenn ich Wurst essen möchte, dann möchte ich auch richtige Wurst, nix nachgemachtes. Wer weiß denn heute schon, ob wirklich alle Nutztiere artgerecht gehalten werden? Erzählen kann man uns viel aber stimmt das auch alles? Wissen selbst die Bio-“Fetischisten”, ob ihr Fleisch einen “einwandfreien Lebenslauf” hatte? Ich denke nicht…

Zu Obst und Gemüse mit dem Bio-Attribut habe ich auch ein eher gespaltenes Verhältnis. Denn was nützt mir ein biologisch einwandfreier Anbau, wenn auf dem Nachbarfeld noch gedüngt wird auf Teufel komm raus. Aber das ist nur meine persönliche Meinung, ihr werdet euch sicher längst eure eigene Meinung dazu gebildet haben. Ich will dieses “Bio” auch überhaupt nicht schlecht machen, jedem Tierchen sein Plaisierchen.

Gestern habe ich unterwegs an einem REWE-Markt gestoppt, um mich kurzfristig mit Flüssignahrung für unterwegs einzudecken. An der Kasse vor mir stand eine Dämlichkeit Frau so um die 30, vorne im Einkaufswagen eine große Stofftasche mit der gut lesbaren Aufschrift eines Bio-Marktes, aus der noch allerlei Grünfutter heraus ragte. Ich gehe mal davon aus, das der Rest in der Tasche ebenfalls aus besagtem Bio-Markt stammte.

Und hinter der schon erwähnten Tasche türmte sich im Einkaufswagen nur Chemie auf. Süßigkeiten, lauter Süßigkeiten. Das Laufband war auf etwa 1,5 Meter Länge sehr gut gefüllt, als sie den ganzen Süßkram darauf gepackt hatte. Mit schnellem Blick registrierte ich, das da wirklich kein anderer Artikel lag außer Süßigkeiten.

63 Euro und 30 Centurien!! musste sie für den ganzen Kram löhnen und in meinem Kopf begannen sich Fragen anzusammeln. Warum geht man in einem Bio-Markt einkaufen, wenn man sich dann bei REWE noch chemische Süßigkeiten bunkern muss? War das ganze Zeug eventuell gar nicht für sie? Hatte sie möglicherweise 5 oder mehr Kinder zu Hause, die sie damit durchfüttern möchte/muss?

Oder eventuell nur ein Kind, das dann allerdings extrem verfressen sein musste? Oder war sie vielleicht von Beruf Erzieherin und hat die Wochenration für ihren Kindergarten eingekauft? Ich habe sie nicht gefragt, allerdings hätte ich doch gerne gewusst, wie die etwas ungewöhnliche Kombination aus Bio und Chemie sich denn erklärt.

Oder hat vielleicht jemand von euch darauf eine Antwort?

Wahrscheinlich mein letzter Besuch

essen

Ich hatte ja schon einmal hier erwähnt, das ich eher etwas “abgelegenere” Hotels bevorzuge.

Sprich Hotels, die nicht direkt im Stadtzentrum liegen. Die sind nämlich in den meisten Fällen sehr laut, sowohl innen als auch der Geräuschpegel von außen. Die Woche die ich jetzt hier in Baden-Württemberg verbracht habe, führte mich für eine Übernachtung in einen Landgasthof in dem ich schon oft war, seit etwa 2 Jahren allerdings nicht mehr. Dort schläft man nicht nur ausgezeichnet, man kann dort auch hervorragend essen.

Doch wahrscheinlich war dieser eine Besuch jetzt auch mein letzter. Zwar habe ich erneut geschlafen wie ein Bär(chen) und auch das Essen war ausgezeichnet wie immer. Doch Frau S., die Hotelwirtin, schien mir eindeutig überfordert. Schon früher hatte sie außer ihrer Köchin und 2 Zimmermädchen kein anderes Personal beschäftigt. Sie schaffte Hotelbetrieb und Gaststätte im Alleingang. Und das scheinbar mühelos.

Doch nun scheint das Alter zuzuschlagen, denn mit ihren nun 66 Jahren ist sie zwar kein weiblicher Methusalem, doch so fahrig und vergesslich wie in dieser Woche habe ich sie in den vergangenen 10 Jahren nie erlebt. Im Gegenteil, zu den meisten Gästen setzte sie sich mal kurz, mal etwas länger, erzählte, hörte nur zu oder trank auch mal ein Glas Wein mit.

Nichts von alledem in dieser Woche, sie vergaß Essensbestellungen, bei mir alleine fragte sie viermal innerhalb einer Viertelstunde nach, ob ich noch ein Bierchen haben wolle. Und das Essen was ich bestellt hatte kam auch nicht. Ich bekam etwas ganz anderes, das aber wenigstens – wie schon oben erwähnt – ausgezeichnet schmeckte.

Ich bekam von den Nebentischen mit was man bemängelte und es wurde einiges getuschelt. Sie stand teilweise regelrecht teilnahmslos an einen Pfeiler gelehnt und schien krampfhaft zu überlegen, was sie denn nun als nächstes erledigen müsste. Sie tat mir wirklich leid, denn so kannte ich sie beileibe nicht. Diese Lebenslust, die sie noch bei meinem letzten Besuch auszeichnete, war wie weggeblasen. Ich bekam später auch mit das die Männer vom Stammtisch nebenan über diverse andere Vorkommnisse in letzter Zeit unterhielten, also war es scheinbar kein einmaliger “Ausfall”.

Hätte ich sie am nächsten Morgen nach dem Frühstück nicht daran erinnert die Übernachtung abzurechnen, hätte sie das nach eigener Aussage vergessen. Bei der vorabendlichen Rechnung für Essen und Getränke hatte sie sich auch schon zu ihren Ungunsten verrechnet, wo ich sie allerdings drauf hinwies. Früher stimmte das immer, im Kopf gerechnet. Ich weiß nicht ob sie eventuell ernstlich krank ist, allerdings wird das so in ihrem momentanen Zustand bestimmt nicht mehr lange gut gehen. Ich kann darüber hinweg sehen, wenn eine Bestellung mal etwas später oder sogar gänzlich falsch serviert wird. Aber scheinbar war ich kein Einzelfall…

Ich werde den Landgasthof mal auf meiner Liste lassen. Allerdings nur noch für den Notfall.

Geschäftsessen bei Burger King

Von Zeit zu Zeit kommt es vor, das man mit einem Kunden zu einem Geschäftsessen verabredet ist.

Oft die einzige Möglichkeit, mal in aller Ruhe über Auftragsvergaben und eventuell noch vorhandene Probleme zu reden. So auch am Donnerstag, als ich von Rudi meinem Chef die Order bekam, mich mit einem Kunden am Abend zum Essen zu verabreden. So weit, so gut…

Ich habe ihn dann kurzfristig angerufen, gefragt ob der Termin passen würde und ob er irgendwelche kulinarischen Vorlieben hätte. Mit seiner Antwort hatte ich dann allerdings nicht gerechnet. Denn er offenbarte mir das er ein großer Fastfood-Fan sei, seine Frau mit dieser Art der Ernährungszuführung allerdings überhaupt nichts anfangen könne.

“Genau wie ich” dachte ich so bei mir. “Außerdem ist im Moment in Frankfurt wieder Messe, da bekommen wir wahrscheinlich ohne Vorbestellung sowieso keinen Platz” führte er weiter aus und so ließ ich mich dann zwangsweise überreden. Später habe ich ihn dann abgeholt und er lotste mich zielsicher zur nächsten Burger King-Filiale.

Da ich mich mit den dort angebotenen Burgervariationen so überhaupt nicht auskenne, habe ich mir vorsichtshalber nur 2 Bacon Cheeseburger und eine Cola bestellt, während mein Gast sich ohne auf die Karte zu schauen zielsicher seine entsprechenden “Spezialitäten” orderte. Sein Tablett war auf jeden Fall voll und augenscheinlich schmeckte es ihm sogar, während ihm das ein oder andere Mal das Essen aus dem Mund tropfte.

Auf meinen Burgern hätte ich mir dann aber doch etwas mehr als 1,5 Gramm Bacon gewünscht. Wahrscheinlich hätte es sogar 10 Gramm gegeben, wenn sie das Ding warmes Speck-Käsebrötchen genannt hätten. Dafür war aber in der Cola soviel Eis, das weniger Cola in den Becher passte. Naja, die beruflichen Dinge konnten wir danach jedenfalls in aller Ruhe besprechen und klären.

Es war zwar ein relativ billiges Geschäftsessen, für das Geld hätte man aber auch durchaus etwas schmackhafteres bekommen können. Aber was solls, der Kunde is(s)t König!