Nur so ganz kurz bemerkt

reisszwecken

Jeder weiß ja, das LKW-Fahrer heutzutage eher ein Beruf für Idealisten ist.

Ständiger Zeitdruck, überfüllte Rastplätze, Staus und dann auch noch das Billigpersonal aus Südost-Asien, das hier vollends die Preise kaputt macht. Ich fahre zwar auch relativ viel, doch mit den jährlichen Kilometerleistungen der Trucker kann ich bei weitem nicht mithalten. Mir reichen auch die gefahrenen Kilometer im PKW, ständig nur eine Geschwindigkeit fahren wäre nichts für mich, zu ermüdend.

Doch bei so manchem LKW-Fahrer denke ich so insgeheim, das sicherlich ein Schutzengel auf dem Beifahrersitz hockt. Denn anders ist es wohl nicht zu erklären, das manche quasi den Windschatten des Vordermanns ausnutzen und höchstens 5 Meter Abstand abhalten. Das ist für mich schon hochgradig lebensmüde, denn wenn eben dieser Vordermann dann mal mehr oder weniger gezwungen den Anker werfen muss, dann hast du doch dahinter keine Chance mehr einen Auffahrunfall zu vermeiden.

Alleine gestern habe ich wieder mindestens 3 Spezialisten gesehen, die so hochgradig suizidgefährdet über die A3 rauschten. Vor allem musst du dich ja in einer Gefahrensituation einzig und alleine auf deine Reaktion und natürlich auf deine Bremsen verlassen, denn wenn du mit so einem knappen Abstand hinter einer undurchsichtigen Schrankwand her fährst, dann bist du schneller tot als lebendig.

Vielleicht haben die Jungs hinterm Lenkrad auch geheime Superkräfte, da muss ich mich mal bei Maik schlau machen, der kennt sich da sicher aus.

Beleuchtung einschalten bei schlechter Sicht

Ich rege mich im Straßenverkehr nicht mehr über sehr viele Dinge auf, mit dem Alter wird man eben ruhiger und auch buchstäblich erfahrener. Doch zu den Dingen die mich aufregen zählt sicherlich das, was ich gestern bei diesem Shaycwetter mit teilweise sintflutartigen Regenfällen wieder dutzendfach gesehen habe.

Denn einigen scheint es wirklich schnurzpiepegal zu sein, ob man zum Beispiel in Gischtfontänen auch erkannt bzw. gesehen wird. Da wird trotz sehr diffuser Sichtverhältnisse zum verrecken kein Scheinwerfer angeschaltet. Doch die sollten eigentlich laut Straßenverkehrsordnung nicht nur während Dämmerung oder bei Dunkelheit, sondern auch wenn es die Sicht aus anderen Gründen erfordert, eingeschaltet werden.

Bei solchen Witterungsverhältnissen und starken Regenfällen wie zum Beispiel gestern reicht das Tagfahrlicht nicht aus, denn da leuchtet es zwar vorne doch die Rückleuchten bleiben dunkel. Und das kann dann im ungünstigsten Fall dazu führen, das man eine neue Heckpartie am Auto benötigt. Wenns ganz ungünstig läuft, landet man auch noch im Krankenhaus, da dürfte selbst die Schuldfrage nur zweitrangig sein.

Und noch ein Wort an die Granaten, die meinen das Pfützen und ganze Bäche auf der Autobahn nun wirklich kein Grund sind, den Fuß am Gaspedal mal entscheidend anzulupfen: Gerade ihr Trottel gefährdet nicht nur euch, sondern auch andere. So, dann hätten wir das ja geklärt, ich hoffe ihr haltet euch bei der nächsten Sintflut daran.

Ich liebe ja Entschlossenheit

nurmalso

Es gibt so eine Art Menschen, da könnte ich…

Der Begriff „Menschen“ ist nun durchaus sowohl für Männlein als auch Weiblein gedacht. Auch wenn ich persönlich diese Wesensart eher bei der Fraktion der Röckchenträgerinnen erlebt habe. Vielleicht ist auch der Begriff „Entschlossenheit“ im weiblichen Kleinhirn nicht so fest verankert wie bei uns Kronen der Schöpfung. Doch kommen wir zum eigentlichen Thema…

Gestern Abend, ein wirklich sehr gemütliches Lokal in Chieming am Chiemsee, in dem ich schon mehrfach sehr lecker gegessen habe. Nichts außergewöhnliches, einheimische Küche, so wie ich es gerne habe. Am Nebentisch im Biergarten eine Mittdreissigerin mit ihrer gerade menstruationsfähigen Tochter, beide sehr intensiv mit der Speisekarte beschäftigt. Schon die Auswahl eines Gerichtes schien beide vor einige Probleme zu stellen, wie ich beiläufig mithören durfte musste konnte. Als die dralle Bedienung wenig später am Nebentisch erschien, da begann das eigentliche Drama.

Das Töchterchen hatte sich erstaunlich schnell für ein Wiener Schnitzel mit frittierten Kartoffelstäbchen entschieden, während Frau Mutter noch unentschieden in der Speisekarte herum blätterte. Sie blickte kurz hoch, schaute wieder in die Karte und fragte dann ohne die Bedienung anzusehen: „Beziehen sie ihr Fleisch auch aus artgerechter Haltung?“ Da habe ich mich fast an einem Pfifferling verschluckt, während die Bedienung scheinbar ungerührt antwortete: „Die Viecher stehen bei uns auf der Weide oder im Stall. Und rauchen haben wir Ihnen verboten.“ Das Weibchen nickte ohne hoch zu sehen mit dem Kopf und ich war mir nicht sicher, in sie die Antwort überhaupt akustisch verstanden hatte.

„Die Semmelknödel, machen Sie die selbst?“ folgte die nächste Frage gleich hinterher. Scheinbar hätte die Bedienung schon öfter solche Fragen beantworten müssen oder sie war besonders schlagfertig. Jedenfalls antwortete sie äußerlich ungerührt: „Na, i net, des macht die Köchin.“ Es erfolgte ein kaum wahrnehmbares Kopfnicken und gleich kam die nächste Frage hinterher: „Das was der Mann da am Nebentisch hat, ist das mit Pilzen? Sammeln sie die selbst?“ Die Bedienung räusperte sich kurz und antwortete dann : „Na, dös macht unser oagner Pilzsammler, der woas wos er mocht.“ In mir schlich ein leichtes Heiterkeitsgefühl empor, das könnte noch etwas werden…

Das Weibchen blickte plötzlich auf, sah die Bedienung an und fragte abermals: „Ich sehe auf der Karte überhaupt nicht, welche Zusatzstoffe sie hier verwenden.“ Das brachte dann das Töchterchen auf den Plan und sie fragte relativ barsch: „Mama, willst du jetzt essen oder die ganze Zeit Fragen stellen? Ich hab Hunger!“ Das Weibchen schaute den Nachwuchs mit mitleidigem Blick an und antwortete: „Ich möchte eben wissen was ich esse und mir nicht alles reinschieben wie die Jugend.“ Ich gönnte mir während dessen den letzten Bissen meines Rumpsteaks und gratulierte still dem hauseigenen Pilzsammler zur sehr guten Auswahl der Pfifferlinge.

Scheinbar hätte der Einspruch des Töchterchen aber zumindest den Erfolg, das die Auswahl des Gerichtes nun zügiger vonstatten gehen könnte. Denn die offensichtlich sehr wählerische Mutter sah dann mit festem Blick die Bedienung an und sagte: „Dann bringen sie mir bitte einen Toast Hawaii!“ Worauf die Bedienung sogleich antwortete: „Für die Ananas kann ich allerdings nicht garantieren, unser Ananasprüfer ist im Moment krank und wir müssen Ananas aus der Dose nehmen.“ Das Töchterchen kicherte lauthals, während ich das gute Paulaner fast wieder ins Glas spuckte. Mit einem Blick nach rechts vernahm ich jedoch, das sie das scheinbar mit einem Kopfnicken akzeptierte.

Die Bedienung rauschte ab, während ich mir das Paulaner vom Hemd wischte. Ich erwähnte ja schon, das ich Menschen die zu schneller Entschlusskraft neigen absolut bevorzuge. Wenn ich am Nebentisch gesessen hãtte, wäre entweder nach der zweiten Frage Blut geflossen oder Essensentzug angesagt gewesen. Ich bewundere die Schlagfertigkeit der Bedienung, wobei ich ja auch nicht gerade aufs Maul gefallen bin. Doch der absolute Kracher folgte dann noch.

Denn als ich mir dann kurz nach dieser Episode mein Handy nahm um dieses Erlebnis aufzuschreiben, hörte ich vom Nebentisch wie Frau Mutter zur Tochter sagte: „Da guck, wir machen uns hier zum Affen und der Mann schreibt das ins Internet.“ Das Töchterchen antwortete kurz: „Wir? Du hast dich zum Affen gemacht. Wie immer…“ Ich blickte kurz zum Nebentisch, lächelte, widmete mich wieder meinem kleinen Beitrag und hätte im Leben nicht zugegeben, das ihr das heute lesen könnt…

Etwaige Rechtschreibfehler bitte ich zu entschuldigen, aufm Handy Beiträge zu tippen ist gelinde gesagt… fürn Arsch! Und die grobe Kontrolle ergab: Alles im grünen Bereich!