Ist schlechte Laune eigentlich angeboren?

kaffeeTypen gibts…

Es gibt diese Tage, an denen du morgens aufstehst und damit deinen ersten Fehler machst. Du schlurfst ins Bad und denkst: „Was für eine häßliche Welt.“ Vielleicht denkst du auch: „Was für ein häßliches Bad.“ Auf jeden Fall findest du irgendetwas häßlich…

Du versuchst das Omen zu ignorieren und machst weiter wie jeden Tag. Bis es passiert, irgendetwas blödes passiert. Irgendetwas blödes, das so blöd ist, dass man dafür einen neuen Namen erfinden müsste. Jede cholerische Hausfrau, die in aller Eile schon einmal ein Papiertaschentuch mitgewaschen hat, weiß wovon ich rede. Es ist einer dieser Tage, die extra geschaffen wurden um dich fertig zu machen. So ein richtiger Blödmannstag.

Das schlimmste aber was dir so ein Tag bieten kann, sind fröhliche Menschen. Ich rede von Heiterkeit, von der sogenannten guten Laune. Natürlich bleiben dir diese Menschen an so einem Tag nicht erspart. Und die grinsen dich auch noch blöd an. Nicht an jedem Tag, aber doch ziemlich häufig. Doch auch heute werden sie gegen Granit grinsen, denn sie wissen nicht dass du einen Trumpf in der Hand hast – deine miese Laune. Und du beschliesst, diesen Trumpf gnadenlos auszuspielen…

Genau so einen Vogel haben wir hier in der Nachbarschaft. Bekommt nie die Zähne für einen Gruß auseinander, guckt immer streng aus der Wäsche. Und grinsen oder lachen habe ich ihn auch noch nie gesehen. Vielleicht ist er ja wirklich nur mit seinem Badezimmer unzufrieden. Vielleicht läßt ihn auch nur sein Weibchen seit Jahren nicht mehr ans rosige Fleisch. Wer weiß…

Naja, ich habe ihn auch heute morgen wieder angegrinst, freundlich gegrüßt und natürlich erwiderte er nichts. Was mich im übrigen auch zu dem Foto im Beitrag von heute morgen bewegt hat…

Vernachlässigung eines Mannes in Köln

nocommentMal was anderes…

„Was sind das für Frauen, die zu so etwas fähig sind?“ fragt man sich unwillkürlich angesichts des neuesten Falles von gefährlicher Vernachlässigung. Wie erst jetzt bekannt wurde, befreite die Polizei am Sonntag in Köln-Raderthal einen kurz vor dem Verdursten stehenden, schlecht ernährten 37-jährigen Mann. Nachbarn hatten die Ordnungshüter alarmiert.

Die Lebensgefährtin des Mannes war am Samstagmorgen für ein Wochenende mit den Kindern zu ihren Eltern gefahren. In der Wohnung fanden die Polizisten keinerlei altersgerechte Getränke. „Nur Wasser, Tee und Säfte, so etwas habe ich noch nie gesehen“ formulierte einer der geschockten Polizeibeamten in seinem Bericht. Er und seine Kollegen erleben sicher so einiges, aber in dieser Wohnung fanden sie nicht einmal genügend Nahrung für eine einzige Männermahlzeit.

Nur Müsli, Milchprodukte und Rohstoffe wie Kartoffeln, Reis oder Eier, die vor dem Verzehr erst noch verarbeitet werden müssten, befanden sich in der Küche. Die Regale der Wohnung quollen angeblich über von kulturwissenschaftlicher Fachliteratur. Aber es fand sich keine einzige Männer-, Auto- oder Fußballzeitschrift. Noch nicht einmal ein Fernseher…

Da Gefahr im Verzug war, brachten die Beamten den mittlerweile kollabierten Mann in eine Kriseneinrichtung der gastronomischen Hilfe, Peters Brauhaus in der Mühlengasse. Der Leiter der christlichen Einrichtung päppelte den Mann persönlich mühsam über Stunden mit Bier und Korn wieder auf. Mitarbeiter des zuständigen Pizzaservice verteilten ihre Notrufnummer – später auch in der unmittelbaren Nachbarschaft des Mannes.

Oftmals sind Männer, die Opfer dieser Form von Vernachlässigung geworden sind, schlicht und einfach nicht in der Lage, selbst um Hilfe zu bitten. Gerade junge Frauen seien mit der Haltung und Pflege eines Mannes sehr häufig einfach überfordert. Der zuerst possierlich wirkende Mann werde schnell zu einer Belastung, wenn er nach der Balz seine typischen Verhaltensweisen der Seßhaftigkeit ausbilde.

Spätestens wenn die ersten Kinder da seien, bleibe den Frauen neben ihrer Berufstätigkeit kaum noch Zeit für den Mann. Böse Absicht sei es eigentlich so gut wie nie die Frauen dazu bewege, ihren Mann alleine zu Hause zu lassen. Aber Fälle wie dieser erschüttern auch die Einsatzkräfte. „Der Befreite hat nur noch knapp 90 Kilo gewogen“ hieß es dazu unter anderem im Polizeibericht.

Dem Mann geht es glücklicherweise wieder den Umständen entsprechend gut. Aber das Entsetzen bleibt, auch bei mir. Nachbarn und Anwohner stellten Flachmänner und Sixpacks unter dem Balkon des Opfers auf und entzündeten Kerzen, wie ebenfalls im Polizeibericht protokolliert wurde.