Das Hobby der Rentner – Arztbesuche

nurmalsoManche Menschen haben selten Zeit.

Termine, Termine, Termine… So geschätzte ein-bis zweimal im Jahr komme ich nicht darum herum, den örtlichen Allgemeinmediziner aufzusuchen. Ich hasse ja Arztbesuche, schon alleine deshalb weil meistens das Wartezimmer mit einer menschlichen Spezies übervölkert ist, die kein anderes Hobby zu haben scheint als den täglichen Arztbesuch. Man gönnt sich ja sonst nichts…

Die Rede ist von unseren Rentnern, wie ihr euch sicherlich schon gedacht habt. Als Rentner werden all jene menschlichen Wesen bezeichnet, welche vor dem 100sten Lebensjahr stehen, aber die Jahre der Qual bereits hinter sich gelassen haben. Deshalb haben sie auch Zeit zu genüge und nutzen diese äußerst effektiv, um schon früh am Morgen Wartezimmer zu bevölkern.

Die oben erwähnte Gruppe, die auch als Grauköpfe bekannt und sogar in einer Partei politisch vertreten ist, bietet sich auch häufig an jungen oder jüngeren Menschen in einer gekonnt besserwisserischen Art allerlei Ratschläge zu erteilen. Und wenn der vermeintliche Gesprächspartner eines solchen Graukopfs keine Möglichkeit zur Flucht (Wartezimmer!!) hat, macht der Graukopf auch ungefragt regen Gebrauch davon.

Da aber oftmals fast 100-jährige Menschen, und das meine ich jetzt durchaus nicht abwertend, selten im vollen Besitz ihrer geistigen Kräfte sind, verlaufen diese Unterhaltungen doch teilweise recht einseitig. Widerworte werden selten geduldet und “früher war ja alles besser…” Natürlich sollte man nicht zu hart mit Rentnern umgehen, aber vielen Älteren merkt man an dass sie noch eine ganz andere – härtere – Erziehung genossen haben. Da hatte der Ältere immer recht…

Aber eines haben Rentner alle nicht: Zeit! Scheinbar duldet im hohen Alter eben alles keinen Aufschub mehr, jede noch so geringe Tätigkeit muss sofort erledigt werden und es muss vor allen Dingen schnell schnell schnell gehen. Der Rentner legt sich abends mit der Angst ins Bett, am nächsten morgen nicht mehr aufzuwachen. Also muss alles vermeintlich wichtige noch am gleichen Tag erledigt werden, wie z.B. Arztbesuche.

Manchmal ist der Rentner auch schnell. Nähern sich auf dem Parkplatz zwei Autos einer Parklücke, so gewinnt mit Sicherheit der Rentner. Ebenso ist er natürlich auch mit dem Einkaufswagen beim Spurt zur Kasse stets der schnellste. Wobei man sich allerdings fragen muss, ob man für eine Packung Corega-Tabs überhaupt einen Einkaufswagen benötigt…

Wenn der Enkel um wenige Minuten verspätet zum Rasen mähen erscheint, so kann man als Rentner deswegen für Monate mit seinem familiären Nachkommen schmollen. Jedoch ist sich der Rentner jederzeit bewusst, im Recht zu sein. Schließlich hat er eine wirtschaftliche Bedeutung. Bei uns kann man jeden morgen in aller Herrgottsfrühe Horden von Rentnern beobachten, die in ihren kurzen Hosen, grauen Socken und Sandalen riesige Papiertüten mit Backwaren vom hiesigen Teigwarendealer nach Hause schleppen.

Dies ist die Angst des Rentners vor dem Krieg und einer Hungersnot. Manche Rentner könnten sogar mit denen von ihnen gebunkerten Lebensmitteln ein Jahr mühelos überleben – ohne Hunger leiden zu müssen. Rentner nützen dem Staat, indem sie jahrzehntelang viel Geld für etwas bezahlen, was sie später aber nur selten in vollem Umfang zurück erhalten. Man nennt das Rente. Dieses Geld könnte auch sinnvollerer Verwendung, etwa den Diäten und Aufwandsentschädigungen für Politiker zugeführt werden.

Sollte der Rentner nach jahrzehntelanger Maloche in den Genuß einer langjährigeren Zahlung kommen, unterstützt er/sie dann meist seine/ihre noch bedürftigeren Nachkommen. Da kennt er nichts, der Rentner… Einzelnen Exemplaren ist allerdings die finanzielle Sicherheit auch im hohen Alter noch sehr wichtig. In diesem Fall muss der Rentner sein Geld stets zusammenhalten, anstatt es zur Vermeidung von Erbschaftssteuer an seine gierigen Kinder und Enkel zu verschenken.

Gut für die Notenbank aber problematisch für die Rentner ist, dass sie ihre wirtschaftliche Lebensgrundlage zumeist im Kopfkissen eingenäht aufbewahren und dieses dann unbedacht zum Sperrmüll geben. Oder aber die Erben geben das Kopfkissen mit all dem anderen Plunder den anderen Andenken an denen der Rentner so gehangen hat zum Sperrmüll.

Tja, der Rentner ist schon etwas besonderes! Übrigens ist mir eben beim schreiben erst aufgefallen, das man Rentner sowohl von vorne als auch von hinten lesen kann. Ich sagte ja, der Rentner ist etwas besonderes…

Die Einschläge kommen immer näher

resszweckenNormalerweise mache ich mir keine Gedanken.

Aber was in den vergangen 4 Wochen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis so geschehen ist, da wird man schon einmal nachdenklich. 4 Todesfälle in 4 Wochen, schon heftig. Bei 2 Personen konnte man auf Grund des Alters bzw. des Krankheitsbilds absehen, dass das Ende absehbar war. Traurig aber wahr, aber wohl unvermeidlich. Trotzdem ein Verlust, denn ich konnte beide sehr gut leiden…

Noch schlimmer ist es bei den Todesfällen, die relativ plötzlich kommen. So mitten aus dem Leben gerissen, frei nach dem Motto: Gestern noch getroffen und heute nicht mehr da. Das tut weh, richtig weh. Da sucht man im Freundeskreis nach Gründen, will das unvermeidliche nicht wahr haben und findet sich nur schwer damit ab, dass man nichts, aber auch gar nichts tun kann, um das geschehene ungeschehen zu machen.

Und merkt mit jedem dieser Ereignisse, dass man die erste Lebenshälfte locker überwunden hat und die Einschläge immer näher kommen. Kein Grund zum Trübsal blasen, wohl aber zum nachdenken. Denn ganz so ein grober Klotz bin ich ja auch nicht… R.I.P euch allen.

Fahrrad-Rowdies

fahrradNoch etwas zum Thema Fahrrad.

Es gibt ja Leute, die finden Beleuchtung am Fahrrad völlig uncool. Wahrscheinlich lieben sie das Risiko! Aus diesem Grund fahren sie auch bei Dunkelheit ohne Licht, noch dazu auf der falschen Straßenseite und oft auch bei rot über unübersichtliche Kreuzungen. Wahre Teufelskerle und auch Teufelsweibchen, diese Fahrradfahrer. Nicht alle, aber einige…

Um auch noch den letzten Adrenalinstoss abzubekommen, tarnen sie sich bei Dunkelheit auch noch durch dunkle Kleidung. Das treibt den Nervenkitzel nahe an die 100%-Marke. Als Krönung dieser Meisterleistung liefern manche Fahrradfahrer gleich noch eine Showeinlage und fahren einhändig – oder gar freihändig. Dann haben sie auch gleich beide Hände frei, um erregt hupenden Autofahrern, die ihretwegen gerade eine Vollbremsung hingelegt haben, einen oder gleich beide Stinkefinger zu zeigen.

Sollte dann allerdings ein Autofahrer mal anhalten und aussteigen um diesen Idioten mal für Zweimarkeurofuffzich Bescheid zu sagen, kommt meist nur müdes Geblubbere aus der hohlen Hirse. Das erweckt dann beim Autofahrer durchaus den Eindruck, dass nicht nur die Beleuchtung an ihren Fahrrädern nicht funktioniert oder nicht eingeschaltet wird, sondern auch im Hirn dieser Verkehrsteilnehmer ziemliche Dunkelheit herrscht.

Beim nächsten Mal fahre ich einfach drüber oder erschlage den betreffenden. Howgh ich habe gesprochen!