Facebook Freunde löschen wegen der AfD

nurmalso

Auch ich habe 14 Leute in der Freundesliste, die scheinbar der AfD nahe stehen oder sich zumindest mit dieser Gruppierung identifizieren können. Nun kursiert seit der Bundestagswahl ein Link bei Facebook, mit dem man Sympathisanten der AfD in seiner Freundesliste ausfindig machen kann. Und nun geht scheinbar die große Säuberungswelle um…

Nun, von den 14 Personen aus meiner Freundesliste hatte ich 8 sowieso schon stumm geschaltet, weil mir schon im Vorfeld der BTW17 da einiges in meiner Timeline mißfallen hat. Nichts extremes, aber einiges ging mir eben gegen den Strich und hat in der Masse ziemlich genervt. Trotzdem werde ich mich nicht daran beteiligen, jetzt zum Großreinemachen anzusetzen. Zumindest solange keine rechten Scheißhausparolen gepostet, Leute beleidigt oder diffamiert werden.

Ich habe mir die Timeline der „Kandidaten“ gestern Abend extra nochmal zu Gemüte geführt und habe eigentlich nur Postings gelesen, in denen man seine Unzufriedenheit mit unseren Volksvertretern äußert. Und seine Meinung in einem angemessenem Vokabular mitzuteilen ist schließlich nicht verboten. Sobald es eventuell zukünftig ausarten sollte, kann ich meine Meinung allerdings jederzeit ändern.

So schwer es auch fällt, auch mit diesen extremen Meinungen muss man in einer Demokratie klar kommen. In der AfD tummelt sich zugegeben zuviel wirklich braunes Pack, doch viele Wähler haben die AfD auch – leider nur – als Denkzettel-Partei benutzt, ohne nun wirklich braunes Gedankengut verinnerlicht zu haben oder zu verbreiten.

An den Vertretern der alteingesessenen Parteien liegt es nun, diese unzufriedenen Bürger wieder zu überzeugen. Gelingt ihnen das nicht, dann dürften bei der nächsten Bundestagswahl 2021 noch mehr Protestwähler in Richtung ganz rechts abwandern.

Bundestagswahl 2017

Nun ist es also passiert, sie Rechtspopulisten von der AfD ziehen in den Deutschen Bundestag ein. Angesichts der doch eklatanten Stimmenverluste der etablierten Volksparteien kann man feststellen, das eine nicht zu unterschätzende Anzahl der Menschen in Deutschland das Vertrauen zu ihren Volksvertretern verloren hat. Das kam nun nicht unbedingt überraschend, die Umfragen der letzten Wochen und Monate ließen das erahnen.

Bleibt nun abzuwarten wie es weitergeht. Die „Bereitschaft“ der SPD in die Opposition zu gehen hängt wohl auch eher damit zusammen, der AfD als drittstärkste Kraft im Land nicht die Oppositionsführung zu überlassen. Ob es nun wirklich zu der einzig möglichen Regierungsbildung zwischen CDU/CSU, FDP und Grünen kommen wird, dürfte wahrscheinlich vielen der Beteiligten noch Kopfschmerzen verursachen. Und ich wäre wirklich nicht überrascht, wenn wir in absehbarer Zeit nochmal zur Urne gebeten würden.

© votemanager.de

Denn ich kann mir nicht vorstellen, das Frau Merkel mit einer Minderheitsregierung antreten wird. Zudem heißt es nun gerade für CDU und SPD, die Zukunft einzuläuten. Für die CDU wird wichtig sein, eine(n) Nachfolger(in) für Merkel zu finden und zu etablieren. Die SPD muss sich ihren Stammwählern wieder glaubwürdiger und näher am Volk präsentieren.

Und Ziel aller demokratischen Parteien muss es unbedingt sein, die AfD nicht noch größer werden zu lassen, damit die Stimmung im Land nicht noch weiter nach rechts rückt. Dazu gehört aber auch unbedingt, das man sich der Probleme und Meinungen der Bürger auch annimmt und nicht einfach über die Köpfe weg entscheidet.

Meine Meinung zur aktuellen Politik

reisszwecken

Es ist gar nicht so einfach, sich zumindest zur deutschen Politik eine Meinung zu bilden.

Denn sind wir doch einmal ehrlich, viele denken doch: Die da oben machen sowieso was sie wollen. Mag in gewisser Hinsicht sicherlich richtig sein, doch schuld sind wir es quasi selbst. Seit Jahren quälen wir uns nun mit einer großen Koalition herum, die ohne nennenswerte Opposition regieren kann. Ein Unterschied zwischen den alteingesessenen Parteien wie CDU und SPD ist schon fast nicht mehr erkennbar, was sich eventuell aber noch im bevorstehenden Wahlkampf ändern dürfte.

Vielen geht Politik generell am Allerwertesten vorbei, in einer Demokratie eine sehr gefährliche Tendenz. Und wieder andere glauben dem Gerede unserer Politiker nicht mehr und wählen Protest, wobei man bei Parteien wie der AfD schon nicht mehr von Protest, sondern eher von ProRechts reden muss. Das diese Tendenz nicht noch mehr zunimmt, damit dürften die etablierten Parteien im Moment durch die Bank alle überfordert sein.

Ich gehöre keineswegs zum rechten Lager, bin aber trotzdem felsenfest davon überzeugt, das der kommende deutsche Bundestag noch mehr um Koalitionen kämpfen muss, denn die AfD wird Wohl oder Übel mit dabei sein und die Zeiten wo eine Partei 40%+ erreichte und sich nur noch einen kleinen Mehrheitsbeschaffer angeln musste, die sind wohl erst einmal vorbei.

Viele Probleme sind allerdings auch hausgemacht und wenn man sich beispielsweise die öffentlichen Meinungen zur Flüchtlingskrise anhört, dann wurde der Volkeswille in dieser Beziehung aber mächtig falsch verstanden. Alleine die Hetze die heute noch in den sozialen Netzwerken verbreitet wird, kann einem schon zu denken geben. Und das sich dann der normale Bürger auch mal übergangen fühlt und „seiner“ bisher bevorzugten Partei einen Denkzettel verpassen möchte ist nachvollziehbar, wenn auch schwer.

Ich kenne niemanden dem es trotz über einer Million Flüchtlinge schlechter geht. Sicherlich verstärken gewisse Vorkommen wie etwas Silvester 2015 bei uns in Köln den Unmut vieler und die Abneigung Fremden gegenüber wird noch größer. Das die Einreise der vielen Fremden gänzlich aus dem Ruder gelaufen ist, dafür muss sich auch die Politik verantworten. Das leider auch ein gewisser Prozentsatz Bösewichte die Flüchtlingswelle nutzte um hier ihr Unwesen zu treiben konnte man ahnen, nur wer wollte es verhindern? Und die Leute denen zu Hause die Bomben in die Häuser fielen können am wenigsten dafür, sie wollten nur in ein sicheres Land.

Doch der Wähler vergisst nicht so schnell, wendet sich ab und dem Protest zu. Wobei diese AfD für mich kein Protest ist, sie ist mittlerweile schon sehr braun geworden. Und wir alle müssen aufpassen das sie nicht noch mehr Zuwachs bekommt, es liegt an jedem einzelnen. Apropos Protest, wozu Protest führen kann sieht man aktuell gerade in den USA.

Gut, man kann dem neuen amerikanischen Präsidenten Trump nicht vorwerfen, das er seine Wahlversprechen nicht einlöst. Wobei seine Vorgehensweise schon sehr gewöhnungsbedürftig ist. Trump hat es in einer Woche geschafft, dieses Riesenland komplett zu spalten. Seine Anhänger jubeln, seine Gegner versammeln sich zum Protest. Meiner Meinung nach hätte Trump mit seinem Narzissmus sehr gut ins Deutschland des Jahres 1933 gepasst.

Ein Mann der offen gegen bestimmte Nationalitäten, gerne der Presse widerspricht und sie am liebsten verbieten möchte, wäre bestimmt auch ein guter Spitzenkandidat für die AfD. Wer gegen ihn ist ist quasi ein Volksverräter, seine unsägliche Geltungssucht ist abstoßend. Was dieser Mann in seiner nun knapp 10-tägigen Amtszeit angerichtet hat, hat noch kein amerikanischer Präsident geschafft.

Er lässt sich auch von seinen engsten Beratern nicht herein reden und twittert seine öffentlichen Abneigungen gegen bestimmte Personen auch ungehemmt. Dieser Mann ist cholerisch, selbstgerecht und akzeptiert wenn nur sehr schwer auch andere Meinungen. In meinen Augen ist er eine Gefahr für den Weltfrieden und man mag sich lieber nicht ausdenken, das so ein Spinner den Finger am roten Knopf hat.

Ich würde mich ja noch gerne über einen anderen Nachwuchs-Diktator hier äußern, der scheinbar alleiniger Großwesir des Osmanischen Reiches werden möchte. Denn auch Herr Erdogan spaltet sein Volk und das nicht nur in der Türkei. Selbst hier bei „unseren“ Türken in Köln gehen die Meinungen über ihn ziemlich weit auseinander. Das artete sogar schon in handfeste Streitgespräche aus, wie ich schon persönlich bei alten Fußballkumpels beobachten konnte.

Doch eigentlich ist jedes Wort das man über den Herrn Erdogan verliert ein Wort zuviel. Sollen die Türken sich mit ihm herum plagen, wir haben hier bei uns genügend eigene Probleme die dringlicher sind. Wobei mir dazu noch ein sehr schönes Zitat des Dalai Lama einfällt:

Echten Respekt erlangen wir, wenn wenn wir den Kontakt miteinander suchen und die gegenseitigen Wertvorstellungen verstehen und akzeptieren. So können wir Bewunderung und Wertschätzung für einander entwickeln.

Und morgen gibt es dann das letzte Thema dieser Challenge: Meine Hoffnungen.