Nur kein Neid auf den FC Bayern München

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Sicherlich kann man über die Einkaufspolitik des FC Bayern München geteilter Meinung sein.

Die Fans der Bayern sind natürlich happy, wenn die vermeintlich besten verfügbaren Spieler den Kader verstärken. Die Fans der anderen – zumindest deutschen – Mannschaften sehen das zumeist etwas anders denn sie argumentieren, dass die Münchner mit Vorliebe ihren Konkurrenten die besten Spieler wegkaufen um sie so zu schwächen. Beispiele dafür gibt es fast schon dutzendfach, denn schon vor Jahrzehnten wurden auf diese Art und Weise Spieler verpflichtet, um dann auf der Reservebank der Bayern zu versauern.

Spieler wie Kalle Del’Haye Mitte der 80er Jahre, aber auch Lukas Podolski und Mario Götze sind dafür beispielhaft. Sicherlich werden beim dem ein oder anderen Transfer auch diese Gedanken mit im Spiel gewesen sein, doch sind wir doch mal ehrlich: Der FC Bayern ist für einen Spieler die beste und vielleicht auch einzige Möglichkeit, einmal einen oder sogar mehrere Titel zu gewinnen. Das ist ein knallharter „Überlebenskampf“ im Kader, wahrscheinlich viel intensiver als bei anderen deutschen Bundesligateams.

Die Bayern haben sich natürlich auch über die Jahrzehnte eine wirtschaftliche Ausnahmestellung erarbeitet und dank eines cleveren Managers namens Uli Hoeneß wurde diese Ausnahmestellung immer weiter ausgebaut. Heute ist eben diese Mannschaft so überlegen, dass es quasi in der Bundesliga nur einen vermeintlichen Gegner gibt der den Bayern eventuell einmal halbwegs Gegenwehr bieten kann. Doch dieser nationale Titel den die Mannschaft sich natürlich redlich verdient hat, ist für den FC Bayern nur mittel zum Zweck für höhere Aufgaben, sprich die Champions League.

Und dieses Ziel verfolgt man weiterhin mit allen Mitteln. So verpflichtete man gestern den 18-jährigen Portugiesen Sanches von Benfica Lissabon für 35 Millionen Euro und auch der Wechsel von Mats Hummels vom Liga-Konkurrenten Borussia Dortmund wurde nun endgültig bestätigt. Laut Sport Bild wird der Nationalspieler für 38 Millionen Euro zum Rekordmeister wechseln. 73 Millionen Euro für 2 Transfers, da staunt zumindest der deutsche Fan, schlackert mit den Ohren und denkt sich: So etwas müsste mein Verein auch mal hin bekommen. Leider ein Wunschtraum, jedenfalls für die meisten.

Da freut man sich höchstens mit einem lachenden und weinenden Auge darüber, dass einem die Bayern einen Spieler abkaufen damit es etwas in der Kasse klingelt. Denn eine wirtschaftliche Chance gegen diesen Über-Verein hat eventuell mit Ausnahme von Borussia Dortmund niemand mehr. Selbst die „Werksclubs“ aus Leverkusen und Wolfsburg können da nicht mehr mithalten, ob der durch die einzelnen unterklassigen Ligen geprügelte seelenlose Brause-Club des Aufsteigers RB Leipzig auch bei solchen Summen noch mithält wird erst die Zukunft zeigen.

Sicherlich wird die Liga an sich nicht interessanter, wenn nur eine oder zwei Mannschaften überragen, der Rest ansonsten nur froh ist wenn er den Spitzenteams mal ein Bein stellen kann oder wenigstens nicht zweistellig verliert. Man kann es keinem Spieler verdenken, wenn er sich bei den Bayern beweisen möchte und sich auch wirtschaftlich in eine andere Liga begibt. Konkurrenz in wirtschaftlicher Hinsicht haben die Bayern weltweit gesehen nur auf der englischen Insel, deren Vereine dank eines immensen TV-Vertrags geradezu im Geld schwimmen und die selbst für „durchschnittliche“ Spieler noch wahnsinnige Summen auf den Tisch des Hauses legen.

Sorgen um eine Abwerbung von Spielern müssen sich nur die anderen deutschen Vereine machen, deren überdurchschnittliche Spieler nur dank ihrer in den Verträgen verankerter Ausstiegsklauseln überhaupt noch gehalten werden können. Da darf man sich dann nur noch freuen, dass wenigstens die festgeschriebene Ablösesumme ein wenig die Kasse klingeln lässt. Doch die bezahlen die Bayern aus der berühmten Portokasse und die Engländer fragen sich höchstens, ob das ein Druckfehler ist.

Da wächst natürlich der Neid beim Nicht-Bayern-Fan, doch diesen Neid hat sich der FC Bayern redlich erarbeitet. Der wechselnde Spieler muss sich eigentlich nur noch fragen, ob er eine Mannschaft verlassen möchte wo er ein Star war und ob er zukünftig damit klar kommt, nur einer unter vielen Stars zu sein. Finanziell gesehen keine Frage, für einige aber wichtig fürs Ego. Und die anderen Liga-Vereine müssen sich fragen, ob man überhaupt noch eine Möglichkeit bekommt, den Bayern jemals zumindest annähernd Paroli zu bieten.

Vielleicht sollte man auch den Vorschlag mal wieder diskutieren, den Uli Hoeneß schon vor Jahren machte. Nämlich nur die europäischen Top-Clubs der jeweiligen Länder in einer eigenen Liga spielen zu lassen. Wenigstens die Bundesliga würde dann wieder interessanter, wenn der Deutsche Meister nicht schon vor dem ersten Spieltag feststände…

Und nein, ich habe nicht den Verein gewechselt. Ich bin und bleibe Fan des #effzeh, daran wird sich auch nichts ändern!

Meine Nerven – der #effzeh macht es spannend

effzeh

24 Zähler hatte der 1. FC Köln nach 17 Spielen in der Hinrunde gesammelt und damit so viele Punkte wie seit 15 Jahren nicht mehr. Eigentlich eine beruhigende Halbzeit-Bilanz, die bei einigen schon Hoffnungen auf höhere Ziele weckte. Aber der #effzeh wäre nicht der #effzeh, wenn das „einfach so“ weiter gegangen wäre. Und so kam was kommen musste…

Die Schiedsrichter hatten sich mit teilweise sehr fragwürdigen Entscheidungen scheinbar gegen uns verschworen und die Mannschaft spielte teilweise wirklichen Müll. Und so kamen in bisher 13 Spielen der Rückrunde lediglich noch 13 Punkte dazu. Wobei die gestern erkämpften 3 Punkte gegen Mainz 05 nur einer Energieleistung und gewaltigen Leistungssteigerung in den letzten 30 Minuten zu verdanken sind, denn man lag schon absolut verdient mit 2 Toren zurück.

Nun stehen also 37 Punkte auf der Haben-Seite, 6 Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz und 10 Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Damit sollte mit den gestern gesicherten Punkten das Thema Abstieg nicht mehr zur Tagesordnung gehören. Wobei mich die letzten 4 Spiele gegen Darmstadt, Augsburg, Bremen und Dortmund jetzt auch nicht gerade optimistisch stimmen, dass das Punktekonto noch merklich anwachsen wird.

Für die nächste Saison dürften hoffentlich noch ein paar Verstärkungen auf dem Zettel der Verantwortlichen stehen, etwas mehr Glück bei Schiedsrichterentscheidungen wäre wünschenswert und auch ein wenig mehr Konstanz in den Leistungen, damit meine Nerven nicht schon wieder so ramponiert werden wie das gestern der Fall war. Ansonsten hat man zumindest bis jetzt das selbst ausgegebene Saisonziel erreicht.

Nicht mehr aber auch nicht weniger.

Halbzeitbilanz des 1.FC Köln

effzeh

24 Zähler hat der 1. FC Köln nun in der Hinrunde gesammelt und damit so viele Punkte wie seit 15 Jahren nicht mehr. Ein 9.Platz steht nach der Hälfte der Bundesligasaison zu Buche, 9 Punkte Abstand zu den Abstiegsplätzen und somit dürfte das Soll deutlich erfüllt sein. Ich hatte vor Beginn der Saison geäußert, das ich mit 20 Punkten vollkommen zufrieden gewesen wäre, nun sind es – nicht zuletzt auch durch den unerwarteten Heimsieg gegen Borussia Dortmund – sogar noch 4 Punkte mehr geworden.

Der #effzeh ist quasi Rhein-Ruhr-Meister, denn Borussia Mönchengladbach wurde mit 1:0 geschlagen, gegen Bayer Leverkusen siegte man 2:1 und die Ruhrpottclubs Schalke 04 und Borussia Dortmund wurden mit 3:0 und 2:1 besiegt. 24 Punkte, Platz 9 und der Abstand auf die Qualifikationsplätze für die internationalen Wettbewerbe ist nicht allzu weit, nämlich nur 3 Punkte, entfernt. Und selbst ein noch besserer Tabellenplatz lag nach Beendigung der Hinrunde durchaus im Bereich des möglichen.

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Doch auch die Schiedsrichter waren dem #effzeh nicht immer in dieser Saison gut gesonnen. Gegen Hannover 96 verlor man nur durch ein irreguläres Handtor von Leon Andreasen mit 0:1 und auch gegen den FC Augsburg war mehr drin und wer weiß wenn FCA-Torhüter den Elfmeterpunkt nicht vorher auf sehr unsportliche Weise bearbeitet hätte… Doch hätte, wenn und aber zählt nicht, wobei der durchaus gute Tabellenstand auch nicht blenden sollte.

Denn gerade in den letzten Spielen war beileibe nicht alles Gold was glänzt. Das gegnerische Tor schien wochenlang nicht nur für Torjäger Anthony Modeste wie vernagelt und auch in der Abwehr zeigten sich mehrmals deutliche Schwächen. Da gilt es in der Winterpause dran zu arbeiten, wobei ich da vollkommen Trainer Peter Stöger vertraue. Ein herrlich aufgeräumter und ruhiger Coach der sich von niemanden herein reden lässt und der meiner Meinung nach einfach zur Mannschaft passt.

Ich bin gespannt wie man den Start der Rückrunde gestaltet und ich bin eigentlich ziemlich sicher, dass das Thema Abstieg in dieser Saison nicht spruchreif wird. Mit dem bisher erreichten kann man durchaus zufrieden sein, jetzt heißt es Kräfte auftanken und dann wird man sehen, ob man sich eventuell sogar noch verbessern kann.