Der FC Bayern in der Superliga? Aber gerne doch…

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Da hat der “Spiegel” aufgedeckt, das der erfolgreichste deutsche Fußballverein, der FC Bayern München, wohl auf kurz oder lang den Ausstieg aus der Bundesliga plant.

Was man natürlich aus München flugs dementiert. Doch das diese Pläne wohl konkreter sind als dieses Dementi, dafür hat wohl die Enthüllungsplattform “Football Leaks” handfeste Beweise. Auch Borussia Dortmund soll(te) wohl Mitglied dieser exklusiven 16er-Liga werden, wie aber Aki Watzke glaubhaft versicherte sei dies für Dortmund nur ein Thema, wenn man dafür die Bundesliga nicht verlassen müsse.

Bedenken die die Bayern offensichtlich nicht haben, die wohl eine neue Möglichkeit entdeckt haben, sehr viel mehr Geld zu verdienen als dies im Moment möglich ist. Nun, ich denke die Konkurrenten aus der Bundesliga dürften einen Ausstieg des bayrischen Eliteclubs wohl mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehen.

Zwar fehlt dann in der Saison eine garantierte Einnahmequelle, das Rennen um die Deutsche Meisterschaft würde aber endlich wieder um ein vielfaches spannender. Endlich wieder ein Wettbewerb, bei dem der zukünftige Meister nicht vor der Saison schon festzustehen scheint. Auch wenn man in dieser Saison eher schwer in die Gänge kommt, was aber eher ais Ausnahme angesehen werden darf.

Ich würde einen Ausstieg des FC Bayern sehr begrüßen, wenn auch die Titelsammlung der Münchner zukünftig wohl mächtig schrumpfen dürfte. In solch einer geplanten Superliga darf man sich natürlich solche Schwächephasen wie die aktuelle weniger erlauben. Fraglich auch, ob die Fans des Clubs diese Entscheidung, die mit Sicherheit auch größere finanzielle Zugeständnisse jedes einzelnen fordert, mit tragen würden.

Denn Reisen innerhalb Deutschlands ist allemal billiger, als mal eben nach Frankreich, England, Spanien oder Italien zu fliegen oder fahren. Und auch die Eintrittspreise dürften wohl saftig steigen, schließlich möchten die Vereine auch Geld verdienen. Nun ja, warten wir mal ab, ob diese Superliga wirklich ins Leben gerufen wird. Und ob sich die gehandelten Vereine damit wirklich einen Gefallen tun würden…

Neues vom Sport

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Nach längerer Zeit habe ich mir gestern Abend mal wieder Boxen angesehen.

Unser altgedienter Deutsch-Ukrainer Wladimir Klitschko trat gegen Titelverteidiger Anthony Joshua an und es war ein wirklich guter Kampf. Denn von beiden kann man nicht gerade behaupten, das sie Fallobst sind. Ich gehe sogar so weit zu behaupten, das der gestrige Kampf zum besten gehört was ich in den vergangenen 15 Jahren gesehen habe.

Es war wirklich Werbung für den Boxsport was die beiden Protagonisten da boten, spannend und sogar teilweise dramatisch. Jeder der beiden durfte Bekanntschaft mit dem Ringboden schließen, doch am Schluß siegte die Jugend über die Erfahrung. Vielleicht sollte Herr Klitschko jetzt doch überlegen, mit nun 41 Jahren die Handschuhe an den Nagel zu hängen, bevor ihm noch jemand den Kopf richtig verbeult.

Kommen wir zum Fußball. Der FC Bayern München ist gestern vorzeitig Deutscher Meister geworden, was für die Verantwortlichen angesichts des Ausscheidens im DFB-Pokal und in der Champions League nur ein kleiner Trost sein dürfte. Der nun mittlerweile fünfte Meistertitel in Folge sorgte bei den Spielern nicht gerade für überschäumende Freude auf dem Platz.

Nach dem Schlußpfiff erschien es so, als würden einige Spieler diese Meisterschaft eher Beiläufig zur Kenntnis nehmen, Ausgelassenheit sieht jedenfalls anders aus. Aber so ist das Wohl, wenn man quasi zu Titeln verdammt ist und von drei Möglichkeiten “nur” eine nutzt. Trotzdem einen Glückwunsch hinter den Weißwurstäquator, verdient war es in jedem Fall.

Und noch mehr Fußball. Der 1.FC Köln hat bei Borussia Dortmund immerhin einen Punkt erkämpft und hat rein rechnerisch gesehen immer noch Chancen, einen internationalen Wettbewerb zu erreichen. Angesichts dessen, das sieben!! Vereine noch Chancen auf die europäischen Fleischtöpfe haben und nur 5 Punkte bei noch 3 ausstehenden Spielen auseinanderliegen, sind die Chancen des Lieblingsclubs allerdings eher gering.

Mit einer doch sehr durchwachsenen und mit teilweise unerklärlichen Schwächen gespielte Rückrunde, die Verletztenmisere lasse ich jetzt bewusst mal außen vor, hat man sich zwar mit dem momentanen Platz 8 noch alle Chancen erhalten, doch die letzten 3 Gegner sind nicht von Pappe. Werder Bremen ist nicht nur Mitkonkurrent, sondern auch seit Wochen voll im Aufwind. Und Leverkusen und Mainz benötigen jeden Punkt, um nicht noch in die Relegation zu müssen. Da sind Kampfspiele angesagt…

Zu guter letzt noch in die Formel 1. Es ist sehr schön, das es in der Eliteklasse des Motorsports mal wieder etwas spannender zugeht. Zu erdrückend war in den vergangenen Jahren die Übermacht von Mercedes, die Rennen dementsprechend eintöniger. Nun scheint es zumindest Ferrari geschafft zu haben, den Silberpfeilen wenigstens etwas Paroli bieten zu können. Die ersten beiden Startplätze beim heutigen Rennen im russischen Sotschi für die Roten, das hat es lange nicht mehr gegeben.

Natürlich werde ich heute nachmittag dem Vettel-Seb die Daumen drücken, das er aus der Pole Position auch im Rennen etwas zählbares machen kann. Doch auch seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen gönne ich es, Punkte für Ferrari einzufahren. Doch am allermeisten wünsche ich mir ein spannendes Rennen. Warten wir es ab…

Das war es vom Sport, jetzt gibts erstmal Frühstück…

Nur kein Neid auf den FC Bayern München

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Sicherlich kann man über die Einkaufspolitik des FC Bayern München geteilter Meinung sein.

Die Fans der Bayern sind natürlich happy, wenn die vermeintlich besten verfügbaren Spieler den Kader verstärken. Die Fans der anderen – zumindest deutschen – Mannschaften sehen das zumeist etwas anders denn sie argumentieren, dass die Münchner mit Vorliebe ihren Konkurrenten die besten Spieler wegkaufen um sie so zu schwächen. Beispiele dafür gibt es fast schon dutzendfach, denn schon vor Jahrzehnten wurden auf diese Art und Weise Spieler verpflichtet, um dann auf der Reservebank der Bayern zu versauern.

Spieler wie Kalle Del’Haye Mitte der 80er Jahre, aber auch Lukas Podolski und Mario Götze sind dafür beispielhaft. Sicherlich werden beim dem ein oder anderen Transfer auch diese Gedanken mit im Spiel gewesen sein, doch sind wir doch mal ehrlich: Der FC Bayern ist für einen Spieler die beste und vielleicht auch einzige Möglichkeit, einmal einen oder sogar mehrere Titel zu gewinnen. Das ist ein knallharter “Überlebenskampf” im Kader, wahrscheinlich viel intensiver als bei anderen deutschen Bundesligateams.

Die Bayern haben sich natürlich auch über die Jahrzehnte eine wirtschaftliche Ausnahmestellung erarbeitet und dank eines cleveren Managers namens Uli Hoeneß wurde diese Ausnahmestellung immer weiter ausgebaut. Heute ist eben diese Mannschaft so überlegen, dass es quasi in der Bundesliga nur einen vermeintlichen Gegner gibt der den Bayern eventuell einmal halbwegs Gegenwehr bieten kann. Doch dieser nationale Titel den die Mannschaft sich natürlich redlich verdient hat, ist für den FC Bayern nur mittel zum Zweck für höhere Aufgaben, sprich die Champions League.

Und dieses Ziel verfolgt man weiterhin mit allen Mitteln. So verpflichtete man gestern den 18-jährigen Portugiesen Sanches von Benfica Lissabon für 35 Millionen Euro und auch der Wechsel von Mats Hummels vom Liga-Konkurrenten Borussia Dortmund wurde nun endgültig bestätigt. Laut Sport Bild wird der Nationalspieler für 38 Millionen Euro zum Rekordmeister wechseln. 73 Millionen Euro für 2 Transfers, da staunt zumindest der deutsche Fan, schlackert mit den Ohren und denkt sich: So etwas müsste mein Verein auch mal hin bekommen. Leider ein Wunschtraum, jedenfalls für die meisten.

Da freut man sich höchstens mit einem lachenden und weinenden Auge darüber, dass einem die Bayern einen Spieler abkaufen damit es etwas in der Kasse klingelt. Denn eine wirtschaftliche Chance gegen diesen Über-Verein hat eventuell mit Ausnahme von Borussia Dortmund niemand mehr. Selbst die “Werksclubs” aus Leverkusen und Wolfsburg können da nicht mehr mithalten, ob der durch die einzelnen unterklassigen Ligen geprügelte seelenlose Brause-Club des Aufsteigers RB Leipzig auch bei solchen Summen noch mithält wird erst die Zukunft zeigen.

Sicherlich wird die Liga an sich nicht interessanter, wenn nur eine oder zwei Mannschaften überragen, der Rest ansonsten nur froh ist wenn er den Spitzenteams mal ein Bein stellen kann oder wenigstens nicht zweistellig verliert. Man kann es keinem Spieler verdenken, wenn er sich bei den Bayern beweisen möchte und sich auch wirtschaftlich in eine andere Liga begibt. Konkurrenz in wirtschaftlicher Hinsicht haben die Bayern weltweit gesehen nur auf der englischen Insel, deren Vereine dank eines immensen TV-Vertrags geradezu im Geld schwimmen und die selbst für “durchschnittliche” Spieler noch wahnsinnige Summen auf den Tisch des Hauses legen.

Sorgen um eine Abwerbung von Spielern müssen sich nur die anderen deutschen Vereine machen, deren überdurchschnittliche Spieler nur dank ihrer in den Verträgen verankerter Ausstiegsklauseln überhaupt noch gehalten werden können. Da darf man sich dann nur noch freuen, dass wenigstens die festgeschriebene Ablösesumme ein wenig die Kasse klingeln lässt. Doch die bezahlen die Bayern aus der berühmten Portokasse und die Engländer fragen sich höchstens, ob das ein Druckfehler ist.

Da wächst natürlich der Neid beim Nicht-Bayern-Fan, doch diesen Neid hat sich der FC Bayern redlich erarbeitet. Der wechselnde Spieler muss sich eigentlich nur noch fragen, ob er eine Mannschaft verlassen möchte wo er ein Star war und ob er zukünftig damit klar kommt, nur einer unter vielen Stars zu sein. Finanziell gesehen keine Frage, für einige aber wichtig fürs Ego. Und die anderen Liga-Vereine müssen sich fragen, ob man überhaupt noch eine Möglichkeit bekommt, den Bayern jemals zumindest annähernd Paroli zu bieten.

Vielleicht sollte man auch den Vorschlag mal wieder diskutieren, den Uli Hoeneß schon vor Jahren machte. Nämlich nur die europäischen Top-Clubs der jeweiligen Länder in einer eigenen Liga spielen zu lassen. Wenigstens die Bundesliga würde dann wieder interessanter, wenn der Deutsche Meister nicht schon vor dem ersten Spieltag feststände…

Und nein, ich habe nicht den Verein gewechselt. Ich bin und bleibe Fan des #effzeh, daran wird sich auch nichts ändern!