Noch 3 Wochen…

fussballBald geht es wieder los…

Die Sommerpause einer Saison ist einem richtigen Fußballfan eigentlich nicht zuzumuten. Man(n) vergeudet samstags ab halb vier soviel Zeit für absolut sinnlose Dinge, nur um die Langeweile zu überbrücken. Ich habe mich zum Beispiel dabei ertappt, dass ich mir Springreiten im Fernsehen angeschaut habe. Dabei ist doch jedem bekannt, dass dies eigentlich keine Sportart ist.

Wie gut dass Eiskunstlaufen nur im Winter übertragen wird. Ich glaube, selbst das würde ich mir während der Sommerpause aus Verzweiflung noch ansehen. Zu allem Überfluss wurde gestern noch das Hüpfen vom Einmeterbrett im Fernsehen gezeigt. Na toll, da springen doch selbst Kinder schon runter. Und das bisschen Drehen bekäme jeder halbwegs gelenkige wohl auch noch hin. Also auch kein richtiger Sport.

Gewichtheben… Auch so etwas was man eigentlich als Fernsehübertragung verbieten müsste. Erst recht Gewichtheben der Frauen. Wer sich so etwas freiwillig anschaut, darf mit Fug und Recht als Fetischist bezeichnet werden. Nur mit Sport hat das relativ wenig zu tun. Wenn Frauen unbedingt Gewichte heben möchte, dann sollen sie einkaufen und ihre Tüten selbst schleppen. Das ist wenigstens produktiv…

Fußball ist da doch schon von einem etwas anderen Kaliber. Wenn die Herren Berufsfußballspieler sich so herzhaft in die Gräten fliegen, dass der Aufprall das Surround-Sound-System aufjauchzen lässt, lässt das doch einem richtigen Fan das Herz aufgehen. Das ist noch richtiger Sport, bei dem man selbst fast beim zusehen schon mal blaue Flecken bekommt. Denn der richtige Fan leidet natürlich mit seiner Mannschaft und erträgt auch mal Hohn und Spott der Kollegen und Freunde, wenn es bei seiner Mannschaft mal nicht so läuft. Nach Ergebnissen vom Springreiten, Gewichtheben oder vom ins-Wasser-hüpfen fragt komischerweise niemand.

Aber das ist ja, wie schon erwähnt, auch kein Sport. Sport ist Fußball und wir müssen noch knapp drei Wochen warten, bis es endlich wieder los geht. Dann startet die erste Runde des DFB-Pokals und eine Woche später geht es auch in der 1. Fußball-Bundesliga wieder zur Sache.

Am kommenden Freitag tritt man auch in der 2. Bundesliga wieder gegen Ball und Gegner und obwohl ich dort keinen bevorzugten Lieblingsverein habe, werde ich mir das Gekicke wahrscheinlich trotzdem ansehen. Damit der bisherige sommerliche Entzug sich nicht auf die Gesundheit auswirkt und man sich langsam wieder an richtigen Sport gewöhnen kann.

Das Ende von Sepp Blatter

fussballNun also doch…

Vier Tage nach seiner Wiederwahl zum FIFA-Präsidenten ist der selbsternannte Fußball-Gott Sepp Blatter nun doch zurück getreten. Noch nicht so ganz, denn bis zu einem erneut einberufenen Kongress, wo dann sein Nachfolger bestimmt werden soll, wird er die Geschäfte weiterhin führen. Trotzdem überraschend, zumindest für mich.

Entweder hat er in den Tagen seit der Wahl angefangen zu denken oder ihm schwant etwas, dass die amerikanischen Ermittlungsbehörden ihm jetzt erst recht auf den Pelz rücken werden. Sein Rücktritt bietet einem Nachfolger zumindest die Chance, in dem als hochgradig korrupt geltenden Gremium einmal grundlegend auszumisten. Doch wer blickt da durch und vor allem – wer soll der neue Präsident werden?

Ich kann mir kaum vorstellen dass zum Beispiel die europäischen Vertreter der UEFA nochmals den jordanischen Prinzen Ali die Gefolgschaft versprechen. UEFA-Präsident Platini war zwar ein toller Fußballer, aber als Kandidat nur ein Maulheld ohne Durchsetzungsvermögen. Wie auch sein zögerliches Verhalten vor der Wiederwahl Blatters gezeigt hat. Doch wer hat den Mut diesen riesigen Verband, dessen Einigkeit man sich in der Vergangenheit nur erkaufen konnte, zu führen?

Die FIFA wird nur überleben können, wenn die Gremien rigoros abgespeckt und vor allem diese geldgeilen, überwiegend älteren, Männer ausgetauscht werden. Durch Mitglieder denen der Sport am Herzen liegt und nicht die persönliche Bereicherung. Das ist sicher nicht einfach, allerdings auch nicht unmöglich. Innerhalb der FIFA muss ein Umdenken stattfinden.

Zugesprochene finanzielle Unterstützungen für Verbände müssen auch dort ankommen und nicht auf den Konten bestechlicher geldgeiler Säcke landen. Dazu müssen Kontrollgremien geschaffen werden, die dies überwachen. Die Klauseln der Verträge mit den Veranstaltern von Turnieren wie etwa der Fußball-WM müssen dringendst überarbeitet werden.

Es kann ja wohl nicht sein, dass ein Fußball-Verband dem Veranstalter vorschreibt, Arbeitssicherheitsgesetze einfach auszusetzen und Staaten dies einfach so hinnehmen. Die FIFA ist nicht Gott, die FIFA ist lediglich ein Dachverband, der unter anderem die Regeln bestimmen und überwachen soll. Die FIFA braucht eine Erneuerung und keinen Götzenkult, wie er um Sepp Blatter betrieben wurde.

Ob der Weltfußballverband es schafft sich zu erneuern und vor allem wer es sich zutraut diesen riesigen Verband zu führen und das Vertrauen aller zu gewinnen wird die nächste Zeit zeigen. Hoffen wir das beste…