Auf nach Bayern

Nachdem wir bis einschließlich Dienstag Schützenfest gefeiert haben, gehts also heute wieder auf die Pirsch. Berufliche Termine lassen sich manchmal eben nur schlecht verschieben und genau genommen habe ich die ersten 250 Kilometer schon hinter mir.

Mein heutiges Tagesziel ist Neuburg an der Donau, mit Zwischenstation in Heidelberg. Aber jetzt habe ich mir erst einmal ein Käffchen verdient, denn der Wecker klingelte schon um 4 Uhr. Und da habe ich schon gemerkt, das mir nach den letzten Tagen eindeutig noch Schlaf fehlt.

An ausschlafen dürfte zumindest in den nächsten Tagen auch nicht zu denken sein, denn selbst am Samstag und Sonntag stehen Termine an. Aber das ist ja nichts neues, manchmal isses eben etwas stressiger und was mich nicht tötet, härtet mich ab. So, jetzt muss ich mir erst einmal ein Hotel besorgen und dann gehts weiter…

Mein Traumjob

reisszwecken

Genau genommen habe ich schon seit langem meinen Traumjob. Ich bin unabhängig, mir hängt (meistens) kein Chef im Nacken, ich muss keine Vorgaben erfüllen und 99% meiner Termine plane ich selbst. Klar habe ich keinen Job, bei dem man um 8 Uhr erscheint und um 16 Uhr nach Hause geht. Solche Tage gibt es zwar auch, allerdings eher selten. Aber meistens wird es etwas länger, manchmal auch viel länger.

Dafür habe ich bei der Terminplanung alle Freiheiten und bezahlt wird auch noch überdurchschnittlich. Es herrscht ein prima Betriebsklima, wir unternehmen auch privat einiges miteinander. An manchen Tagen gibts nur eine schnell eingeschobene Kaffeepause, an anderen Tagen wird die Pause auch mal 2 Stunden. Je nach dem was gerade auf dem Terminplan steht. Im Jahr rassele ich naturgemäß einiges an Kilometern mit dem Auto ab, wobei ich gerne Auto fahre. Nicht ganz ungünstig bei meinem Job.

Die Kundschaft erstreckt sich schließlich über 7 Bundesländer, der größte Teil davon im Süden. Natürlich übernachtet man bei den vielen Reisen im Hotel und von denen habe ich im Laufe der Jahre viele kennengelernt. Wobei ich in vielen Orten und Stammunterkünfte habe, zumindest wenn ein Doppelzimmer frei ist. 30-35 Wochen Hotel im Jahr sind nicht selten, auch nicht jedermanns Sache. Mir macht es nichts aus und ich freue mich immer, wenn ich mal wieder neue Leute kennenlerne oder mittlerweile alte Bekannte treffe. Ein reiner Bürojob wäre auch nichts für mich…

Doch eigentlich wollte ich ja über meinen Traumjob berichten. Naja, außer meinem Job gab es da mal etwas. Vor langen Jahren wollte ich mal Hubschrauberpilot werden. Und dann auswandern und mich in der Transportbranche selbstständig machen. Einen ersten Übungsflug habe ich damals fast heimlich gemacht, er kostete vor 35 Jahren 350 DM. Die komplette Ausbildung hätte damals über 10.000 DM gekostet, viel Geld als Frischling im Beruf. Weshalb das Vorhaben auch erstmal zurückgestellt wurde.

Und dann kam die Gründung einer eigenen Familie und die Kohle wurde wieder für wichtigeres benötigt. Aus der Traum vom auswandern und von einem Job als Hubschrauberpilot. Was ich allerdings später nie mehr bereut habe, allerdings bin ich auch nicht der Typ, der ausgelassenen Chancen hinterher trauert. Morgen gibt es dann den Bericht zum stolzesten Moment meines Lebens.

Nächste Woche geht es wieder los

nurmalso

Denn die beruflichen Reisen werden nicht weniger. Nachdem ich noch vor kurzem Baden-Württemberg durchkreuzt habe, steht jetzt mal wieder Bayern auf dem Reiseplan. Und das heißt für die nächsten ungefähr 3 Wochen wieder massig Kilometer fressen und in fremden Betten nächtigen. Hotelbetten natürlich, nicht was ihr denkt…

Da unten im Süden steppt der Bär und auch unsere Jungs von der schwer malochenden Truppe sind in den nächsten Wochen fast ausnahmslos in Bayern stationiert. Wobei die Kerlchen sich den Stress antun, am Freitag nach Hause zu düsen und dann am Wochenende wieder 550-600 Kilometer zur Arbeitsstelle zu fahren.

Das habe ich mir allerdings abgewöhnt, denn diverse Beispiele halten mich von diesen Ochsentouren ab. So bin ich einmal von Passau bis nach Köln 14 Stunden gefahren, ein anderes Mal durfte ich auf der A8 bei Augsburg wegen Blitzeis übernachten. Seither erkunde ich am Wochenende ein wenig die bayrische Landschaft und schöne Flecken gibt es ja hier immerhin reichlich.

Am Montag werde ich allerdings noch einen freien Tag einschieben, denn angesichts des Feiertags am Dienstag lohnt die Abfahrt erst ab Mittwoch. So kann ich dann wenigstens noch in Ruhe mein Köfferchen packen und ein langes Wochenende genießen.