So ein Foto bei Facebook kann teuer werden

fotoJeden Tag werden unzählige Fotos ins Netz gestellt.

Doch Betreiber von Websites und Nutzer von sozialen Netzwerken wie zum Beispiel Facebook, Google+, Instagram oder Twitter kommen sehr oft mit dem Gesetz in Konflikt. Nämlich dann, wenn bei abgebildeten Personen keine Einwilligung für eine Veröffentlichung eingeholt wurde. Dann droht unter Umständen eine Abmahnung und die kann richtig teuer werden. Denn das Recht am eigenen Bild gehört zum Persönlichkeitsrecht eines Menschen.

Hier bei uns in Deutschland gilt dieses Recht am eigenen Bild. Das heißt dass Fotos die für den rein privaten Gebrauch, etwa für ein Fotoalbum, kein Problem darstellen. Anders sieht dies allerdings aus, wenn man Personen ungefragt fotografiert und diese Fotos dann auch noch ohne die Einwilligung dieser Personen ins Netz stellt. Dann kann man nach dem KunstUrhG (Kunsturhebergesetz) auf Unterlassung abgemahnt werden. Dieses über 100 Jahre alte Gesetz wurde erschaffen, nachdem Fotografen versucht hatten Bilder des toten Reichskanzlers Otto von Bismarck zu veröffentlichen, nachdem sie sich vorher widerrechtlich Zutritt zu dessen Sterbezimmer verschafft hatten.

Da können dann 150 Euro Abmahngebühr plus eventuelle Schadenersatzforderung auf den Fotografen zukommen. Veröffentlicht man eine Nacktaufnahme einer Person ohne deren ausdrückliche Genehmigung, kann zu den Anwaltskosten auch noch eine Entschädigungssumme von 1000 – 5000 Euro drohen. Eine Genehmigung zum Fotografieren von Personen bedeutet im übrigen nicht, dass man die Fotos auch veröffentlichen darf. Dazu ist eine gesonderte Erlaubnis erforderlich und diese am besten schriftlich.

Möchte man Kinderfotos im Netz veröffentlichen, ist eine Genehmigung beider Elternteile erforderlich. Ab dem 14. Lebensjahr der abgebildeten Kindes benötigt man außerdem die Einwilligung der Minderjährigen. Auch sehr beliebt ist die Veröffentlichung alter Klassenfotos. Aber Vorsicht, auch hier ist die Genehmigung aller abgebildeten Personen, sprich aller Lehrer und Schüler, erforderlich. Dieser rechtliche Schutz der fotografierten Personen besteht für die Dauer von 50 Jahren nach der Erstellung des Fotos.

Gerade bei Facebook gibt es allerdings noch eine Grauzone, denn die weitaus meisten Nutzer veröffentlichen Fotos von sich. Wenn nur die entsprechenden Freunde und da auch nicht mehr wie 100 diese Fotos ansehen können, ist der oder die abgebildete Person besser um Erlaubnis zu fragen. Denn bisher geht man davon aus, dass in diesem Fall der/die Nutzer/in seine/ihre Fotos nicht öffentlich zugängig machen möchte.

Kommen wir zum letzten zu beachtenden Fall. Wenn fremde Personen „zufällig“ auf einem Foto erscheinen, etwa beim ablichten einer Sehenswürdigkeit oder bei einer Landschaftsaufnahme, darf man als Fotograf auch ohne deren Einverständnis diese Fotos veröffentlichen. Das gilt auch für den Fall, wenn Personen etwa bei Konzerten oder bei Schützenfesten fotografiert werden. Setzt man allerdings eine Person auf diesem Foto besonders in den Fokus, kann darin unter Umständen wieder eine Abmahnung drohen.

Man kommt quasi als Fotograf fast immer mit dem Gesetz in Konflikt. Zumindest wenn man nicht fragt… Ich werde jetzt mal meine Timeline durchgehen und sehen, wen ich so alles abmahnen kann…

Vom Discounter zu Instagram

smartphoneSmartphone-Manie mal anders…

Gestern in einem Supermarkt in der Nähe von Stuttgart. Eigentlich bin ich nur in dem Laden gelandet, weil der Getränkevorrat im Auto zur Neige ging. Also schnell zwei Flaschen Sprudelwasser aus dem Kühlregal geschnappt, als mir diese beiden jugendlichen Weibchen auffielen. Sie hantierten munter mit ihren Smartphones, eine offensichtlich ansteckende Krankheit die ich schon oft beobachtet habe.

Denn scheinbar sind die Telefonknochen bei vielen festgewachsen oder eine Minute ohne Smartphone verursacht schon eine tiefe Depression. Auf jeden Fall hatten die beiden Dämlichkeiten scheinbar einen Haufen Spaß in der Hose, Fotos von Lebensmitteln zu schießen und diese dann in ihren Instagram-Account zu laden. Zumindest äußerten sie sich vorher immer relativ lautstark, wenn sie etwas offensichtlich außergewöhnliches oder lustiges entdeckt hatten.

Nun ja, ich entdecke ja unterwegs auch schon mal etwas kurioses oder auch lustiges, allerdings halte ich nicht generell Ausschau danach. Und ich bin mir jetzt auch nicht hundertprozentig sicher, ob so vieles auf Lebensmittelverpackungen nun wirklich so außergewöhnlich oder lustig ist, wie die beiden gestern fotografiert haben. Vielleicht haben sie vorher nur etwas falsches gegessen, getrunken oder auch etwas verbotenes eingeworfen…

Oder habe ich da etwa einen neuen Trend entdeckt? Weiß da jemand mehr? Vorsichtshalber kann ich mich ja am Samstag mal beim örtlichen Discounter einmieten und in aller Ruhe die Verpackungen kontrollieren. Vielleicht ist ja wirklich etwas lustiges zu finden…