Männlein und Weiblein im Karneval

Uiuiuiuiuiuiui…

In ein paar Tagen geht es dann hier wieder richtig los, denn Kollege Karneval setzt an zum Endspurt. Ich persönlich habe es in diesem Jahr etwas ruhiger angehen lassen und nur 2 Sitzungen und einen Herren-Frühschoppen besucht. Doch ab Donnerstag wird natürlich richtig gefeiert, ein paar Tage Urlaub sind schon verbucht. Doch gerade in diesen letzten Tagen heißt es aufpassen.

Männlein und Weiblein unterscheiden sich gerade in diesen Dingen doch grundlegend. Während Männlein die Karnevalstage eher genießen und auch nicht mehr trinken, als unbedingt und mit aller Gewalt hinein passt, gehen Weiblein sehr häufig mit einer anderen Vorgehensweise ans Werk. Männlein sind meistens Biertrinker und Bier ist ein Grundnahrungsmittel, dass zudem noch zu 80% aus Wasser besteht. Und davon kann Mann eine ganze Menge trinken…

Weiblein haben eher ein Faible für Buntes. Hier ein Schnäpschen und da ein Likörchen und das alles, bis Frau die Farbpalette durch hat. Da kann es am nächsten Morgen allerdings schon einmal vorkommen, dass weltbewegende Fragen im Raum stehen. Warum dreht sich denn heute morgen alles? Warum macht Schnürsenkel binden Aua Kopf? Können Haare auch weh tun? Warum kann ich mit meiner Gehirnzelle keinen klaren Gedanken fassen?

Nun, es gibt Dinge, die kann auch Mann nicht verändern. Verstand zum Beispiel muss man sich erarbeiten, den kann man nicht beim Metzger kaufen. Und Mann schaltet auch an Karneval den Verstand nicht auf Stand by… Und die anderen Menschen müssen dann eben leiden, denn Schlaf ist an Karneval oft Mangelware und schnell geht es wieder weiter im Programm.

Naja, wünschenswert wäre es, wenn manchem Weibchen nach dem aufstehen zumindest wieder der eigene Name einfällt. Alles andere kommt dann mit der Zeit…

Wo ich in 5 Jahren sein möchte

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Das ist ein Thema, über das ich mir überhaupt keine Gedanken mache.

Denn ich bin mir ziemlich sicher, das ich auch in 5 Jahren immer noch hier in Köln sein werde und auch sein möchte. Am liebsten natürlich noch quicklebendig, denn in 5 Jahren ist der wohlverdiente Ruhestand nicht mehr weit und den möchte ich auch noch so lange wie möglich genießen.

Ich komme ja in Deutschland ziemlich herum und auch im Ausland habe ich schon viele schöne Orte besucht. Doch ich freue mich immer noch wenn ich wieder daheim bin, im gewohnten Umfeld, wo Familie und Freunde bis auf wenige Ausnahmen quasi um die Ecke wohnen, warum sollte ich da woanders sein wollen?

Wenn ich das Rentnerdasein erleben sollte und gesund bleibe, dann werde ich mit Sicherheit noch ein paar Orte in der Welt bereisen, die ich immer schon mal gesehen haben wollte. Doch meine Heimat ist Köln, jetzt, in 5 Jahren und nach Möglichkeit auch noch viel länger. Morgen gibt es das nächste Thema: Gedanken über Bildung und Ausbildung.

Mein stolzester Moment

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Natürlich gibt es einige Momente im Leben, die mich Stolz gemacht haben. Doch erzählen möchte ich euch über das erste Mal, als ich so richtig stolz war.

Es war 1968, ich war knapp 8 Jahre alt, es war Sommer, wir hatten Ferien und ich war mit einem Freund im Freibad ganz in der Nähe. Dort hatten wir beide an diesem Tag das Fahrtenschwimmer-Abzeichen gemacht und am späten Nachmittag machten wir uns auf den Weg zur Bushaltestelle, um wieder nach Hause zu fahren. Mein Freund E. hatte noch Geld übrig und fragte, ob ich auch ein Eis haben wollte.

Klar wollte ich und so stellte er sich an einem Kiosk der auf dem Weg lag an. Ich ging langsam weiter und betrachte ziemlich gedankenverloren mein neues Fahrtenschwimmer-Abzeichen, als mein Blick auf den Gehweg fiel. Und als ich mich nach dem Papier bückte das da lag stellte ich als ich es in der Hand hielt aufgeregt fest, das das „Papier“ in Wirklichkeit ein 50-DM-Schein war.

Kurz danach trudelte meine Freund E. mitsamt 2 Eis wieder ein und ich zeigte ihm meinen Fund. Keine Menschenseele in der näheren Umgebung, wem sollte der Geldschein gehören? Wer hatte ihn offensichtlich verloren? E. schmiedete schon einen Plan, wie wir das Geld anlegen könnten. Damals hätte man für 50 DM eine Menge Pommes, Eis oder Süßigkeiten bekommen, keine Frage. Doch irgendjemand würde das Geld auch sicher vermissen…

Wie es der Zufall wollte, näherte sich plötzlich eine Polizeistreife in einem VW-Käfer (Tatsache, der war früher als Streifenwagen sehr geläufig). Ich winkte aufgeregt und die Polizeibeamten hielten neben uns an. Ich berichtete ihnen von meinem Fund, worauf sie meinen Freund E. und mich auf die Rückbank verfrachteten und mit aufs Polizeirevier nahmen.

Auf der Wache bekamen wir erstmal etwas zu trinken und ein Beamter nahm meinen Namen, Wohnort, den Fundort usw. auf. Nachdem wir ausgetrunken hatten, wurden wir dann noch mit dem Streifenwagen nach Hause gefahren, wo meine Mutter dann erst einmal vor Schreck zu Stein erstarrte. Doch ein Beamter berichtete ihr alles und sie beruhigte sich schnell wieder.

2 Tage später wurde meine Mutter ans Telefon gerufen. Ein eigenes Telefon hatten wir noch nicht und so musste sie in die unter uns liegende Wohnung des Hauseigentümers gehen, während ich in unserer Wohnung warten sollte. Ein paar Minuten später tauchte sie wieder auf, strahlte über das ganze Gesicht, sagte aber kein Wort. Dann bekam ich plötzlich frische Klamotten aus dem Schrank und ich sollte mich kämmen.

Ich fragte nicht nach, obwohl mir die Aktion reichlich ungewöhnlich vorkam. Vielleicht gingen wir irgendwo hin, schließlich waren ja noch Ferien. Doch nichts da, ich sollte mich nur an den Küchentisch setzen. Ein wenig später klingelte es bei uns. Meine Mutter öffnete die Tür und kam mit einem fremden Mann zurück, der mich mit der Frage „Ist das unser Held? begrüßte. Ich muss wohl ziemlich bedröppelt aus der Wäsche geguckt haben vermute ich, denn die Situation kam mir reichlich komisch vor.

Doch kurze Zeit später klärte sich alles auf. Der Mann war ein Redakteur vom Kölner Stadtanzeiger, damals die größte Kölner Tageszeitung. Und der Stadtanzeiger hatte eine Rubrik die sich „Goldener Oskar“ nannte. Dort wurden Menschen innerhalb eines kleinen Beitrags erwähnt, die etwas besonderes getan hatten. Und dieser Redakteur war wohl von einem der Polizeibeamten informiert worden.

Also wurde ein Foto von mir gemacht und ich bekam von ihm ein kleines vergoldetes Abzeichen, den Oskar. Und ich kann euch gar nicht sagen wie stolz ich war, als mir meine Eltern ein paar Tage später den Bericht mit Foto von mir in der Zeitung zeigten. Ich war nicht nur stolz, jetzt war ich mit Sicherheit auch weltberühmt. Naja, stadtbekannt…

Und ein halbes Jahr später war dann doch noch Zahltag. Denn da sich niemand gemeldet hatte der die 50 DM verloren hatte, wurden meine Eltern per Post benachrichtigt, das die 50 DM jetzt mir gehören würden. Mein Vater hat das Geld dann abgeholt und gewinnbringend auf einem Sparbuch angelegt. Und E. und ich bekamen ein Eis, damals kostete die Kugel noch 20 Pfennig…

Morgen erfahrt ihr dann, wovor ich Angst habe…