Wo ich in 5 Jahren sein möchte

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Das ist ein Thema, über das ich mir überhaupt keine Gedanken mache.

Denn ich bin mir ziemlich sicher, das ich auch in 5 Jahren immer noch hier in Köln sein werde und auch sein möchte. Am liebsten natürlich noch quicklebendig, denn in 5 Jahren ist der wohlverdiente Ruhestand nicht mehr weit und den möchte ich auch noch so lange wie möglich genießen.

Ich komme ja in Deutschland ziemlich herum und auch im Ausland habe ich schon viele schöne Orte besucht. Doch ich freue mich immer noch wenn ich wieder daheim bin, im gewohnten Umfeld, wo Familie und Freunde bis auf wenige Ausnahmen quasi um die Ecke wohnen, warum sollte ich da woanders sein wollen?

Wenn ich das Rentnerdasein erleben sollte und gesund bleibe, dann werde ich mit Sicherheit noch ein paar Orte in der Welt bereisen, die ich immer schon mal gesehen haben wollte. Doch meine Heimat ist Köln, jetzt, in 5 Jahren und nach Möglichkeit auch noch viel länger. Morgen gibt es das nächste Thema: Gedanken über Bildung und Ausbildung.

Mein stolzester Moment

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Natürlich gibt es einige Momente im Leben, die mich Stolz gemacht haben. Doch erzählen möchte ich euch über das erste Mal, als ich so richtig stolz war.

Es war 1968, ich war knapp 8 Jahre alt, es war Sommer, wir hatten Ferien und ich war mit einem Freund im Freibad ganz in der Nähe. Dort hatten wir beide an diesem Tag das Fahrtenschwimmer-Abzeichen gemacht und am späten Nachmittag machten wir uns auf den Weg zur Bushaltestelle, um wieder nach Hause zu fahren. Mein Freund E. hatte noch Geld übrig und fragte, ob ich auch ein Eis haben wollte.

Klar wollte ich und so stellte er sich an einem Kiosk der auf dem Weg lag an. Ich ging langsam weiter und betrachte ziemlich gedankenverloren mein neues Fahrtenschwimmer-Abzeichen, als mein Blick auf den Gehweg fiel. Und als ich mich nach dem Papier bückte das da lag stellte ich als ich es in der Hand hielt aufgeregt fest, das das „Papier“ in Wirklichkeit ein 50-DM-Schein war.

Kurz danach trudelte meine Freund E. mitsamt 2 Eis wieder ein und ich zeigte ihm meinen Fund. Keine Menschenseele in der näheren Umgebung, wem sollte der Geldschein gehören? Wer hatte ihn offensichtlich verloren? E. schmiedete schon einen Plan, wie wir das Geld anlegen könnten. Damals hätte man für 50 DM eine Menge Pommes, Eis oder Süßigkeiten bekommen, keine Frage. Doch irgendjemand würde das Geld auch sicher vermissen…

Wie es der Zufall wollte, näherte sich plötzlich eine Polizeistreife in einem VW-Käfer (Tatsache, der war früher als Streifenwagen sehr geläufig). Ich winkte aufgeregt und die Polizeibeamten hielten neben uns an. Ich berichtete ihnen von meinem Fund, worauf sie meinen Freund E. und mich auf die Rückbank verfrachteten und mit aufs Polizeirevier nahmen.

Auf der Wache bekamen wir erstmal etwas zu trinken und ein Beamter nahm meinen Namen, Wohnort, den Fundort usw. auf. Nachdem wir ausgetrunken hatten, wurden wir dann noch mit dem Streifenwagen nach Hause gefahren, wo meine Mutter dann erst einmal vor Schreck zu Stein erstarrte. Doch ein Beamter berichtete ihr alles und sie beruhigte sich schnell wieder.

2 Tage später wurde meine Mutter ans Telefon gerufen. Ein eigenes Telefon hatten wir noch nicht und so musste sie in die unter uns liegende Wohnung des Hauseigentümers gehen, während ich in unserer Wohnung warten sollte. Ein paar Minuten später tauchte sie wieder auf, strahlte über das ganze Gesicht, sagte aber kein Wort. Dann bekam ich plötzlich frische Klamotten aus dem Schrank und ich sollte mich kämmen.

Ich fragte nicht nach, obwohl mir die Aktion reichlich ungewöhnlich vorkam. Vielleicht gingen wir irgendwo hin, schließlich waren ja noch Ferien. Doch nichts da, ich sollte mich nur an den Küchentisch setzen. Ein wenig später klingelte es bei uns. Meine Mutter öffnete die Tür und kam mit einem fremden Mann zurück, der mich mit der Frage „Ist das unser Held? begrüßte. Ich muss wohl ziemlich bedröppelt aus der Wäsche geguckt haben vermute ich, denn die Situation kam mir reichlich komisch vor.

Doch kurze Zeit später klärte sich alles auf. Der Mann war ein Redakteur vom Kölner Stadtanzeiger, damals die größte Kölner Tageszeitung. Und der Stadtanzeiger hatte eine Rubrik die sich „Goldener Oskar“ nannte. Dort wurden Menschen innerhalb eines kleinen Beitrags erwähnt, die etwas besonderes getan hatten. Und dieser Redakteur war wohl von einem der Polizeibeamten informiert worden.

Also wurde ein Foto von mir gemacht und ich bekam von ihm ein kleines vergoldetes Abzeichen, den Oskar. Und ich kann euch gar nicht sagen wie stolz ich war, als mir meine Eltern ein paar Tage später den Bericht mit Foto von mir in der Zeitung zeigten. Ich war nicht nur stolz, jetzt war ich mit Sicherheit auch weltberühmt. Naja, stadtbekannt…

Und ein halbes Jahr später war dann doch noch Zahltag. Denn da sich niemand gemeldet hatte der die 50 DM verloren hatte, wurden meine Eltern per Post benachrichtigt, das die 50 DM jetzt mir gehören würden. Mein Vater hat das Geld dann abgeholt und gewinnbringend auf einem Sparbuch angelegt. Und E. und ich bekamen ein Eis, damals kostete die Kugel noch 20 Pfennig…

Morgen erfahrt ihr dann, wovor ich Angst habe…

Demonstrationen in Köln am 31.7.2016

Wenn das mal gut geht…

Denn am kommenden Sonntag werden bei uns in Köln bis zu 30.000 Türken erwartet, die hier für ihren Staatspräsidenten Erdogan demonstrieren wollen. Die Haupt-Demo findet auf dem Gelände der Deutzer Werft in der Zeit von 10 bis etwa 22 Uhr statt. Die Demonstration ist unter dem Titel „Militärputsch in der Türkei“ von der AKP-nahen Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) angemeldet worden.

Da auch ein paar andere Gegendemonstrationen angemeldet wurden, wird die Kölner Polizei mit einem Großaufgebot von über 2000 Beamten vertreten sein, da leider auch wieder mit Gewalttätigkeiten zu rechnen sein wird. Das ausgerechnet Köln als Ort ausgewählt wurde liegt quasi auf der Hand, denn Köln gilt quasi als Zentrale vieler türkischstämmiger.

Ich persönlich hätte gerne gesehen, wenn diese Demonstration abgesagt worden wäre. Wer für sein Staatsoberhaupt protestieren oder offiziell die Niederschlagung des Militärputschs in der Türkei bejubeln möchte, darf das jederzeit in seinem ursprünglichen Heimatland auch tun. Leider gebietet es allerdings die Demokratie, die Versammlungsfreiheit und auch das recht auf öffentliche Meinungsäußerung – und steht sie noch so konträr zur deutschen Volkesmeinung – so etwas zu verbieten.

Ich stelle mir allerdings gerade vor wie 30.000 Deutsche in Istanbul demonstrieren, weil ihnen die Amtsführung des türkischen Staatspräsidenten schon sehr diktatorisch vorkommt. Ich wage einmal zu behaupten, dass die türkischen Behörden den Antrag zur Demonstration wahrscheinlich ungelesen zerrissen hätten. Naja, bleibt zu hoffen, das es wenigstens friedlich bleiben wird, auch wenn mein Bauchgefühl etwa anderes sagt.

Denn ich habe es schon selbst erlebt, dass selbst langjährige türkische Freunde beim Thema Erdogan ungewohnt emotional reagieren. Da kommt dann der türkische Nationalstolz und auch ein Gefühl von überwiegender Ablehnung durch die deutsche Gesellschaft hoch und ruckzuck wird aus einem Gespräch oder einer Diskussion ein Streit.

Ganz bestimmt haben wir Deutschen ein anderes Bild von ihrem Staatsoberhaupt als die meisten hier lebenden Türken. Was allerdings in meinen Augen auch daran liegt, das sich viele dieser Menschen über die türkischen Staatsmedien über die Geschehnisse in ihrem Heimatland informieren. Und die werden nun einmal von Erdogan „demokratisch“ gesteuert…

Sollten sich am Sonntag auch Erdogan-Gegner nach Köln trauen, dann könnte hier tatsächlich schnell der Teufel los sein. Und ganz ehrlich, darauf das die Freunde und Gegner von ausländischen Staatspräsidenten ihre Dispute in Deutschland austragen habe ich weder Lust noch habe ich dafür Verständnis.

Welche Orte man am Sonntag besser meiden sollte zeigt die Grafik, die mit einem Klick darin auch etwas größer wird.

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Quelle: © Danny Marx