Demonstrationen in Köln am 31.7.2016

Wenn das mal gut geht…

Denn am kommenden Sonntag werden bei uns in Köln bis zu 30.000 Türken erwartet, die hier für ihren Staatspräsidenten Erdogan demonstrieren wollen. Die Haupt-Demo findet auf dem Gelände der Deutzer Werft in der Zeit von 10 bis etwa 22 Uhr statt. Die Demonstration ist unter dem Titel „Militärputsch in der Türkei“ von der AKP-nahen Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) angemeldet worden.

Da auch ein paar andere Gegendemonstrationen angemeldet wurden, wird die Kölner Polizei mit einem Großaufgebot von über 2000 Beamten vertreten sein, da leider auch wieder mit Gewalttätigkeiten zu rechnen sein wird. Das ausgerechnet Köln als Ort ausgewählt wurde liegt quasi auf der Hand, denn Köln gilt quasi als Zentrale vieler türkischstämmiger.

Ich persönlich hätte gerne gesehen, wenn diese Demonstration abgesagt worden wäre. Wer für sein Staatsoberhaupt protestieren oder offiziell die Niederschlagung des Militärputschs in der Türkei bejubeln möchte, darf das jederzeit in seinem ursprünglichen Heimatland auch tun. Leider gebietet es allerdings die Demokratie, die Versammlungsfreiheit und auch das recht auf öffentliche Meinungsäußerung – und steht sie noch so konträr zur deutschen Volkesmeinung – so etwas zu verbieten.

Ich stelle mir allerdings gerade vor wie 30.000 Deutsche in Istanbul demonstrieren, weil ihnen die Amtsführung des türkischen Staatspräsidenten schon sehr diktatorisch vorkommt. Ich wage einmal zu behaupten, dass die türkischen Behörden den Antrag zur Demonstration wahrscheinlich ungelesen zerrissen hätten. Naja, bleibt zu hoffen, das es wenigstens friedlich bleiben wird, auch wenn mein Bauchgefühl etwa anderes sagt.

Denn ich habe es schon selbst erlebt, dass selbst langjährige türkische Freunde beim Thema Erdogan ungewohnt emotional reagieren. Da kommt dann der türkische Nationalstolz und auch ein Gefühl von überwiegender Ablehnung durch die deutsche Gesellschaft hoch und ruckzuck wird aus einem Gespräch oder einer Diskussion ein Streit.

Ganz bestimmt haben wir Deutschen ein anderes Bild von ihrem Staatsoberhaupt als die meisten hier lebenden Türken. Was allerdings in meinen Augen auch daran liegt, das sich viele dieser Menschen über die türkischen Staatsmedien über die Geschehnisse in ihrem Heimatland informieren. Und die werden nun einmal von Erdogan „demokratisch“ gesteuert…

Sollten sich am Sonntag auch Erdogan-Gegner nach Köln trauen, dann könnte hier tatsächlich schnell der Teufel los sein. Und ganz ehrlich, darauf das die Freunde und Gegner von ausländischen Staatspräsidenten ihre Dispute in Deutschland austragen habe ich weder Lust noch habe ich dafür Verständnis.

Welche Orte man am Sonntag besser meiden sollte zeigt die Grafik, die mit einem Klick darin auch etwas größer wird.

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Quelle: © Danny Marx

‚S ischt halt so! Servus Allgäu…

Es ist geschafft. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge gehts jetzt vom Allgäu wieder in Richtung Heimat nach Köln. Lachend weil ich froh bin, nach knapp 3 Wochen mal wieder im eigenen Bett zu schlafen. Weinend weil ich erstens gerne hier unten bin und zweitens ein paar mittlerweile gute Freunde erst Ende des Jahres wiedersehe. Voraussichtlich…

allgäu

Jetzt werde ich also die gut 575 Kilometer mal unter die Reifen nehmen und hoffe, dass ich spätestens gegen 17 Uhr wieder daheim bin. Wenn die vielen Baustellen mich nicht zu sehr aufhalten. Und falls ich in einen Stau geraten sollte, kann ich ja zur Entspannung noch ein wenig ins Allgäuer Wörterbuch schauen. Los gehts, bis später…

Man sieht sich immer zweimal im Leben

daumen

Ich muss zugeben, ein wenig Schadenfreude war schon dabei.

Eigentlich keine Schadenfreude, eher Mitleid oder so etwas. Aber worum geht es hier eigentlich? Na dann von vorn… Die Situation kennen ja sicher viele, du hattest ein zwar zeitweilig stressiges, aber auch ein schönes Wochenende. Du hattest viel Spaß, hast dich schön ausgeruht und insgeheim schon auf die nächste Woche vorbereitet. Denn da ist am Wochenende mal wieder Großkampftag angesagt…

Montags steigst du dann morgens ins Auto und düst zu dem Termin, den dir dein Kalender anzeigt. Am Montagmorgen ist das Kölner Autobahnkreuz eigentlich nicht mehr oder weniger befahren als in der restlichen Woche, Verkehr ist immer und man muss sich eben irgendwie durchwühlen. Dazu nicht nur PKW, auch eine nicht zu unterschätzende Zahl an LKW befahren die A1, A3 und die A4. Und dank der vielen Pendler ist gerade montags eigentlich immer am meisten los.

Die A3 hier in Köln ist leider nur drei- teilweise vierspurig, und so kommt es manchmal vor dass du auch mal auf die linke Fahrspur ausweichen musst, um das Wagnis eines Überholvorgangs einzugehen. Dank ausreichender Pferdestärken eigentlich kein Problem, allerdings muss man manchmal sogar schon fast von Risiko reden Denn was da manchmal von hinten angeflogen kommt, das geht auf keine Kuhhaut. Wobei die Geschwindigkeit auf diesem Teilstück eigentlich auf 100 km/h begrenzt ist.

Da klebt dir eine Mercedes E-Klasse an der Stoßstange und es scheint so, als wolle er dich anschieben. Würde er es tun, dann wärst du auch viel schneller wieder weg von der Überholspur. Aber ein wenig ärgerst du dich schon, dass er dir überhaupt keinen Raum zum Fahren lässt. Und kaum dass du wieder auf die mittlere Spur ziehen kannst, fliegt er auch schon links an dir vorbei. Zumindest 200 Meter, dann steht er auch wieder, Stau…

Doch schon kurze Zeit später musst du dann auch schmerzlich erfahren, was er nicht kann. Aufgrund einer Baustelle haben sich die Fahrspuren zwischenzeitlich verengt. Auf der rechten Spur fahren die LKW und die linke Spur ist auf einmal nur noch 2 Meter breit. Aber was heißt „nur“? Eigentlich sind nur wenige PKW mehr als 2 Meter breit und trotzdem gibt es viele Autofahrer, die sich nicht trauen auf dieser verengten Spur zu fahren. Ist ja auch furchteinflößend, rechts die gefährlichen Brummis und links diese blöde Leitplanke. Für manche ist das scheinbar purer Stress…

Du ziehst also wieder auf die linke Spur und was siehst du da? Genau diesen Hosenscheißer dem es eben hinter dir nicht schnell genug ging und der sich jetzt nicht traut, an dem holländischen LKW vorbei zu ziehen. Gut, holländische LKW sind mit Vorsicht zu genießen aber DAS ist natürlich deine Chance – du gibst ihm erstmal kräftig die Lichthupe und wenig später, wenn er immer noch wie ein Hosenscheißer vor dir fährt, drückst du ein paarmal kräftig aufs Nebelhorn.

Und du freust dich insgeheim, dass nicht jeder der sich ein relativ teures Auto leisten kann und gerne einmal „sportlich“ fährt, auch ein Gefühl für sein Fahrzeug und dessen Dimensionen hat. Und grinst… Und hupst… Dieses Arschloch, man sieht sich immer zweimal im Leben, mindestens…