‚S ischt halt so! Servus Allgäu…

Es ist geschafft. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge gehts jetzt vom Allgäu wieder in Richtung Heimat nach Köln. Lachend weil ich froh bin, nach knapp 3 Wochen mal wieder im eigenen Bett zu schlafen. Weinend weil ich erstens gerne hier unten bin und zweitens ein paar mittlerweile gute Freunde erst Ende des Jahres wiedersehe. Voraussichtlich…

allgäu

Jetzt werde ich also die gut 575 Kilometer mal unter die Reifen nehmen und hoffe, dass ich spätestens gegen 17 Uhr wieder daheim bin. Wenn die vielen Baustellen mich nicht zu sehr aufhalten. Und falls ich in einen Stau geraten sollte, kann ich ja zur Entspannung noch ein wenig ins Allgäuer Wörterbuch schauen. Los gehts, bis später…

Man sieht sich immer zweimal im Leben

daumen

Ich muss zugeben, ein wenig Schadenfreude war schon dabei.

Eigentlich keine Schadenfreude, eher Mitleid oder so etwas. Aber worum geht es hier eigentlich? Na dann von vorn… Die Situation kennen ja sicher viele, du hattest ein zwar zeitweilig stressiges, aber auch ein schönes Wochenende. Du hattest viel Spaß, hast dich schön ausgeruht und insgeheim schon auf die nächste Woche vorbereitet. Denn da ist am Wochenende mal wieder Großkampftag angesagt…

Montags steigst du dann morgens ins Auto und düst zu dem Termin, den dir dein Kalender anzeigt. Am Montagmorgen ist das Kölner Autobahnkreuz eigentlich nicht mehr oder weniger befahren als in der restlichen Woche, Verkehr ist immer und man muss sich eben irgendwie durchwühlen. Dazu nicht nur PKW, auch eine nicht zu unterschätzende Zahl an LKW befahren die A1, A3 und die A4. Und dank der vielen Pendler ist gerade montags eigentlich immer am meisten los.

Die A3 hier in Köln ist leider nur drei- teilweise vierspurig, und so kommt es manchmal vor dass du auch mal auf die linke Fahrspur ausweichen musst, um das Wagnis eines Überholvorgangs einzugehen. Dank ausreichender Pferdestärken eigentlich kein Problem, allerdings muss man manchmal sogar schon fast von Risiko reden Denn was da manchmal von hinten angeflogen kommt, das geht auf keine Kuhhaut. Wobei die Geschwindigkeit auf diesem Teilstück eigentlich auf 100 km/h begrenzt ist.

Da klebt dir eine Mercedes E-Klasse an der Stoßstange und es scheint so, als wolle er dich anschieben. Würde er es tun, dann wärst du auch viel schneller wieder weg von der Überholspur. Aber ein wenig ärgerst du dich schon, dass er dir überhaupt keinen Raum zum Fahren lässt. Und kaum dass du wieder auf die mittlere Spur ziehen kannst, fliegt er auch schon links an dir vorbei. Zumindest 200 Meter, dann steht er auch wieder, Stau…

Doch schon kurze Zeit später musst du dann auch schmerzlich erfahren, was er nicht kann. Aufgrund einer Baustelle haben sich die Fahrspuren zwischenzeitlich verengt. Auf der rechten Spur fahren die LKW und die linke Spur ist auf einmal nur noch 2 Meter breit. Aber was heißt „nur“? Eigentlich sind nur wenige PKW mehr als 2 Meter breit und trotzdem gibt es viele Autofahrer, die sich nicht trauen auf dieser verengten Spur zu fahren. Ist ja auch furchteinflößend, rechts die gefährlichen Brummis und links diese blöde Leitplanke. Für manche ist das scheinbar purer Stress…

Du ziehst also wieder auf die linke Spur und was siehst du da? Genau diesen Hosenscheißer dem es eben hinter dir nicht schnell genug ging und der sich jetzt nicht traut, an dem holländischen LKW vorbei zu ziehen. Gut, holländische LKW sind mit Vorsicht zu genießen aber DAS ist natürlich deine Chance – du gibst ihm erstmal kräftig die Lichthupe und wenig später, wenn er immer noch wie ein Hosenscheißer vor dir fährt, drückst du ein paarmal kräftig aufs Nebelhorn.

Und du freust dich insgeheim, dass nicht jeder der sich ein relativ teures Auto leisten kann und gerne einmal „sportlich“ fährt, auch ein Gefühl für sein Fahrzeug und dessen Dimensionen hat. Und grinst… Und hupst… Dieses Arschloch, man sieht sich immer zweimal im Leben, mindestens…