Nur die Medaillengewinner zählen, der Rest hat versagt

Wie schon vermutet, habe ich das olympische Geschehen in Südkorea bisher überwiegend aus der Konserve genossen.

Einzig am vergangenen Sonntag habe ich die Glotze von morgens um 6 bis zum späten Nachmittag glühen lassen, um mir einige Entscheidungen live anzusehen. Und wie bei jeder größeren Sportveranstaltung habe ich mich auch am Sonntag einige Male geärgert. Nicht etwa über die Athleten, sondern über die Reporter.

Dieses überzogene Anspruchsdenken geht mir ja schon seit Jahrzehnten auf den Beutel. Frei nach dem Motto: Wer keine Medaille holt ist ein Verlierer! Immer nur die Medaillengewinner stehen – zumindest für die Dauer der jeweiligen Veranstaltung – im Fokus, der große Rest hat quasi die Arschkarte gezogen. Dabei hat es eigentlich jeder verdient der bei Olympischen Spielen oder anderen Großereignissen antritt, das seine Leistung auch gewürdigt wird. Denn alle die dort an den Start gehen erbringen Leistungen, die es wert sind gewürdigt zu werden. Egal ob man nun Vierter oder Letzter wird, gewinnen kann nun mal nicht jeder. Schon bei einer Formulierung wie “Athlet XYZ wurde “nur” Fünfter” wünsche ich teilweise dem Berichterstatter schon dreijährig andauernden Durchfall…

Doch Leistungen außerhalb der Medaillenränge zählen nicht nur hierzulande scheinbar nicht viel, gefragt sind ausschließlich die, die Medaillen abräumen. Den anderen gesteht man lediglich zu, vor Millionen Zuschauern mit unter die Nase gehaltenem Mikrofon nach Erklärungen suchen zu müssen, weshalb ihre Leistung nicht zu einer Platzierung ganz vorne gereicht hat.

Ich finds zum kotzen, doch ich werde wohl nichts daran ändern können. Leider…

Beitragsgrafik: Quelle © Wikipedia

Die Türkei kauft Sportler ein

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Allgemein ist es seit langem üblich, auch Sportler die gebürtig aus einer anderen Nation stammen, für Deutschland starten zu lassen. Im allgemeinen findet diese “Einbürgerung” aber auf Wunsch der Athleten statt, die beispielsweise durch Flucht oder Heirat jetzt ihr neues “Heimatland” bei uns gefunden haben.

Doch was Staaten wie beispielsweise die Türkei in dieser Hinsicht betreiben, das sprengt dann doch den Rahmen. Wie etwa jetzt bei den am Sonntag beendeten Europameisterschaften der Leichtathleten, dort standen im EM-Aufgebot der Türkei unter anderem sieben gebürtige Kenianer, zwei Jamaikaner, zwei Äthiopierinnen, ein Kubaner, ein Aserbaidschaner, ein Ukrainer und eine Südafrikanerin. Die alle erst vor kurzem ohne viel Bürokratie eingebürgert wurden und oft auch gleich türkische Namen bekamen.

Vor allem dank der eingebürgerten Athleten räumten die türkischen Leichtathleten in diesem Jahr richtig ab. Zwölf Medaillen, viermal Gold, fünfmal Silber und dreimal Bronze, holte das “türkische” Leichtathletik-Team in Amsterdam und das reichte immerhin zu Platz vier im Medaillenspiegel. Und man holte genauso viel Medaillen wie bei den vorherigen 22 Europameisterschaften zusammen. Allerdings zählte zu den Medaillengewinnern nur ein gebürtiger Türke.

Von vielen dieser Neu-Türken ist bekannt, dass sie sogar weiter in ihren Geburtsländern leben und trainieren und nur zu den entsprechenden Wettkämpfen anreisen. Das Problem ist generell im Sport nicht neu. Auch Staaten wie die Emirate Bahrain oder Katar locken Sportler mit üppigen finanziellen Angeboten an. So etwa im vergangenen Jahr, da bürgerte Katar kurz vor der Handball-WM im eigenen Land zahlreiche Weltklassespieler aus verschiedenen Nationen ein und verlor erst im Endspiel gegen Frankreich.

In der Leichtathletik macht der Weltverband IAAF es den Sportlern einfach, das “Heimatland” zu wechseln. Eigentlich sind Sportler bei einem Wechsel der Nationalität drei Jahre lang für internationale Wettbewerbe gesperrt. Einigen sich die beteiligten Verbände aber untereinander, etwa durch eine großzügige Zahlung, muss der Athlet nur noch ein Jahr pausieren.

Wenn das weiter Schule macht, werden demnächst sicher noch andere Verbände auf Einkaufstour gehen und wer am besten bezahlt, der sichert sich die Dienste der Stars. Das Interesse der Zuschauer am Sport geht dann allerdings den Bach hinunter, wenn man diesen Gebaren seitens des Weltverbandes nicht langsam mal einen Riegel vorschiebt.

Zeitplan der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro 2016

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Das eine sportliche Großereignis dieses Sommers ist nun Geschichte, denn gestern Abend wurde das Endspiel der Fußball-Europameisterschaft ausgetragen und mit dem neuen Europameister Portugal hat nun auch Cristiano Ronaldo #CR7 endlich seinen ersehnten Titel mit der eigenen Nationalmannschaft.

Doch in 25 Tagen beginnt schon das nächste und noch größere Sportspektakel, denn von 5. bis zum 21. August werden die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro statt und werden mit Brasilien damit erstmals in einem südamerikanischen Land ausgetragen. Unsere deutschen Sportler waren bei der ebenfalls gestern beendeten Europameisterschaft unerwartet erfolgreich und erkämpften sich 5 Gold- 4 Silber- und 7 Bronzemedaillen. Und einige deutsche Athleten dürften auch bei Olympia nicht chancenlos sein, auch wenn dort die Trauben noch etwas höher hängen.

Fast 10.000 Sportler aus 206 Nationen kämpfen an 37 Wettkampfstätten in 48 unterschiedlichen Disziplinen in insgesamt 306 Wettbewerben um olympische Medaillen. Mit Golf und Rugby werden in Rio auch zwei Sportarten wieder mit dabei sein, die seit 1904 beziehungsweise 1924 nicht mehr als olympische Disziplinen galten. Morgen werden dann auch alle deutschen Olympiateilnehmer 2016 bekanntgegeben. Insgesamt wird die deutsche Olympiamannschaft aus rund 440 Athleten bestehen, von denen sich einige berechtigte Hoffnungen auf Medaillen machen dürfen.

Leider wird auch das Thema Doping wieder zur Sprache kommen, denn aktuell dürfen russische Leichtathleten bisher überhaupt nicht starten, weil ihr Verband vom Internationalen Leichtathletikverband IAAF suspendiert wurde. Und die kenianischen Leichtathleten dürfen nur starten, wenn sie sich auch außerhalb ihres Heimatlandes Dopingproben unterzogen. Wahrscheinlich und leider ist das aber nur der Spitze eines Sumpfes, der sich seit Jahren im Sport zeigt.

Früher wurde überwiegend für Ruhm und Ehre gelaufen, geworfen und gesprungen, heute wandern bei Sportveranstaltungen teilweise utopische Beträge in die Taschen der Sportler. Diesen Dopingsumpf wird man zumindest in den nächsten Jahren nicht in den Griff bekommen, weil auch die Funktionäre der Verbände besser geschmiert werden als ein Türscharnier. Da muss sich generell etwas ändern, doch wo soll man anfangen?

Auf der nachfolgenden Grafik gibt es die Termine zu den einzelnen Wettbewerben, die genauen Startzeiten gibt es auf dieser Seite. Ich habe mich mal durch diverse Android-Apps getestet, das meiste ist allerdings nicht in deutscher Sprache verfügbar. Wer sich trotzdem eine App laden möchte, kann sich ja im PlayStore etwas passendes heraus suchen.

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Da viele Wettbewerbe wieder zu unfreundlichen Arbeitnehmerzeiten stattfinden, werde ich mir sicher einiges per Zattoo im Livestream auf dem Tablet ansehen. Und die Nachmittag- und Abendveranstaltungen werden bis auf wenige Ausnahmen sicher wieder an der Glotze verfolgt, so das die Äuglein während dieser 3 Wochen garantiert wieder viereckig werden.

Schaut ihr euch eigentlich auch so gut wie alles bei der Olympiade in Rio an? Pickt ihr euch nur die “Rosinen” heraus? Oder geht euch Rio 2016 komplett am Arsch vorbei?

Grafikquellen: © Wikipedia