Da kann man doch nicht schimpfen…

Hätte man mir vor dem Beginn der Saison gesagt, das der #effzeh nach 5 Spieltagen 11 Punkte auf der Habenseite hat und auf dem dritten Tabellenplatz steht, wäre ich hochzufrieden gewesen. Und natürlich bin ich das nach dem gestrigen Unentschieden gegen die Brausekicker aus Leipzig auch. Am nächsten Wochenende dürfte der bisherige dritte Platz dann wohl Geschichte sein, denn gegen die bayrischen Seppeln aus München hängen die Trauben wohl unerreichbar hoch…

Immerhin gehört man nach 5 Spielen noch zu den 4 Mannschaften, die noch keine Niederlage kassiert haben. Auch gestern war die Leistung des #effzeh durchaus sehr ansprechend, auch wenn ab der 60.Minute doch deutlich erkennbar war, das die englische Woche geschlaucht hat. Feiern wir den Moment, schließlich hat es so einen erfolgreichen Bundesligastart lange nicht gegeben.

bundesligatabelle

Hundskaputt oder Gott sei Dank ist Wochenende

nurmalso

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Oder so ähnlich…

Nach unserem jährlichen Betriebsausflug zum DTM-Rennen am Nürburgring am vergangenen Wochenende war die jetzige Woche eigentlich anders geplant. Eigentlich… Denn dank Personalnotstand infolge anderer Aufträge und einer Menge angefallener Störungen im Süden der Republik durfte ich mich nach Absprache mit Rudi meinem Chef selbst in den Blaumann schmeißen und im Süden nach dem rechten sehen.

Und das fing schon relativ stressig an. Sonntag Rückkehr vom Nürburgring um 19 Uhr, geduscht, umgezogen und zum Krönungsball des Schützenfestes in Rath-Heumar geeilt, wo mein letzter Einsatz als Bezirkskönig in diesem Jahr anstand. Um 24 Uhr im Bett gewesen (ohne Alkohol ), um 4 Uhr klingelte dann wieder der Wecker, weil ich um 5 Uhr auf der Autobahn sein wollte. Erstes Ziel war München.

Dort dann 3 Tage alles an Störungen beseitigt was zu beseitigen war. Einzig eine kleine Maus hinderte mich daran, alles wieder zum laufen zu bringen. Die hatte nämlich durch einen 400 Volt-Suizid die komplette Elektronik eines Klimagerätes verursacht und da der Schaden die voraussichtliche Laufzeit der Anlage nicht decken würde, dürfen die Kollegen von der schwer arbeitenden Truppe demnächst dort etwas neues, moderneres montieren. Schließlich müssen wir ja auch Geld verdienen…

maus

Weiter ging es dann gestern über Landsberg am Lech, Kempten im Allgäu, Überlingen am Bodensee nach Villingen im Schwarzwald, wo ich gestern Abend noch todmüde im Hotel eingecheckt und eben noch die vorletzte Störung beseitigen konnte. Nachdem ich das gleich hier getippselt habe, gehts dann noch etwa 150 Kilometer quer durch die Pampa den Schwarzwald nach Mühlacker, gelegen zwischen Stuttgart und Karlsruhe.

Und wenn ich es noch schaffe dort auch wieder alles zum funktionieren zu bewegen, dann gehts aber mit Karacho Richtung Kölle. Und wenigstens hätte sich der Blaumanneinsatz dann auch vollständig gelohnt. Und der erste der morgen vor 10 Uhr bei uns mit einem Laubbläser, Rasenmäher oder ähnlichen hantiert, der wird erschlagen. Ich schwöre! So, jetzt wisst ihr Bescheid, drückt mir die Daumen das ich in keinen Stau gerate…

Anschlag im OEZ in München – Ein paar Gedanken

lupe

Den gestrigen Fernsehabend bestimmte der Amoklauf von München.

Nun also scheint festzustehen dass es wohl doch „nur“ ein Einzeltäter war, der am gestrigen Abend nicht nur München in Angst und Schrecken versetzte. Die Polizei ist sich inzwischen sicher, das die tödlichen Schüsse von einem 18-jährigen Deutsch-Iraner abgegeben wurden. Was ihn zu dieser furchtbaren Tat bewogen hat, die einschließlich des Täters 10 Todesopfer und 16 Verletzte forderte, weiß zum jetzigen Zeitpunkt noch niemand. Krank? Fanatisch? Vermutungen…

Das der Terror auch in Deutschland angekommen ist, zeigt München genauso wie der Axt-Angriff eines 17-jährigen vor ein paar Tagen in Würzburg, bei dem 4 Menschen teilweise sehr schwer verletzt wurden. Die Unterscheidung zwischen Amoklauf und Terrorangriff spielt dabei in meinen Augen auch keine Rolle mehr, zumindest die Tat in Würzburg wurde von einem Menschen ausgeführt, der sich durch die fanatischen Aufrufe des IS dazu auserkoren fühlte.

Auch beim gestrigen Anschlag kann man schon sehr stark davon ausgehen, dass das Tatmotiv ähnlich sein dürfte. Auch wenn diese Aussage einer Vorverurteilung gleich kommt und man mit solchen Aussagen sehr vorsichtig sein sollte. Wir werden mit solchen Anschlägen zukünftig leider Gottes leben müssen, denn mit Sicherheit sind mit der großen Flüchtlingswelle auch Menschen ins Land gelangt, die Böses im Schilde führen.

Leider werden jetzt auch wieder – gerade in den sozialen Netzwerken – viele Verallgemeinerungen veröffentlicht. Im Grunde ist jetzt jeder Nicht-Deutsche ein Terrorist, auch wenn der mit Abstand größte Anteil der Menschen die vor einem Krieg geflohen sind hier bei uns nur Ruhe und Frieden sucht. Und die diese Taten mit Sicherheit genauso verabscheuen wie wir. Trotzdem dürfen sich gerade unsere Politiker wieder anhören, wen sie da alles ins Land gelassen haben.

Doch einen Staat wie die ehemalige DDR kann doch ernsthaft niemand mehr wollen, in dessen Grenzen man eingemauert zumindest trügerische Sicherheit vor fremden Nationalitäten und anderen Religionen hat. Das schlimme ist das diese Anschläge die Meinung vieler beeinflussen, das man nirgends mehr sicher ist. Es kann jeden erwischen, egal wo und wann. Genau das ist ja das Ziel dieser Anschläge, man möchte die Bevölkerung verunsichern, sie in Angst und Schrecken versetzen. Und wer weiß wo die nächste Tat schon geplant wird…

Gelegenheiten mit großen Menschenansammlungen gibt es mehr als genug, neben Einkaufszentren wie dem OEZ in München dürften zukünftig auch die Besucher von Volksfesten, Konzerten oder Sportveranstaltungen oft ein mulmiges Gefühl, wenn nicht sogar Angst verspüren, solche Veranstaltungen zu besuchen. Ich selbst hatte gestern Abend solch ein mulmiges Gefühl, denn ich bin mehrmals im Jahr beruflich im OEZ unterwegs.

Trotz der schrecklichen Ereignisse gibt es auch positives. Der Polizei in München muss man ein großes Lob aussprechen, die über die sozialen Netzwerke umfassend informierte und auch warnte. Dieses wurde von allen Seiten sehr positiv aufgenommen. Münchner Bürger boten Reisenden Übernachtungsmöglichkeiten an, weil sie wegen der Einstellung des öffentlichen Nahverkehrs, Taxis etc. in München gestrandet waren.

Doch der „Held“ des gestrigen Abends war – nicht nur für mich – der Pressesprecher der Münchner Polizei, Marcus da Gloria Martins. Sehr souverän, geduldig, glaubwürdig, vor allem aber sachlich und locker, ohne das geringste Zeichen von Anspannung und Aufregung stand er den Vertretern der TV-Sender und Radiostationen Rede und Antwort. Mein Highlight war die Antwort auf die Frage eines Reporters, ob man etwas zu der Todesursache des vermeintlichen Täters sagen könne: „Ich kann Ihnen sagen, er ist nicht einfach so umgefallen!“

Mein Beileid gilt all denen, die einen geliebten Menschen, ein Familienmitglied oder Freund verloren haben.