Ein Blödmannsgehilfe im BMW

autos

Ist euch eigentlich auch schon einmal aufgefallen, dass viele Menschen immer unentspannter werden?

Gestern Abend wollte ich eigentlich nur mal kurz zum Supermarkt fahren, weil das Weibchen mal wieder die Hälfte vergessen hatte. Unsere Parkplatzausfahrt ist leider etwas unübersichtlich, da auf der Straße links und rechts der Ausfahrt und oft auch gegenüber Autos parken, so das man sich mehr oder weniger langsam nach vorne tasten muss um abbiegen zu können. Allerdings hält auch nur äußerst selten mal jemand an, so das man dann einfädeln kann. So auch gestern…

Da mal wieder alles zugeparkt war, habe ich ein von links kommendes Auto erst recht spät gesehen und so stand ich quasi schon quer auf der Fahrbahn. Und was macht dieser Blödmannsgehilfe? Fährt so dicht an meinen Karren heran, so das ich jetzt überhaupt keine Chance mehr hatte abzubiegen, da auch auf der anderen Fahrbahnseite wieder Autos parkten. Und dann drückt der Trottel aufs Horn als wollte er mich auf diese Art wegpusten. Da sah ich mich dann gezwungen auszusteigen.

Der Mensch am Steuer mag so in meinem Alter gewesen sein, Anzug, Krawatte, wahrscheinlich hatte er es eilig. Und er hörte noch nicht einmal auf zu hupen, als ich schon neben ihn am Fenster auftauchte. Er beachtete mich überhaupt nicht, statt dessen hupte er jetzt im Stakkato. Was offensichtlich auch einige Nachbarn gehört hatten, die nach und nach an den Fenstern auftauchten. Da habe ich dann mal seine Autotür geöffnet…

… und ihn gefragt, ob er noch alle Latten am Zaun hätte. Worauf er dann auch aufhörte zu hupen. Dann wendete er sich endlich mir zu und argumentierte auch gleich, dass er schließlich Vorfahrt gehabt hätte. Ich habe ihm dann versucht zu erklären, dass unsere Ausfahrt sehr unübersichtlich sei, was ihn aber offensichtlich überhaupt nicht interessierte. Er beharrte auf seine Vorfahrt und ich solle sehen, dass ich mein Auto da weg bekäme. Na so etwas war mir bisher noch nicht untergekommen…

Also habe ich mal ein stärkeres Geschütz aufgefahren. Und ihm relativ laut aber höflich mitgeteilt, dass wenn er nicht augenblicklich seinen BMW 2 Meter zurück setzen würde, so dass ich überhaupt die Chance zum abbiegen bekäme, ich ihm seinen Karren zu Klump treten würde. Zur Unterstützung meiner Aussage habe ich ihm dann nochmal kräftig mit der flachen Hand sein Autodach getätschelt.

Was er dann endlich auch akzeptierte. Ich bekam dann zwar während ich vorbei fuhr noch ein wahrscheinlich lieb gemeintes „Idiot“ und „Arschloch“ zu hören und einen nicht ganz korrekt ausgestreckten Stinkefinger zu sehen. Aber was solls, er hat sich eben gefreut das er überlebt hat. Manchmal habe ich wirklich das Gefühl, das ich solche Blödmannsgehilfen magisch anziehe.

Die harzende Linde

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Eigentlich habe ich nichts gegen sie…

Sie ist ein schöner großer Baum, garantiert 18-20 Meter hoch. Ihre Äste ragen weit heraus, in ihrer Baumkrone nisten Vögel oder ruhen sich dort einfach nur mal aus. Gelegentlich lässt einer dieser gefiederten Freunde auch mal etwas fallen aber darüber beschwere ich mich nicht. Schließlich hat jeder von uns auch große Bedürfnisse und für Vögel gibt es nunmal keine öffentlichen Toiletten. Selbst wenn, welcher Vogel könnte die schon bezahlen? Aber ich schweife ab…

Kommen wir zum Grund dieses Beitrags, der Linde. Wie ich schon anmerkte ist sie ein durchaus beachtlicher Baum. Im Frühjahr blüht sie prächtig, damit sie uns im Sommer Schatten spenden kann. Und genau dieses Blühen ist der springende Punkt. Denn unter der Linde parke ich gewöhnlich meinen Firmenwagen und genau da liegt das Problem. Denn es wird nicht mehr lange dauern, bis die Linde ihre schlechte Eigenschaft präsentiert: Sie harzt.

Und nicht nur das, denn bedingt durch gelegentlichen Niederschlag und eventuell auch Wind verliert sie dann auch gerne einmal geschätzte 30 Kilo Blüten. Und man kann sicher schon erahnen, wo diese Blüten dann landen. Richtig, auf meinem Auto. Das Auto an sich ist als solches dann eigentlich nicht mehr zu identifizieren, man könnte es nach so einem Linden-Auswurf auch leicht mit einer in Honig getränkten Waldlandschaft verwechseln.

Wer einmal ähnliches erlebt hat wird sicher auch mein Glücksgefühl nachvollziehen können, wenn ich dann den Scheibenwischer anschalte. Natur ist ja etwas schönes, wenigstens solange sie sich nicht auf meinem Auto breit macht. Selbst die Waschanlage kann man sich eigentlich auch sparen, denn in den wärmeren Monaten sieht der Bock spätestens am nächsten Tag wieder genau so aus.

Andererseits treffen mich die mitleidigen Blicke anderer Verkehrsteilnehmer doch schon etwas, wenn ich mit dieser motorisierten Gartenlandschaft durchs Land schaukele. Tja, und solange die Linde noch lebt, wird die Schweinerei wohl nicht weniger. Entweder sie stirbt bald den plötzlichen Linden-Tod oder ich benötige einen guten Tipp, wo es gute Kettensägen gibt…

Ich könnte fast darauf wetten…

…dass dies sicherlich eine Einparkkünstlerin war. Wobei… immerhin rückwärts eingeparkt und dabei den Pfeiler stehen gelassen!

tiefgarage