Abendliche Straßenbahnfahrt in Gera

strassenbahn

Gestern Abend bin ich mit 2 anderen Seminar-Teilnehmern mal wieder mit der Straßenbahn gefahren.

Die Straßenbahn in Gera ist Baujahr 1892 und nach der in Halle die zweitälteste elektrische Straßenbahn Deutschlands. Wusste ich vorher auch noch nicht, das erzählte uns aber ein älterer Mann. Ich habe es jetzt nicht geprüft aber ich denke, dass der Kerl uns nicht in den April geschickt hat. Die Triebwagen sind jedenfalls alle modernisiert, aus dem Jahr 1892 fährt hier – glaube ich – nichts mehr. Die Strecke die wir gefahren sind war – geschätzt – immerhin gut 10 Kilometer lang und so hatte ich eine halbe Stunde Zeit, Leute zu beobachten.

Und man glaubt es nicht, was in einer so verhältnismäßig kleinen Stadt abends noch los ist. Und die Straßenbahn scheint der Treffpunkt zu sein. Wahrscheinlich deshalb, weil man selbst auf ein Taxi bis zum St. Nimmerleinstag warten muss. In der Straßenbahn trifft man ja – gerade zu späterer Uhrzeit – die verschiedensten Typen. So wie den jugendlichen Kavalier schräg vor uns, der seinem Weibchen sein T-Shirt überzog, weil es diesem etwas kalt war. Und dann mit freiem Oberkörper in der Bahn saß…

Oder der offensichtlich etwas angeheiterte, der die ganze Fahrt über ein Zwiegespräch mit seiner halbvollen Bierflasche hielt. Und der sogar lauthals lachte, als diese ihm offensichtlich einen Witz erzählte. Oder die zwei jugendlichen Weibchen, die eine lange Diskussion darüber führten, welcher ihrer Boyfriends denn nun welche Macken hat. Und das natürlich so lautstark, dass es auch wirklich jeder mitbekam.

Oder die Dämlichkeit die direkt vor uns saß. Auch schon etwas angeschickert drehte sie sich auf einmal um und fragte mich: “Wie teuer ist denn jetzt das Taxi?” Darauf habe ich ihr geantwortet: “Gib mir 10 €uro und es fährt dich bis vor die Haustür…” Worauf sie mir auch etwas unbeholfen ein Scheinchen herüber reichte. Und hätte der eine Kollege mich nicht daran erinnert dass ich ihr den Zehner zurückgebe als wir schon fast ausgestiegen waren, dann hätte ich das doch glatt vergessen.

Aber so eine späte Fahrt mit der Straßenbahn ist schon lustig. Hoffentlich wird der letzte Seminar-Tag heute auch so lustig…

Mal wieder ein Seminar

bücherMittwoch, Donnerstag, Freitag…

Diese drei Tage in der nächsten Woche hängen mir jetzt schon im Magen. Denn es steht mal wieder ein Seminar an. Ein Seminar ist ein Zyklus, die einem Dozenten oder sonstigen Leiter dazu dient, dass er im Gegenzug für sein wahrscheinlich üppiges Gehalt tatsächlich auch als Lehrperson auftritt und den Seminar-Teilnehmern nützliches Wissen näher bringt.

Und genau an so einem Seminar werde ich in der nächsten Woche teilnehmen. Neue EU-Richtlinien und Verordnungen klingt schon hyper-interessant, hoffentlich sind die Stühle wenigstens bequem. Drei Tage wurden angesetzt, um meinen und den Horizont der übrigen Teilnehmer zu erweitern. Wahrscheinlich ist aber, dass unser Dozent um diese Wissenserweiterung wirklich kämpfen muss, denn erfahrungsgemäß wird dort zu 80-90% nur das gelehrt, was die meisten schon wissen.

Ich liebe ja solche Seminare, besonders mehrtägige. Und ich muss immer wieder feststellen, dass meine Konzentrationsfähigkeit spätestens nach vier Stunden ziemlich unten angelangt ist. Das mag zum Teil an der etwas einschläfernden Vortragsweise des Dozenten liegen, zum anderen aber auch sicher an dem öden Stoff, der da durchgekaut wird. Aber leider ist dies berufsspezifisch alle fünf Jahre notwendig, da wir sonst die Zertifizierung verlieren würden.

Und ich hoffe inständig, dass an diesen drei Seminar-Tagen wenigstens etwas neues zu erfahren bzw. zu lernen ist. Sonst überstehe ich dieses Seminar wahrscheinlich nur sehr schwer. Mir graut es jetzt schon vor dem nächsten Monat, denn da steht der zweite Teil – wieder drei Tage lang – auf dem Programm. Na wenigstens werde ich abends keine Probleme mit dem einschlafen haben. Ich muss nur dafür sorgen, dass ich tagsüber wach bleibe.