Fast nur noch Trolle im Google Play Store

android

Ich gehöre ja zu den Menschen, die sich nicht gleich jede App aufs Smartphone bunkern.

Wenn ich etwas suche, dann bemühe ich zuerst einmal die Lieblingssuchmaschine, um mich über Erfahrungen mit der avisierten App schlau zu machen. Denn diese Erfahrungen im Google Play Store zu machen, wird quasi immer unmöglicher. Ich hatte mich ja am Anfang des Jahres schon mal darüber „aufgeregt“, das Entwickler eher beleidigt werden als wirklich mal konstruktive Kritik oder auch wirkliche Bugs zu schildern. So etwas würde einem Entwickler nämlich eher helfen…

…anstatt einfach nur herumzupöbeln, alles schlecht zu machen und kein gutes Haar an einer App zu lassen. Viele Probleme sind nämlich auch hausgemacht, weil etwa erforderliche Updates nicht regelmäßig gemacht werden. Und das ein oder andere Smartphone-Modell zickt eben auch schon mal mit der ein oder anderen Anwendung herum, während andere da überhaupt keine Probleme haben. Kurios ist, das wenn einer anfängt an zu trollen, sich gleich noch einige dran hängen und munter ins gleiche Horn blasen. Ob nun gerechtfertigt oder nicht, wer will das überprüfen?

Und wenn ein Entwickler auf die Kritik antwortet und genauere Infos einfordert, dann ist Ruhe im Schacht. Dann weiß der Troll oft nicht mehr was er schreiben soll und verzieht sich. Sicherlich gibt es Apps die wirklich grottenschlecht sind, allerdings würde auch da konstruktive Kritik sicher eher weiterhelfen als einfach nur „absoluter Müll“ oder „grottenschlecht“ zu posten. Und das sind noch die harmlosen Formulierungen…

Und wenn mir die App nicht zusagt und ich keinen Bock habe meine Erfahrungen mit der Allgemeinheit zu teilen, dann verbanne ich sie vom Smartphone und halte einfach nur das Maul. Wäre in jedem Fall konstruktiver als sich durch dutzende von Troll-Kommentaren wühlen zu müssen…

Die neue Volkskrankheit – Zocken

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Zocker ist die in Fachkreisen bekannte Bezeichnung für eine Person, bei der oft beide Hände mit dem Controller verwachsen und die Augäpfel entsprechend erstarrt sind, so dass der Blick nicht mehr vom Display oder Monitor gelöst werden kann.

Auch nicht so selten sind in diesem Zusammenhang zudem Lähmungserscheinungen am Gesäßmuskel, der Zunge und oft auch am Unterkiefer, wodurch es dem Zocker dann auch fast unmöglich ist aufzustehen oder einigermaßen verständlich mit der Außenwelt zu kommunizieren. Die Erkrankung tritt übrigens nicht nur beim Zocken mit einem PC auf sondern zunehmend auch beim hantieren mit Smartphone oder Tablet.

In der ersten Phase der Krankheit tastet sich der zukünftige Zocker erst langsam an die Materie heran. Nachdem dann alle Windows-Spiele durchgedaddelt sind und das Interesse deutlich nachlässt, müssen härtere Sachen gezockt werden. Hier hilft das Social Network, namentlich Facebook. Die Facebook – Spiele „Angry Birds“, „CityVille“ und „FarmVille“ sind speziell für Zocker im zweiten Stadium entworfen worden.

Das ist die Phase, ab der der Betroffene für einen unbestimmten Zeitraum nicht mehr in die reale Welt zurückgeholt werden kann. Der Zocker nimmt seine Umwelt nur noch schemenhaft wahr und die Nahrungsaufnahme kann unter Umständen nur noch durch fremde Hilfe erfolgen. Zocker in zweiten Stadium essen und trinken eigentlich nur noch, was sich innerhalb einer Armlänge entfernt befindet und mindestens 225% der empfohlenen Tagesdosis an Zucker und Fett abdeckt.

Hat der Zocker nun richtig Blut geleckt, dann dauert es nicht mehr lange bis er auch die dritte Phase erreicht. Man hält die virtuelle Welt für die richtige. Die Nahrungsaufnahme beschränkt sich fast nur noch auf hochgradig gezuckerte Flüssigkeiten, die richtig infizierte sich sogar intravenös verabreichen lassen, damit die Hände frei bleiben für den nächsten zu besiegenden Gegner.

Durch das lange Ausharren vor Display oder Bildschirm baut sich ein relativ hohes Aggressionspotenzial auf, das aufgrund der weitgehenden Bewegungsunfähigkeit nur durch brutale Baller- oder Killerspiele abgebaut werden kann. Durch die schon eingetretene Lähmung des Unterkiefers und der Zunge kann der Zocker fast nur noch grunzende Laute oder auch einmal einen Kraftausdruck von sich geben.

Diese dritte Phase des Zockens macht sich durch Symptome wie ohrenbetäubendes Magenknurren und tiefschwarze Augenringe bemerkbar. Doch erst wenn sich der Körper unmittelbar vor dem Kollaps befindet, neigt sich der Krankheitsverlauf dem Ende zu. Die Lähmungen verschwinden, die Augen werden wieder beweglich und der eingeschlafene Gesäßmuskel entspannt sich langsam wieder und erlaubt dem Zocker wieder aufzustehen.

Gewöhnlich haben Zocker eine relativ blasse Hautfarbe, nur ihr Gesicht hat oft eine leichte TFT-Bräune. Nachdem man eine Schlafphase von mindestens 2 – 4 Stunden eingeschoben hat, fühlt sich der Zocker wieder in soweit hergestellt, um es nun mit dem Endgegner aufnehmen zu können. Shayc was auf Nahrungsaufnahme, man muss eben auch Prioritäten setzen! Und manchmal habe ich das Gefühl, dass die Hardcore-Zocker bei Facebook auch nicht mehr weit von Phase 3 entfernt sind…

Kinder im Internet

tipp

Man kann und soll das internet vor Kindern nicht verstecken. Aber es macht nur Sinn, wenn sie ihre Erfahrungen in den verschiedenen Angeboten wiederentdecken und durch sie lernen können. Und man sollte seinen Nachwuchs nicht unbegrenzt alleine in der neuen Wunderwelt herumtoben lassen. In Zeiten wo selbst 10-jährige schon mit Ultra-Smartphones und Flatrate ausgestattet sind natürlich kein leichtes Unterfangen.

Ein besonderes Augenmerk sollte auf das Nutzerverhalten der Kinder gerichtet werden. Denn ein Großteil ihrer Interessen spielt sich naturgemäß nicht auf Kinderseiten ab, sondern auf Seiten die nicht speziell für Kinder konzipiert wurden. Hier lockt der Reiz des Verbotenen und es winkt ein Einblick in die Erwachsenenwelt.

Kinder sind von Natur aus neugierig und tun alles, um das gesamte Internet zu entdecken. Das lässt sich nicht verhindern, sollte aber bei der Weiterentwicklung beachtet werden. Dass das Internet auch dunkle Seiten hat ist unbestritten. Filter allein stellen da keine Lösung dar, insbesondere nicht im derzeitigen Entwicklungsstadium der Filtertechnologie. Jedes halbwegs begabte Kind wird diese Filter nach kurzer Zeit umgehen…

Filter sind nicht mehr als mechanische und automatisierte Verfahren, die auf Dauer nur ein ruhiges Gewissen bei den Eltern produzieren. Sie ersetzen keinen Erziehungsberechtigten, entbinden niemanden von seiner Aufsichtspflicht. Auch wenn dies vom Großteil der Erziehungsberechtigten gerne anders gesehen wird.

Und nicht nur Kinder müssen lernen sich im Internet zu bewegen, sondern auch ihre Eltern. Ich persönlich kenne viele Familien, wo schon die noch relativ jungen Familienmitglieder im Internet unterwegs sind und ihre Erziehungsberechtigten noch nicht einmal wissen, wie man einen Computer anschaltet und das mittlerweile auch Smartphones netzfähig sind. Selbst ein Mangel an Interesse entbindet in diesen Fällen nicht von der Aufsichtspflicht!

Das Internet wurde in den letzten Jahren zu einem nicht mehr weg zu denkenden Informations- und Kommunikationsmedium. Unsere Gesellschaft kommt ohne Email, Homepages, Blogs und nicht zu vergessen das Social Network fast nicht mehr aus. Aber wie in jedem Bereich des gesellschaftlichen Lebens gibt es leider auch hier schwarze Schafe, die pornographische, rassistische und gewaltverherrlichende Beiträge veröffentlichen.

Trotzdem oder gerade deshalb ist das Internet heutzutage eine gesellschaftliche Realität die, richtig und kritisch genutzt, eine wertvolle, unerschöpfliche, fast unverzichtbare Informationsquelle und ein praktisches und schnelles Kommunikationsmedium darstellt. Und gerade unsere Kinder wachsen mit diesem Medium selbstverständlicher auf wie wir, allerdings agieren sie auch oft leichtsinniger. Die angesprochene richtige und kritische Nutzung des Mediums sollte für Erziehungsberechtigte heute auch ein Erziehungsziel sein.

Zumindest sollte man sich darüber einmal dringend Gedanken machen.