Urlaub

Urlaub in Porec (3) – Carlo

Yamaha

Einen Tag nach meiner Ankunft habe ich beim Gang ins Städtchen Carlo kennengelernt.

Er hat mich auf einen Espresso eingeladen und wir haben ein wenig erzählt. Er ist seit kurzem Rentner, gebürtiger Italiener, lebt aber seit 20 Jahren hier in Porec. Er spricht naturgemäß italienisch, ausgezeichnet deutsch und soweit ich das beurteilen kann auch fließend kroatisch. Er sitzt quasi von früh bis spät in einem kleinen Cafe vor der Altstadt, schüttet Unmengen Espresso in sich hinein und jeder der vorbei kommt wird mit ein paar Worten bedacht. Mal nur ein Gruß, mal etwas ausgiebiger. Doch offensichtlich ist er auch ziemlich bekannt, denn fast jeder nennt ihn beim Namen.

Gestern spätnachmittags, nach meinem Tagesausflug nach Pula, habe ich mich wieder zu ihm gesellt und mich für die Einladung letzte Woche revanchiert. Und dann begann er zu erzählen… Er kann wirklich so erzählen, das es für seinen jeweiligen Gesprächspartner nicht unangenehm wird. Will heißen, er labert dir keine Frikadelle ans Ohr. Scheinbar hatte er schon eine ganze Hand voll verschiedener Berufe, wie ich während unseres Gesprächs erfuhr. Schuhmacher hat er mal gelernt, Maurer war er und 11 Jahre zur See gefahren ist er unter anderem auch. Unterbrochen wurden seine interessanten Erzählungen übrigens nur, wenn jemand vorbei kam und er wieder einen Gruß loswerden wollte.

Ruckzuck waren gestern plötzlich fast 3 Stunden vorbei. Wäre mir fast nicht aufgefallen wenn es nicht langsam dunkel geworden wäre. Während dieser 3 Stunden hat Carlo mindestens 10 doppelte Espressi schnabuliert und ich kann euch sagen: Die sind hier nicht ohne! Ich trinke ja selbst gerne und viel meist starken Kaffee aber bei den Mengen Espresso hätte ich wahrscheinlich Herzklabaster bekommen. Der Mann muss eine Pumpe haben wie ein Stier. Aber scheinbar macht es ihm überhaupt nichts aus denn…

…als ich eben mal wieder Richtung Altstadt spazierte, da saß er mit zwei anderen schon wieder da und hatte ein Tässchen an den Lippen. Und natürlich wurde auch ich mit einem freundlichen „Dobar dan Hans, alles gut bei dir?“ begrüßt. Der Carlo, das ist ne Marke, den musste ich doch jetzt auch mal hier verewigen…