Ort der Ruhe

reisszweckenEs gibt Situationen, da muss Mann sich einfach mal verkrümeln.

Zwar ist es noch dreieinhalb Monate hin bis zum Fest der Liebe, aber hier ist schon fast der Teufel los. Das Weibchen ist gerade ein paar Tage aus dem Urlaub zurück und hier steht schon das Thema Weihnachten an. Da dreht Mann dann Anfang September auch schon mal am Rad. Da müssen/sollen auf einmal ganz dringend Dinge erledigt werden, für die genau genommen noch massenhaft Zeit ist. Da wird fast Weltuntergangsstimmung verbreitet ganz so, als wenn noch heute nachmittag die Verwandtschaft einfliegen würde.

Nur einer bleibt bei diesem Szenario ruhig und das bin natürlich ich. Erstens lasse ich mich sowieso nicht gerne hetzen, zweitens geht mir Weihnachten sowieso am Allerwertesten vorbei (das erwähnte ich schon öfter, glaube ich), drittens ist erst Anfang September und viertens muss ja einer die Ruhe behalten. Nur überträgt sich meine sprichwörtliche Ruhe leider nicht auf den anderen Teil der Sippe.

Selbst beruhigende Worte und meine durchaus gut gemeinte Empfehlung, eventuell und angesichts des weit entfernten Termins vielleicht vorher noch einen Feiertags-Psychologen zu Rate zu ziehen, sind, werden da einfach mit einer Handbewegung beiseite gewischt. Da schlagen wohl die weiblichen Gene durch… Scheinbar müssen gewisse Personen in diesem Haushalt immer ein gewisses Maß an Chaos und Hektik verbreiten, weil sie ansonsten nicht handlungsfähig sind.

Tja und was macht Mann in so einer Situation? Er geht in sein ureigenes Refugium und widmet sich der Pflege und dem Sortieren seines Werkzeugs. Tief verwurzelt mit seinem Zufluchtsort kann er hier ungestört schalten und walten und dem septemberlichen Weihnachtsstress auf männliche Art und Weise entgehen. Praktischerweise hat er dabei seinen Funkkopfhörer auf, um sich während der Beschäftigung mit seiner Lieblingsmucke beschallen zu lassen und eventuell störende Töne aus den oberen Gemächern gar nicht erst zu vernehmen. Sehr hilfreich in dieser Beziehung ist zum Beispiel das folgende Stück

Mann hat es nicht leicht

kölschEin Kreuz mit dem Strohwitwerleben…

Eigentlich sollte jede Frau, die sich zum Zusammenleben mit einem männlichen Partner berufen fühlt, zuerst einmal ein paar Grundregeln erlernen. Es soll nämlich schon Fälle gegeben haben, wo Männer kurz vor dem verdursten standen, nur weil keine artgerechten Getränke im Haushalt aufzufinden waren. Und zu artgerechten Getränken zählen auf keinen Fall Wasser, Kaffee, Tee oder Säfte. Denn mit so etwas kann sich natürlich kein gestandener Mann, der nach einem schweren Arbeitstag nach Flüssigkeit lechzt, zufrieden geben.

Daher sollte die erfahrene Frau immer dafür sorgen, einen gewissen Vorrat an nach dem deutschen Reinheitsgebot gebrauten Getränken im Haus zu haben. Und für den Fall, dass Frauen ein Getränkekasten eventuell zu schwer sein sollte, gibt es natürlich auch einen guten Ratschlag von mir. Denn dann genügt es völlig, wenn man nur einige Flaschen in einer Tragetasche verstaut und dann eben drei- oder viermal geht.

Ganz wichtig ist es auch für die Dämlichkeiten, immer ein paar Speisekarten von außerhäuslichen Pizza-Bringdiensten locker im Haus zu verteilen. Denn eine Männermahlzeit muss in jedem Fall schon fertig zubereitet sein, falls sich – wie aktuell bei mir – die Frau einmal nicht im Haus befinden sollte. Kritikerinnen werden jetzt anmerken, dass in einem Frauenhaushalt doch immer Müsli, Milchprodukte, Kartoffeln, Reis oder Eier vorrätig sind.

Das weiß ich natürlich auch. Aber diese Rohstoffe eignen sich nur äußerst schlecht zur männlichen Ernährung, da diese vorher meistens noch zubereitet werden müssen. Und wer soll das machen, wenn die Frau nicht da ist? Sehen sie meine Damen, ich wusste das sie mich verstehen…

Ein großer Gefahrenfaktor für den Mann im Haus stellt im übrigen das kabellose Telefon dar. Seit der Erfindung dieses Teufelswerks findet sich nämlich kaum ein Mann mehr zurecht, da die Dämlichkeiten nach stundenlangen Telefonaten mit der besten Freundin dieses Ding einfach achtlos in irgendeiner Ecke des Haushalts liegen lassen. Ich habe unsere Funkgurke gestern nur zufällig in der Waschküche gefunden. Das ist natürlich grob fahrlässig, da diese unverantwortlichen Frauen damit den Hungertod des Partners riskieren.

Und schließlich möchte doch keine Frau bei ihrer Rückkehr aus dem Urlaub und einem plötzlichen Besuch der besten fünf Freundinnen sich die Blöße geben, einen auf 90 Kilo abgemagerten Partner präsentieren zu müssen. Oder etwa doch?

Currywurst und Tütensuppen

essenIm Moment bin ich ja Strohwitwer.

Und wir Kronen der Schöpfung neigen jetzt nicht unbedingt dazu, in unserer Freizeit auch noch in der Küche herum zu wirbeln. Es mag Ausnahmen geben, aber irgendetwas müssen chronisch unterbeschäftigte ja auch zu tun haben. Vorwiegend Rentner fühlen sich deshalb oft dazu berufen, aus Mangel an Arbeit auch mal den Kochlöffel zu schwingen.

Kochen nennt man landläufig den Vorgang, wenn der Mann hungrig von der Arbeit kommt und fragt was es denn zu essen gibt. Natürlich hat Frau nicht immer alles sofort fertig, also muss Frau zwangsläufig kochen. Zumindest in den meisten Fällen spielt es sich so oder so ähnlich ab, es sei denn man ernährt sich nur von Dosenfutter, dann muss man das “Essen” nur aufwärmen.

Kochen kann man eigentlich alles was man so in die Finger bekommt. Vorsichtig wäre ich allerdings bei Tütensuppen, denn dazu muss man Wasser erhitzen und dies dauert oft ziemlich lange. Die bessere Hälfte wendet dazu allerdings einen Trick an, sie erhitzt einfach vier Portionen Wasser auf 25°C und schüttet sie dann zusammen. Dann hat man die erforderlichen 100°C schneller und braucht nur noch das Suppengrün dazu zu geben. Aber Vorsicht: Bei dieser Methode muss man die Herdplatte zwingend eine Stufe niedriger stellen, da bei 100°C die Suppe sonst verdampft!

Gut, wir Kronen der Schöpfung müssen uns diesen Tipp nicht zwingend merken, denn das Kochen ist bekanntermaßen Aufgabe der Frau. Aber auch hier gibt es gelegentlich Unterschiede. Im Normalfall steht daheim die Frau am Herd und hält sich dort auch oft für einige Zeit auf. Der Vorteil für uns Männer ist, dass sie uns während des Kochens keine überflüssigen Fragen stellen oder gar mit anderen Haushaltsaufgaben bedenken können.

Doch wenn es um professionelles Kochen geht ist der Mann der eindeutige Chef. Deshalb sind auch die meisten Sterne-Köche Männer und auch in großen Hotels sieht man kaum eine Frau als Chef der Küche. Frauen sind mindestens eine Etage weiter oben beschäftigt, mit Betten machen und Zimmer aufräumen. Doch vergessen wir das professionelle Kochen und widmen uns wieder dem semi-professionellen Heim-Kochen.

Ein Mann sollte auf jeden Fall vermeiden dass 2 Frauen auf einmal seine Küche bevölkern, weil sie eventuell mal neue Rezepte ausprobieren möchten. Denn bei dieser Form des Kochens ist Gefahr im Verzug denn es bietet sich geradezu an, sich mit einer Geschlechtsgenossin zu unterhalten. Und ob danach wirklich noch weiter gekocht wird ist sehr umstritten. Ich empfehle dringend schon bei der Ankündigung dass eine Freundin mitkochen möchte, gleich umgehend das Haus zu verlassen und sich an der nächstgelegenen Currywurstbude durchzufuttern.

Gut, unsere Küche verwaist gerade etwas, denn das Weibchen ist noch bis einschließlich Donnerstag im Urlaub in der Türkei. Weshalb ich heute wohl mal wieder in der Stammkneipe mampfen werde. Und die restlichen paar Tage werde ich wohl auch noch überleben. Irgendwie…