Die coolste Weihnachtskrippe von Köln

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Weihnachten ist ja gerade erst vorbei und ich bin ja – wie bekannt – kein Weihnachtsfreak. Aber in meiner Jugend da war das etwas anderes…

Da wurden in der Vorweihnachtszeit Plätzchen gebacken, deren Lebensdauer nur geringfügig über dem des Backvorgangs lag. Da war man mindestens zwei Wochen vor den Festtagen schon ganz hibbelig, ob denn endlich auch Schnee fallen würde. Und wenn er dann fiel, dann hatte man meistens Grippe. Und das ungewisse Gefühl im Bauch, was denn wohl das Christkindchen für einen vorbei bringen würde.

Kurz vor Weihnachten stellte mein Vater die Krippe, die mein Opa kurz nach dem Krieg mal selbst gebastelt hatte, im Wohnzimmer auf. Viele Krippen sind langweilig, aber unsere war das nicht. Wegen den mordstollen Figuren darin, aus Ton gegossen… Ich habe einmal den Josef und das Christkindchen auf den alten Ölofen gestellt damit sie es schön warm haben sollten.

Allerdings ist es dem Christkindchen buchstäblich schwarz vor Augen geworden. Vielleicht hat es sich auch nur erschrocken als der Josef beschloß, sich mit einem ziemlich lauten Knall in viele kleine Trümmer zu zerlegen. Ein Teil von ihm ist bis in den Plätzchenteig geflogen und das war kein schöner Anblick. Meine Mutter hat dann mit mir geschimpft und gesagt, dass nicht einmal die Heiligen vor mir sicher wären. Aber sie hat es sicher nicht so gemeint…

Wenn Maria ohne Mann und ohne Kind herumsteht, sieht das allerdings ziemlich blöd aus. Da fehlt dann irgendwie etwas… Aber ich habe Gott sei Dank viele Figuren in meiner Spielzeugkiste gehabt und der Josef war ab da Donald Duck. Als Christkind wollte ich den Asterix nehmen, weil der als einziger so klein war dass er in den Futtertrog gepasst hätte. Doch da hat meine Mutter gesagt, man könne doch als Christkind keinen Asterix nehmen, da wäre ja das verkokelte Christkindchen noch besser.

Ich hab mir das dann mal durch den Kopf gehen lassen und bin zu der Entscheidung gelangt, dass die Mama recht hatte. Es war zwar jetzt schwarz, aber immerhin ein Christkind. Hinter dem Christkindchen, Donald Duck Josef und Maria standen noch zwei Ochsen, ein Esel, ein Nilpferd und ein Brontosaurier. Das Nilpferd und den Brontosaurier habe ich dazu gestellt, weil die anderen Viecher alleine mir zu langweilig waren.

Links neben dem Stall standen immer die heiligen drei Könige. Einer von den Königen (ich glaub es war der Neger…) ist meiner Mutter beim Staub wischen mal herunter gefallen und auf dem Boden zerschellt. Aber wozu hatte ich denn meine Spielzeugkiste? Ab da hatten wir dann nur noch zwei heilige Könige und einen heiligen Batman als Bewacher Ersatz.

Normal haben die heiligen drei Könige einen Haufen Zeug für das Christkind dabei, nämlich Gold, Weihrauch und Pürree oder so ähnlich. Unsere hatten statt Gold eine ganze Schatzkiste von den Piraten dabei, einer hatte eine Zigarette in der Hand, weil meine Mutter damals kein Weihrauch auftreiben konnte. Die Zigarette qualmte auch schön, allerdings passte sie nicht ganz im Maßstab.

Der heilige Batman konnte im übrigen das Christkindchen vor dem Brontoaurier beschützen, praktisch denken war schon immer meine Stärke. Hinter den drei Heiligen standen immer ein paar rothäutige Indianer, die wohl jedes Kind von damals in der Spielzeugsammlung hatte. Und so ein käseweißer Engel. Dem Engel war bei einem Gemetzel mit den Indianern allerdings ein Fuß abgebrochen. Deshalb habe ich ihn auf ein Blechmotorrad gesetzt, damit er nicht so lange stehen musste.

Obwohl… Wenn ich heute so darüber nachdenke, hätte er ja auch die ganze Zeit schweben können. Egal, sah auf jeden Fall cool aus! Rechts neben dem Stall hatte ich noch Rotkäppchen und den Wolf hingestellt. Das ging aber auf einen Vorschlag meiner Schwester zurück. Passte aber irgendwie gar nicht zu Batman, dem Brontosaurus und den Indianern. Rotkäppchen habe ich dann heimlich in den Mülleimer geschmissen und meiner Schwester hab ich erzählt, der Brontosaurus hätte es gefressen…

Auf jeden Fall hatten wir auch ohne das blöde Rotkäppchen die coolste Weihnachtskrippe von allen. Und das mit dem Rotkäppchen bleibt unter uns, meiner Schwester hab ich die Wahrheit nämlich nie erzählt…

Wie in jedem Jahr…

…mache ich auch 2015 zumindest über die Weihnachtsfeiertage ein paar Tage Blogpause. Deshalb wünsche ich euch und euren Familien schon jetzt ein paar schöne und möglichst ruhige Feiertage, lasst euch reich beschenken und trinkt nichts was ich nicht auch trinken würde. Bis dahin…

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Wie feiert man eigentlich Weihnachten in…

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Weihnachten feiern zwar viele Menschen, allerdings auf ganz unterschiedliche Weise. Nicht in jedem Land bringt der Weihnachtsmann oder das Christkind die Geschenke und anders als bei uns findet auch die Bescherung nicht überall am Heiligen Abend statt. Doch wie feiert man in anderen Ländern Weihnachten?

Die weihnachtliche Tradition ist generell überall gleich, denn im Christentum wird die Geburt von Jesus gefeiert. Doch andere Länder andere Sitten, jedes Land hat andere Bräuche und Traditionen und nicht zuletzt wird auch in unterschiedlichen Zeit- und Klimazonen gefeiert. In Australien zum Beispiel dürfte Schnee im Dezember, der bei uns mit winterlicher und weihnachtlicher Gemütlichkeit in Zusammenhang gebracht wird, außer in einer Ski-Halle relativ selten sein.

In England werden zu Weihnachten die Wohnzimmer mit Luftschlangen und Girlanden geschmückt. Weihnachtsbäume sind auf der Insel seit Königin Charlotte, der deutschen Frau von König George III., anzutreffen. Sie führte im späten 18. Jahrhundert diese deutsche Tradition in England ein und der ebenfalls aus Deutschland stammende Prinz Albert machte ihn dann berühmt. Er spendete unter anderem Bäume für Kasernen und Schulen und seitdem werden auch bei den Engländern Weihnachtsbäume aufgestellt.

Zu Weihnachten wird in England traditionell Plumpudding serviert, ein Kuchen bestehend aus Rosinen und Nüssen, in dem eine Münze versteckt wird. Der Glückliche, der die Münze in seinem Plumpudding findet, darf sich etwas wünschen. Heiligabend, dass auf der Insel “Christmas Eve” genannt wird, gibt es in England ein Festessen und nicht selten werden die Teller dazu mit kleinen Hütchen und Tröten dekoriert. Der Weihnachtsmann, der in England “Father Christmas” genannt wird, kommt nach englischer Tradition erst in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember und so gibt es die Geschenke erst nachts oder am 1.Feiertag.

Wie in Italien, denn auch dort gibt es erst am 1.Weihnachtstag Geschenke. Dort ist Weihnachten ein besonderes Fest, denn viele Italiener sind streng gläubig. An Heiligabend kommt traditionell die ganze Familie zusammen und man isst zusammen. Nach dem Essen wird oft die Mitternachtsmesse besucht. Anders als zum Beispie in Deutschland gibt es keine Geschenke unter dem Weihnachtsbaum. Nur die Krippe darf unter dem Baum aufgebaut werden. Die wirklich traditionellen Italiener müssen sich auch heute noch mit der Bescherung etwas gedulden.

Denn Geschenke werden – genau wie in Spanien – erst am 6. Januar, dem Dreikönigstag, verteilt. In Südeuropa hält sich immer noch der Brauch der Dreikönigshexe Befana und die Geschenke werden demnach nicht vom Weihnachtsmann oder Christkind gebracht, sondern von dieser Hexe. Allerdings hat sich in vielen Regionen Italiens und auch bei den bei uns lebenden Italienern mittlerweile auch die Tradition von Weihnachtsmann und Christkind durchgesetzt, wobei es aber Geschenke erst am 1.Feiertag gibt.

In Spanien bringen die Heiligen drei Könige den Kindern die Geschenke. Am 24. Dezember trifft sich dann die Familie und es wird gemeinsam gegessen und getrunken. Wie in Italien besuchen auch die Spanier danach eine Mitternachtsmesse. Zwar wird auch in Spanien das Haus zu Weihnachten geschmückt, allerdings wird doch kein Weihnachtsbaum aufgestellt sondern nur eine Krippe. Üblicherweise werden auch am Heiligabend keine Geschenke verteilt.

Zur Weihnachtszeit gibt es in Spanien eine Weihnachtslotterie. Diese Lotterie, an der sich sehr viele Spanier beteiligen, findet am 22. Dezember statt. Dort werden riesige Summen ausgespielt und die Einwohner eines einzigen Dorfes wurden sogar schon alle zu Millionären. Erst am Dreikönigstag am 6. Januar gibt es in Spanien Geschenke. In Frankreich heißt der Weihnachtsmann Père Noël. Wie in anderen europäischen Ländern wird auch in Frankreich am 24. Dezember ein Festmahl serviert.

Und zumindest die französischen Kinder bekommen sogar zweimal Geschenke! Um Mitternacht besucht die gesamte Familie die Mitternachtsmesse und dem Brauch nach schleicht dann “Père Noël” ins Haus und versteckt in den Schuhen der Kinder kleine Geschenke. Quasi ein kleiner Vorgeschmack, denn am 1.Weihnachtstag kommt er noch einmal wieder, und erst dann findet in Frankreich die richtige Bescherung statt.

In Schweden wird Weihnachten als “Julfest” gefeiert. Es beginnt bereits am ersten Advent und endet erst am 13. Januar. Dieser 13. Dezember ist der Tag der Heiligen Lucia und viele, vorwiegend jüngere Schwedinnen, verkleiden sich als Lucia mit einem Kranz auf dem Kopf, auf dem auch Kerzen befestigt sind. Auch in Schweden wird der Weihnachtsbaum mit vielen Kerzen geschmückt und es werden Strohpuppen und Gebäck am Baum aufgehängt.

Am heiligen Abend gibt es ein Festessen, anschließend werden die Kerzen an dem Weihnachtsbaum angezündet und es findet die Bescherung statt. Der schwedische Weihnachtsmann heißt “Jultomten” und nach der Bescherung geht man mit der ganze Familie zur Mitternachtsmesse. Am 13. Januar, zum Geburtstag der Heiligen Lucia, feiern dann die Erwachsenen das Ende der Weihnachtszeit.

In Russland überbringt traditionell Väterchen Frost die Geschenke. Bedingt durch ein anderes Kalendersystem, dort gilt der Julianische und nicht wie bei uns der Gregorianische Kalender, fällt Heiligabend nach russischer Zeitrechnung erst auf den 6.Januar. Gläubige Russen fasten vorher bis zum 1.Weihnachtstag am 7.Januar 40 Tage lang. Zu Weihnachten gibt es dann ein großes Festmahl.

Der Weihnachtsbaum wird nach unserer Zeitrechnung erst Ende Dezember aufgestellt und geschmückt. In der Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar gibt es Geschenke und da in Russland eine andere Zeitrechnung gilt, wird dort Weihnachten auch etwas länger, nämlich bis zum 11. Januar, gefeiert. Dieser 11.Januar ist gleichzeitig in Russland auch der letzte Tag des Jahres.

In Nordamerika werden die Geschenke von Santa Claus gebracht. In den USA und auch in Kanada gibt es zu Weihnachten traditionell ein richtiges Festmahl, an dem meistens ein Truthahn serviert wird. Da die Amerikaner es bunt lieben, schmücken viele ihre Häuser mit Lichterketten. In den USA gibt es sogar Wettbewerbe, wer sein Haus am schönsten dekoriert hat. Amerikaner und Kanadier haben, bedingt durch sehr viele Einwanderer, überwiegend die europäischen Traditionen übernommen, wenn man von ihrem Hang zu kitschigen Dekorationen mal absieht.

In Australien wird Weihnachten im Hochsommer gefeiert. Wie in Amerika heißt der Weihnachtsmann Santa Claus, allerdings hat der keinen dicken warmen Anzug an, sondern sitzt eher in Beachkleidung am Strand. Weihnachten in Australien findet überwiegend an Stränden oder in Parks statt. Es wird zusammen gegrillt, oft mit wenig weihnachtlicher Musik und dort gibt es auch die Geschenke.

Bedingt durch viele Einwanderer aus Europa setzen sich aber auch immer mehr europäische Traditionen durch und man sieht auch häufiger zumindest Plastik-Weihnachtsbäume und Kunstschnee. Und ganz ehrlich, für mich als wenig weihnachtlich begeisterten wäre eigentlich Australien das perfekte Land.