Geografie ist nicht angeboren

landkarte

Geografie oder Erdkunde, wie es noch zu meiner Jugendzeit bezeichnet wurde, ist beileibe nicht jedermanns Steckenpferd. Unwissenheit kann mitunter strafmildernd wirken, manchmal lustig aber mitunter auch peinlich sein. Ich kenne Menschen, für die war ein Atlas nur wegen der vielen Bildchen reizvoll. Zeigte man ihnen dann einen Globus stellten sie erstaunt fest, dass die Erde doch keine Scheibe ist.

Natürlich ist es gerade für die Generationen deren Schulzeit schon ein paar Dekaden zurückliegt auch etwas schwerer geworden. Zeigte der Lehrer früher auf die UdSSR dann hätte man auf Grund der Größe des Landes und geringfügiger Vorkenntnisse schon raten können, dass es sich um Russland handelte. Dies war zwar umgangssprachlich gesehen falsch, mit etwas Glück ließ es allerdings der Lehrer durchgehen.

Musste man sich früher nur einen Staat im Osten Europas merken, sind es heute gleich 15 Staaten die aus der ehemaligen UdSSR hervorgingen. Und die heutigen Teil-Staaten des früheren Jugoslawien und der Tschechoslowakei machen Geografie-Verweigerern das Leben nur noch schwerer. Auch Deutschland hat viel zur neueren Geografie beigetragen. Hatte man früher noch Mühe damit, alle 11 alten Bundesländer auf die Kette zu bekommen, kamen 1990 gleich noch 5 neue hinzu. Der Einfachheit halber bezeichnete der geneigte Geografie-Verweigerer diese allerdings als Neufünfland…

Die bessere Hälfte zum Beispiel kann sich mit viel Mühe noch merken, dass Bonn, Leverkusen und Düsseldoof in unmittelbarer Nachbarschaft zu Köln liegen. Alles darüber hinaus ist quasi weit weg und nicht wichtig. Gut, über die Wichtigkeit von Städten oder Bundesländern wollen wir nicht streiten, aber der Bajuware an sich spielt wirklich nur eine untergeordnete Rolle…

Geografie spielt sich also nicht nur in Ländern ab, auch Städte haben eine geografische Daseinsberechtigung. Wir sind im Sommer zu Freunden nach Kroatien eingeladen, die dort ein Haus besitzen. Sehen wir mal von der Tatsache ab, dass die Einladung von der besseren Hälfte bestätigt und ich noch nicht einmal gefragt wurde. Gestern habe ich dann das Weibchen mal gefragt, in welche Stadt wir fahren würden.

Zur Antwort bekam ich: „Nach Kroatien.“ Naja, hätte ich mir fast denken können, weshalb ich noch einmal nachfragte: „In welche Stadt denn?“ Sie sah mich fragend an und antwortete dann: „Na in die Altstadt von Kroatien!“ Wenn ihr mich also im Sommer mal für 10 Tage vermissen solltet, dann bin ich in der Altstadt…

Ärger mit den Maßeinheiten

nurmalso

Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht!

Ich habe ja auch noch nach etlichen Jahren immer noch meine Probleme mit alltäglichen Kleinigkeiten. Das Kilowatt gehört zum Beispiel dazu. Grundsätzlich habe ich nichts gegen das Kilowatt, solange es sich um eine normale Einheit für den elektrischen Strom handelt.

Ein Problem habe ich allerdings, wenn es um die Leistungsstärke von Motoren geht, vorwiegend Automotoren. Welcher Dorftrottel hat sich das damals eigentlich ausgedacht? Die jüngere Generation die es nicht anders kennt, wird diese Maßeinheit wahrscheinlich verwenden. Aber mal ehrlich: Wer sagt denn von uns „KW“, wenn er von einem Auto oder Motorrad spricht?

Ob bei Übertragungen von Autorennen oder beim Gespräch an der Theke: Der deutsche Mann sagt PS, wenn er von Motorleistungen spricht. Michael Schumacher ist ja schließlich nicht mit Elektroautos siebenfacher Weltmeister geworden. Unter einer Pferdestärke stellt man sich noch Kraft vor und kann sie in einen Zusammenhang mit einer Motorenleistung bringen.

Aber wer um Gottes Willen vergleicht die Motorleistung schon mit dem Stromverbrauch eines Wasserkochers? So frei nach dem Motto: Mein Auto hat die Kraft von 76 Wasserkochern! Was für ein Schwachsinn!! Das ATÜ wurde ja damals auch abgeschafft, seit Jahren soll man nur noch das Bar verwenden. Klappt bei der jüngeren Generation bestimmt prima aber…

Seither macht die Feuerwehrsirene ja auch nicht „Tbartata Tbartata…“ Was sagt ihr eigentlich? KW oder PS?

Wehwehchen – Das Alter

arztkoffer

Nach langer Zeit hat sich gestern bei mir wieder ein altes Kriegsleiden bemerkbar gemacht. Eine etwas unbedachte und ruckartige Bewegung genügte, um sich heute etwas gehandicapt zu fühlen. Denn der Rücken zwickt, wahrscheinlich wieder einmal der Ischiasnerv. Zum Ende meiner aktiven sportlichen Zeit machte ich schon die ersten Erfahrungen mit dieser sehr unangenehmen und schmerzhaften Geschichte.

Am Anfang machte mir öfter einmal ein eingeklemmter Ischiasnerv zu schaffen. Abends noch vollkommen gerade in die Heia gekuschelt und morgens dann mit schmerzverzerrtem Gesicht und krumm wie ein Fragezeichen aufgewacht. Dieser Zustand stellte sich durchschnittlich ein bis zweimal pro Jahr ein und man konnte schon fast die Uhr danach stellen. Dann ging es zum behandelnden Onkel Doktor und der bekam das auch meist mit ein oder zwei Spritzen in die Regio Glutealis wieder hin.

Vor knapp 10 Jahren wurde dann ein beginnender Bandscheibenvorfall diagnostiziert. Da war in den vergangenen Jahren dann nur alleine mit Spritzen nichts mehr zu machen. So willigte ich dann vor 5 Jahren in eine erste Behandlung per Akupunktur ein. Wobei diese Behandlung nur der Schmerzlinderung dient, der eigentliche Bandscheibenvorfall lässt sich damit nicht heilen.

Nachdem ich zuvor die Adresse eines nahegelegenen Nadelartisten bekommen hatte, machte ich mit diesem einen schnellstmöglichen Termin aus. Die Behandlung sollte sich über 10 Sitzungen a 20 Minuten erstrecken. Da ich überhaupt keine Vorstellung davon hatte was mich erwartete, ging ich mit einem durchaus mulmigen Gefühl zu der ersten Sitzung.

Ich wurde nach einer angenehm kurzen Wartezeit dann mit drei weiteren Patienten in verschiedene kleine Kabinen gebeten. Dort musste ich mich bis auf die Unterhose ausziehen und bäuchlings auf eine Liege legen. Nachdem der Arzt mit einer Sprechstundenhilfe eingetreten war, begann auch schon nach einer kurzen Unterhaltung die Piekserei.

Aber was sage ich… Piekserei kann man es eigentlich gar nicht nennen. Vielmehr sah ich zwar die Nadeln, zumindest die in meinen Ellenbogen und Handgelenken, aber die Einstiche merkte man kaum. Nachdem ich also aufgespießt war, wurde noch zur Unterstützung eine UV-Lampe auf meinen Rücken platziert. Bei leiser berieselnder Musik lag ich also dort ca. 20 Minuten und bin – eingepennt! Wach wurde ich erst wieder, als der Arzt mir die Nädelchen wieder aus dem Astralkörper entfernte.

Nach der ersten Sitzung kontrollierte ich dann aber vorsichtshalber im Spiegel, ob da wirklich auch alle Nadeln entfernt wurden. Schließlich kommt ja nicht jeder Mensch als der geborene Fakir auf die Welt. Nach der vierten Sitzung konnte ich im übrigen schon eine deutliche Besserung meiner Rückenschmerzen verspüren. Und seit nunmehr fast 3 Jahren habe ich auch keine oder nur noch geringfügige Probleme damit. Mir ist aber durchaus bewusst, dass dieser Zustand nicht ewig anhält und dass eine Operation wohl leider unumgänglich ist.

Da der Rheinländer an sich und der Kölner ganz speziell auch für solche Situationen immer eine Lebensweisheit parat hat, halte ich es mit dem kölschen Motto:

Et hät noch immer joot jejange!

Aber heute werde ich mir wohl mal wieder eine Spritze abholen müssen, denn der Ischiasnerv meldet sich doch ziemlich heftig…