Von Querdenkern und anderen Ärgernissen im Lockdown-Light

Corona

Die sogenannte 2. Welle dieser Corona-Krise ist mit Verzögerungen in der Welt angekommen. Seitens der Bundes- und Landesregierungen wurden hierzu Maßnahmen wie Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen und im momentanen Lockdown-Light auch wieder Schließungen und Beschränkungen einzelner Branchen. Viele dieser Maßnahmen sind für mich absolut nachvollziehbar, allerdings nicht alle.

Die Situation in den Schulen zum Beispiel hätte man in meinen Augen auch anders lösen können. Seit dem ersten Lockdown im Frühjahr hat die Politik vor dieser 2. Welle gewarnt. Man propagiert Abstände einzuhalten, doch das scheitert gerade bei den Schülern oft schon auf dem Schulweg. Busse und Bahnen gerade in größeren Städten sind zu den Stoßzeiten proppevoll, von Abstand keine Spur. Man hat soviel Geld in die Hand genommen, um Unternehmen finanziell zu unterstützen.

Warum hat man da nicht noch eine Milliarde mehr locker gemacht um arbeitslose Lehrer wenigstens befristet einzustellen? So könnte man den Unterricht besser auf den Tag verteilen, zum Beispiel einen Teil der Klassen vormittags, den anderen Teil nachmittags. Und das vielleicht noch im wöchentlichen Wechsel, damit sich niemand benachteiligt fühlt. Seit Jahren wird eine bessere Digitalisierung gefordert, würden an unseren Schulen halbwegs vernünftige Server stehen und schnelle Internetverbindungen verfügbar sein, könnte man zumindest bei älteren Schülern wenigstens zeitweise den Unterricht online gestalten.

Viele Gaststätten und Restaurants haben den ersten Lockdown genutzt, um ihre Betriebe mit modernen Lüftungsanlagen auszurüsten oder sie entsprechend umzubauen. Von unserer Firma alleine wurden über die Sommermonate mindestens 30-35 dieser Neu-Montagen bzw. Modernisierungen vorgenommen und es werden mit Sicherheit bundesweit einige mehr sein. Im Prinzip rausgeschmissenes Geld für diese Betriebe, die man jetzt wieder bundesweit komplett geschlossen hat. Und wer kann schon sagen, ob dies die letzte erzwungene Schließung ist?

In Fußgängerzonen und auch kompletten Stadtbezirken wurde das tragen eines Mund- und Nasenschutzes ausgewiesen. Dieses wird mehr oder weniger intensiv überwacht und auch mit Strafen bei Mißachtung geahndet. Vollkommen nachvollziehbar und richtig. Aber warum verhält man sich bei den Demos der sogenannten Querdenker dann so zurückhaltend wenn es um die Kontrollen von Abstand und Maskenpflicht? Jeder Teilnehmer der sich nicht an die Regeln hält würde von mir erst mal abkassiert. Polizei ist immer vor Ort, dann eben eine Hundertschaft mehr zum kassieren. Bei Weigerung ersatzweise 5 Tage Haft zum nachdenken… Sollte jemand bei einer weiteren Demo teilnehmen und sich wieder nicht an die Regeln halten – Strafe verzehnfachen.

Das man die verordneten Maßnahmen nur halbherzig verfolgt, das jemand der vielleicht gerade mal vergessen hat seine Maske aufzusetzen und dafür eine Strafe zahlen muss, diese Verschwörungstheoretiker aber straffrei davon kommen trägt sicher auch dazu bei, das viele sich dann mächtig verarscht vorkommen und sich deshalb auch nicht bedingungslos an die Regeln halten. Vieles scheint auch gelinde gesagt nicht wirklich überlegt.

Das man während des Lockdown-Light hier bei uns in Köln einen verkaufsoffenen Sonntag oder „Tag des Veedels“ veranstaltet, scheint angesichts der Tatsache das man von anderer Stelle gepredigt bekommt, Kontakte auf ein Minimum zu beschränken zwar den Einzelhandel zu freuen, erzeugt aber bei mir nur Kopfschütteln. So etwas ist in meinen Augen nicht tragbar, vor allem unter dem Gesichtspunkt, das selbst klein(st)e Treffen oder Veranstaltungen „nicht empfohlen“ werden. Und da fragt sich so manch gemeiner Bürger schon, ob den Verantwortlichen überhaupt klar ist, das sich Betroffene die eventuell im Moment ohne Einkommen dastehen, da mächtig veräppelt vorkommen.

Es gibt noch einiges was ich hier aufführen könnte, das würde aber zu lang werden. Leider…

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