Motorräder

Hier werden Links, Fotos und Geschichten zu meinem liebsten Hobby veröffentlicht.

Ab in die Garage

Was macht Mann an einem Wochenende im Winter, wenn das Wetter eher semioptimal ist, das Fernsehprogramm trostlos und man von Pandemieverordnungen eingeschränkt wird? Richtig, Mann verzieht sich in die Garage. Denn dort stehen die Maschinen der Begierde und die wollen schließlich in Schuss gehalten werden.

Die große Schrankwand ist ja inspektionsmäßig nicht im Rückstand, seit der letzten Durchsicht wurden mal gerade 2500 Kilometer zurückgelegt. Also nur den Ölstand kontrolliert und ansonsten nur ein paar Vorbereitungen getroffen. Denn demnächst möchte ich mir ein Android-Autoradio montieren, das das serienmäßige Radio nur ein Cassettenteil hat. Naja, 1992 eben Stand der Technik…

Das neue Teil muss dann ins Mittelhorn über der Tankattrappe eingearbeitet werden. Das wird noch etwas Frickelarbeit aber ich habe schon einen Plan, wie es dann zu bewerkstelligen ist. Ansonsten steht nur putzen und polieren der Goldwing aufm Plan, allerdings erst nach den Einbauarbeiten. Das Hauptaugenmerk lag also diesmal wieder bei der dicken Diva, und die wurde – wie jeden Winter – mal wieder demontiert.

Die zerfledderte dicke Diva

Unter anderem wurden die Vergaser kontrolliert und die Einstellung überprüft, Ventileinstellung gecheckt, neue Zündkerzen montiert, Kardanantrieb, Federung und Lenkkopflager überprüft, Ölfilter, Motoröl und Getriebeöl gewechselt, die Bremsbeläge hinten ausgetauscht und den regenerierbaren Luftfilter gereinigt. Heute Abend werden noch neue Bridgestone-Reifen bestellt, die erfahrungsgemäß dann in der nächsten Woche wieder montiert werden können.

Dann den ganzen Anbaukram wie Auspuffanlage und Verkleidungsteile wieder montiert und dann ist die Diva fast wieder fahrbereit. Zum Schluss werden meine beiden Schätzchen noch ordentlich geputzt und poliert und dann darf das Wetter auch langsam wieder trockener werden, denn die beiden wollen ja auch wieder auf die Straße.

Kleine Ursache, große Wirkung

Goldwing

Heute früh hatte ich ja darüber berichtet, das die Schrankwand mich zum ersten Mal im Stich gelassen hat.

Heute Mittag bin ich also mal zu Peter und Erika gefahren, in deren Garage die Goldwing seit Samstag geparkt war. Und was soll ich euch sagen, gleich mal die erste von 3 Möglichkeiten führte zur Wiederbelebung des Schlachtschiffs. Eine poplige 30 Ampere-Sicherung, die ich im Sommer nicht auf Verdacht ausgetauscht hatte, hat die Grätsche gemacht und war für die Stilllegung des Dickschiffs verantwortlich. Allerdings muss ich dabei erwähnen, das ich genau diese Sicherung auch erst nach dem Studium des 960 Seiten starken Werkstatthandbuchs entdeckt habe.

Da diese Sicherungen schon mal dem Alter Tribut zollen, hatte ich – wie schon erwähnt – alle ihre anderen Kollegen im Sommer erneuert. Nur eben diese nicht… Nach dem auswechseln dieses Cent-Artikels sprang die Goldi gleich wieder wie gewohnt gut an und wurde danach auch gleich wieder in ihr gewohntes Zuhause umquartiert. Im Prinzip 5 Minuten Arbeit wenn man denn weiß, wo alle Bauteile an einem Fahrzeug montiert sind. Ich weiß es jetzt…

Da ging nichts mehr – Dunkelheit in der Schrankwand

Goldwing

Am Samstag hat mich die Schrankwand das erste Mal im Stich gelassen.

Das schöne Wetter musste natürlich ausgenutzt werden und so habe ich kurzfristig noch eine kleine Spritztour ins Bergische Land gemacht. Alles ganz easy und ohne Probleme. Als ich dann bei uns im Grengel war und an der Ampel in Richtung Garage abbiegen wollte, wurde es buchstäblich zappenduster.

Nichts ging mehr, komplette Elektrik tot, keine Anzeige mehr im LCD-Display, kein Licht und starten ließ sich das Dickschiff auch nicht mehr. Also erst mal auf den Gehweg geschoben und die ca. tausend Sicherungen hinter den beiden Seitendeckeln kontrolliert. Hm, allerdings war keine verschmorte zu entdecken. Da war dann grübeln angesagt…

Zufällig kam dann Erika, die Frau meines Goldwing-Kumpels Peter vorbei, die quasi um die Ecke wohnen. Sie gab dann Peter Bescheid, der 5 Minuten später mit Akku-Überbrückungshilfe neben mir stand. Damit war der Dicken allerdings auf die Schnelle nicht zu helfen, denn dafür muss die Sitzbank abgenommen werden und die ist gut verschraubt. Und da es in einer halben Stunde dunkel sein würde, haben wir das mal sein gelassen.

Also haben wir beschlossen, die Schrankwand kurzerhand neben Peters Goldwing in dessen Garage übernachten zu lassen. Die 100 Meter schieben ließen uns beide aber schon in Wallung kommen, denn das Schiff wiegt nun mal 400 Kilo und ist eher nicht fürs schieben ausgelegt. Vor der Garage dann nochmal alles durchgemessen, allerdings war kein Fehler zu entdecken. Also reingeschoben in die Garage zu ihrem Schwesterchen…

Gestern rief Peter mich an und berichtete, das er kurz zuvor noch einen Startversuch unternommen hätte. Die Goldi wäre tadellos angesprungen, alle Anzeigen da, alles bestens. Dann hätte er sie ausgemacht und beim zweiten Startversuch wieder nothing, alles dunkel, kein Mucks. Also hab ich mich gestern Abend mal im Goldwing-Forum schlau gemacht.

Die Schrauber kamen zu dem Ergebnis, das entweder eine bekannte Macke am Zündschloss die Ursache wäre, die einfach mit einer beherzten Ladung WD 40 zu beheben wäre. Die Kontakte korrodieren wohl mit dem Alter und dann kommen solche Aussetzer zu Stande. Die zweite Möglichkeit: Die Batterie.

Gel-Batterien können sich wohl schlagartig ohne Vorwarnung entladen, was mir allerdings auch nicht bekannt war. Also werde ich nachher mal zu Peter rüberdackeln und zuerst mal die Spannung der Batterie im ausgeschalteten Zustand und mit betätigtem Zündschlüssel messen. Eine nagelneue Batterie steht ersatzweise in meinem Keller. Sollte es das nicht sein, werde ich mal den Trick mit dem WD 40 anwenden und hoffen, das der Dampfer gnädig ist und reagiert.

Und wenn es beides nicht sein sollte, dann heißt es suchen bis der Arzt kommt. Allerdings muss ich das Dickschiff dann erstmal in meine eigene Garage bekommen und die liegt etwa 500 Meter entfernt… Ich werde berichten. An dieser Stelle nochmal ein dickes Danke an Peter für die schnelle Hilfe! Und ein Dankeschön an den lieben Herrn Gott, das er mich nicht im Bergischen stehen ließ. Denn der ADAC hätte mich sicher auch abgeholt, nur nicht so schnell…