Unterwegs

In dieser Rubrik wird berichtet, was ich auf meinen beruflichen und privaten Reisen so erlebe.

Oh du schöner Westerwald…

sonne

Samstag, ein kurzer Abstecher in den Westerwald stand auf dem Programm. Zwar war das Wetter jetzt nicht direkt einladend, doch die Diva war seit Dienstag nicht bewegt worden und wer rastet, der rostet.

Los gefahren bin ich bei fast blauem Himmel, garniert mit ein paar helleren und ein paar dunkleren Wolken. Temperaturen zwischen 14 und 15°, da kann Mann schon einmal auf den Gedanken kommen das Mittagessen unter freiem Himmel zu genießen. Vor allen Dingen, wenn die kleine Fläche mit Außengastronomie noch recht einladend aussieht und man sich so noch um diese leidige Maske drücken kann.

Also hinein spaziert und die Speisekarte studiert. Nach 2 Minuten steht der maskierte Kellner am Tisch, ich bestelle eine Cola und Schweinegeschnetzeltes mit Pfifferlingen und Rösti. Dann das Smartphone gezückt und die Zeit überbrückt, bis das Essen serviert wird. Überraschenderweise steht das Futter aber keine 10 Minuten später vor mir und ich lasse es mir schmecken. Ich hatte vielleicht drei- oder viermal die Gabel im Mund, als es innerhalb von Sekunden plötzlich dunkel wie im Bärenarsch über mir wird. Und noch während ich mir Gedanken mache ob es besser wäre drinnen weiter zu essen, fängt es an zu schütten wie die Seuche.

Wenn Mann sich dann allerdings nicht entscheiden kann, ob er zuerst das Smartphone oder das Mittagessen sichert, dann kann es unter sehr ungünstigen Umständen vorkommen, dass einem die Regentropfen so ins Geschnetzelte prasseln, dass Mann innerhalb von knappen 30 Sekunden eine getarnte Gulaschsuppe vor sich hat, während Mann zumindest das Smartphone in der Hosentasche in Sicherheit bringt.

Allerdings ist es dann schon äußerst kulant, wenn man drinnen im trockenen eine neue Portion serviert bekommt. Umsonst… Und einen feuchten Lappen, um die gröbsten Spritzwasser-Geschnetzeltes-Flecken zu entfernen. Ich habe mich natürlich mit einem entsprechenden Trinkgeld revanchiert. Der Regenschauer dauerte übrigens nur knappe 5 Minuten, offensichtlich hatte sich nur eine Wolke über mir verflogen. Danach war wieder Sonnenschein und dem Herrn Gott sei Dank konnte ich die Flecken aufm T-Shirt unter der Jacke verstecken.

#Divatours – Pfingsten im Moseltal

Normalerweise war geplant, Pfingsten irgendwo im Norden zu verbringen und da etwas die Gegend zu erkunden. Allerdings gestaltete sich die Hotelwahl in den letzten Tagen etwas lähmend. Bei einigen gabs nichts zu schnabulieren und wenn ich morgens keinen Kaffee bekomme, dann… Der nächste war ausgebucht und zwei wollten nur für mindestens 5 Tage vermieten. Also wurde der Norden geknickt und südlicher gesucht.

Das Moseltal ist ja jetzt kein unbekanntes Terrain für mich. Allerdings bin ich jetzt nicht der Typ dafür nur immer brav an der Mosel entlang zu tuckern, wie einige der amerikanischen Eisenhaufenfraktion dies mangels ausreichender Schräglagenmöglichkeiten gerne praktizieren. Denn so oft wie möglich sollte man das Moseltal mal verlassen, um sich auf oft kurvigen bis sehr kurvigen Sträßchen zu den Höhen von Eifel und Hunsrück zu kämpfen.

Und da kann eine Tour dann auch schon mal etwas länger werden als geplant, denn sowohl im Tal als auch auf den Höhen gibt es natürlich viele Ziele, an denen es sich wirklich lohnt, mal abzusteigen und die ein oder andere Pause einzulegen. Und natürlich muss auch die Diva zu ihrem recht kommen, denn ein Moped ist schließlich zum fahren da. Strecken wie zum Beispiel von Traben-Trarbach nach Longkamp sind zwar mit knapp 10 Kilometern relativ kurz, dafür bestehen sie aber fast nur aus Kurven. Und Gott sei Dank haben die Poser, die vorzugsweise nur in Cochem an der Eisdiele stehen und ihre Gefährte bewundern lassen, solche Abschnitte noch nicht entdeckt.

Quartier bezogen wird übrigens in Enkirch in der Nähe von Traben-Trarbach und wie man so hört, hat der Wirt auch die ein oder andere schöne Strecke in petto. Der Wetterbericht für das Wochenende sieht auch nicht schlecht aus und ich freue mich schon auf Samstag, Sonntag und Montag. Bis dahin werde ich mir abends schon ein paar Touren ins Navi nageln, damit auch fast nichts unentdeckt bleibt.

Wer suchet, der findet (vielleicht)…

diva

Gestern Abend habe ich der dicken Diva nochmal eine Zwangswäsche verpasst, denn das Geflügel vom vergangenen Wochenende klebte noch an Verkleidung und Scheibe, eigentlich an der ganzen Frontpartie. Zwar bin ich mir sicher das sie heute Abend bei unserer Rückkehr bestimmt wieder genau so aussieht, doch ein gelegentliches Vollbad schadet ja nicht. Um halb 10 bin ich mit 2 Kumpels verabredet und dann werden wir mal sehen, wohin die Reise heute geht.

Worauf ich fast wetten könnte ist dabei, das uns garantiert wieder eine ohne gleich mehrere Verkehrskontrollen blühen. Die blauen Funken scheinen zumindest hier bei uns in NRW, in Rheinland-Pfalz und in Hessen gehörig auf der Jagd zu sein, denn anders sind diese massiven Verkehrskontrollen wohl nicht zu erklären. Und ich rede jetzt nicht von einer Kontrolle… Nur mal so zum Vergleich: Im kompletten vergangenen Jahr bin ich genau einmal zu einer Verkehrskontrolle gebeten worden, alleine an den vergangenen 3 Wochenenden gleich 7 Mal. Höhepunkt war dabei der letzte Samstag, als wir sage und schreibe gleich viermal auf einen Parkplatz gewinkt wurden.

Ich habe jetzt seit knapp 42 Jahren den Führerschein aber ich kann mich nicht daran erinnern, in all den Jahren so oft kontrolliert worden zu sein. Gut, bei der vierten Kontrolle letzten Samstag habe ich dann den Sheriff mal gefragt, ob sie entflohene Sträflinge suchen oder einfach nur Langeweile hätten. Fand er nicht lustig, ich aber diese Kontrollen auch nicht, was ich ihm auch gesagt habe. Zudem gab es nichts zu beanstanden, alle Mopeds rechtlich einwandfrei, keine rote Ampel überfahren, nicht zu schnell gewesen oder was weiß ich was man noch alles anstellen kann.

Sehr spanisch kam nicht nur mir auch vor, das bei jeder dieser Kontrollen ausnahmslos Motorradfahrer gecheckt wurden. Da waren je Kontrolle immer 5-10 andere Biker, die auch rechts ran gebeten wurden aber nicht ein Autofahrer. Zudem schien mir das prüfende Personal wenn es um technische Dinge wie Anbauteile ging nicht immer auf dem neuesten Stand, man könnte auch sagen das sie zumindest von Motorrädern vielleicht mal Fotos gesehen haben, mehr aber auch nicht. Und wenn dann zum Beispiel eine Polizistin meint eine E-Nummer suchen zu müssen, dann lasse ich sie auch suchen. Sie lag fast vor mir, denn die entsprechende Nummer z.B. auf den Auspuffendtöpfen ist unten angebracht. Wusste ich vorher selbstverständlich nicht, ich hab ihr nur die entsprechende Bescheinigung gezeigt, schließlich bin ich kein Auskunftsbüro und technisch total uninteressiert. Die wollen doch was von mir… B-)

Bei der dritten und vierten Kontrolle haben wir uns wirklich nur noch einen Spaß daraus gemacht, was willste auch sonst machen wenn wild gewordene Sheriffs suchen und nichts finden. Klar kommst du dir da fast verarscht vor wenn du eine schöne Tour fährst und die blauen Funken dich im 1,5-Stunden-Rhythmus raus winken, von einem Kerl mal abgesehen keinen Plan haben wo sie zum Beispiel eine Fahrgestellnummer finden können und du insgeheim denkst: Haben die eigentlich noch alle Latten am Zaun?

Wenn jemand herum heizt wie ein Hirntoter oder vorrangig die Damen und Herren von der Harley-Fraktion meinen, ihre verstellbaren Auspufftüten mitten in einer Ortschaft mal wieder richtig knallen zu lassen, dann kann ich nachvollziehen das so etwas geahndet wird. Aber eine stinknormale Verkehrskontrolle, wo normalerweise Führer- und Fahrzeugschein kontrolliert wird, ob der Bock auch TÜV hat und fertig jetzt so ausarten zu lassen, das man fast das Motorrad auseinander nehmen muss, das finde ich gelinde gesagt schon sehr suspekt. Wenn wir heute auch wieder eine Kontrolle haben werde ich darauf bestehen, das man uns eine Bescheinigung ausstellt das wir kontrolliert worden sind. Und die kann man dann bei einer eventuell weiteren Kontrolle vorzeigen, den Sheriffs Arbeit ersparen und uns die Tour nicht vermiesen.

Im übrigen haben dutzende Mopedfahrer, mit denen ich bei Facebook in mehreren Gruppen vernetzt bin, ähnliches in den letzten Wochen berichtet. Ein Biker aus Bayern hat es sogar auf 5 Kontrollen an einem Tag gebracht, Respekt! Vielleicht müssen aber auch erst mehr Einbrüche oder ähnliche Straftaten verübt werden, damit die blauen Funken wieder eine sinnvolle Beschäftigung während ihrer Dienstzeit haben. Wir wollen doch nur fahren und Spaß haben, allerdings kann der einem momentan wirklich vergehen.