Unterwegs

In dieser Rubrik wird berichtet, was ich auf meinen beruflichen und privaten Reisen so erlebe.

Kavalier im Parkhaus

nurmalso

Man(n) hilft ja wo er kann…

Heute morgen um 6 Uhr startete die zweite berufliche Reiserunde, diesmal nach Hessen. Kassel war das erste Ziel und hier habe ich auch eben wieder mal so ein Erlebnis zum schmunzeln gehabt. Als ich in die Tiefgarage einfuhr, versuchte augenscheinlich eine noch jüngere Weiblichkeit, rückwärts in eine Parklücke zu rangieren.

Ich habe dieses Weibchen dann fast 5 Minuten beobachtet, wie sie immer wieder hektisch in ihre Außenspiegel sah, dann wieder über die Schulter durch die Heckscheibe blickte und mehrere Versuche unternommen hatte, ihren kleinen Sportflitzer rückwärts in die eigentlich üppig bemessene Parklücke zu bugsieren. Naja, ich war nicht in Zeitnot, hinter mir stand niemand hupend, also habe ich mir das Spielchen noch weiter angesehen.

Nach dem ungefähr 10. Einparkversuch öffnete das Mädel plötzlich die Fahrertür, stieg aus, kam auf mich zu und fragte mich, ob ich ihr Auto in die Parklücke setzen könnte, sie hätte ein Problem mit ihren Spiegeln. „Aber sicher doch“ antwortete ich, stieg aus und marschierte zu ihrem Auto. Gut, in das Wägelchen musste ich mich erst einmal reinschälen, denn der Innenraum war doch deutlich enger als gewohnt.

Doch als ich mir den Fahrersitz etwas zurück gestellt hatte, ahnte ich mit einem Blick in die Außenspiegel, wo das Spiegelproblem lag. Denn die Decke des Parkhauses konnte ich zwar mühelos sehen, nicht aber was hinter mir los war. Also erstmal beide Außenspiegel richtig eingestellt und dann das Wägelchen rückwärts eingeparkt.

Nach dem aussteigen habe ich dem Frollein dann berichtet, das ihre Spiegel gen Himmel gezeigt hätten und jetzt wohl richtig eingestellt wären. Sie bedankte sich und fragte mich dann noch, ob ich ihr einmal zeigen könne, wo man die Spiegel denn verstellen kann. Sie hätte schon seit dem Erwerb des Autos nach dem entsprechenden Schalter gesucht.

Klar habe ich es ihr gezeigt. Und nein, ich habe sie nicht gefragt wie lange sie schon so durch die Gegend fährt. Und nein, sie war nicht blond. Und nein, stumm war sie auch nicht. Und nein, blöd kam sie mir zumindest nicht vor. Und nein… Sachen gibts…

Die voraussichtlich letzte Tour für 2019

Diva

Wenn mich heute nicht noch der Teufel reitet, dann war das gestern die letzte Tour mit der Diva. Für dieses Jahr. Zugegeben, gestern morgen war es hier bei uns mit 2° noch etwas schattig, doch kalt gilt nicht – nur falsche Kleidung. Also in die Thermo-Unterwäsche gehüpft, ein Höschen und ein Jäckchen drüber und ab gings mit der alten Dame ins Bergische Land.

Bei Sonnenschein und fast wolkenlosem blauem Himmel konnte man fast vergessen, das es im Bergischen noch ein wenig schattiger war. Ein Thermometer an einer Apotheke in Kürten zeigte -2° an. Konnte ungefähr hinkommen, denn die Wiesen waren noch mit einer dünnen Eisschicht überzogen, ebenso wie einige Angelteiche auf dem Weg.

Hat trotzdem tierisch Laune gemacht, auch wenn es in einigen Kurven wo die Sonne nicht hin kam teilweise etwas rutschig war. Also mal den Gasgriff etwas dosiert, schließlich war ich nicht auf der Flucht. In Wipperfürth während einer kleinen Zigarettenpause lernte ich denn noch Klaus und Jochen kennen, beide in meinem Alter, beide mit großen Reiseenduros. Mit den beiden bin ich dann kreuz und quer gefahren.

Die jüngeren Schönwetterfahrer hatten gestern offensichtlich Angst das ihnen die Kronjuwelen wegfrieren würden, denn die beiden waren die einzigen, die mir während der 180 Kilometer begegnet sind. Und da Alter bekanntlich nicht vor Torheit schützt, kaum Verkehr zu verzeichnen war, haben wir es zwischenzeitlich nett fliegen lassen. B-) Gegen 15 Uhr haben die beiden sich dann verabschiedet, denn sie wollten noch im Hellen wieder in Mettmann sein.

Für nächstes Jahr haben wir aber schon die ein oder andere gemeinsame Tour verabredet, geht unter Zweiradfahrern ja eigentlich ganz easy. Jetzt schlummert die Diva wieder in der Garage, nächsten Monat steht dann wieder Arbeit an, denn da wird die alte Dame wieder von mir auseinander gepflückt, alle Einstellungen überprüft und mit neuen Schmierstoffen versorgt. Nach der Saison ist vor der Saison…

Alljährliche Pilgerreise nach Willingen

nurmalso

Am Freitag ist es wieder soweit, morgens um halb acht geht es wieder auf Pilgerreise ins Sauerland. Zuerst einmal steht ein gutes Frühstück in der Nähe des Kölner Hauptbahnhofs an, denn in diesem Jahr fahren wir erstmalig nicht mit dem Bus, sondern mit der Deutschen Bahn. Wir, das ist die in diesem Jahr 15-köpfige Pilgergruppe der AH Grengel und nicht nur ich hoffe inständig, das uns die Bahn auch dorthin bringt wo wir hin möchten. Und das eventuell sogar pünktlich, denn wir möchten ja nichts verpassen. Lassen wir uns also überraschen…

Es ist sehr wahrscheinlich, das wieder über alkoholhaltige Getränke diskutiert und auch sicher manches olle Anekdötchen erzählt wird. Genauso sicher ist es, dass einige schon am Sonntag auf der Rückfahrt das Wort Alkohol wieder verfluchen werden. Denn so eine Pilgerfahrt kann auch sehr anstrengend sein, erfahrene Pilger werden mir da zustimmen. Wenn nichts dazwischen kommt, werden wir also so 11 Uhr in Willingen ankommen. Die Marschverpflegung stellt allerdings in diesem Jahr ein Problem dar, denn die üblichen 10 Kisten Kölsch um das gröbste Hungergefühl bis mittags zu unterdrücken, fallen wegen mangelnder Träger weg.

Doch so ein richtiger Pilger weiß sich natürlich zu helfen und so erging die Anweisung, das jeder Pilger sich 2-3 Flaschen Kölsch ins Köfferchen packen sollte, da Kölsch allemal nahrhafter als etwa Sprudelwasser und zudem auch leichter ist. Außerdem hat uns ein sehr erfahrener Pilger geraten, fehlende Vitamine während der langen Zugfahrt doch mit Kräutern auszugleichen. Gar keine schlechte Idee, die wir natürlich sofort befolgt haben. Und so haben jetzt die 5 körperlich stärksten Pilger jeder noch eine Flasche Mühlenkräuter im Koffer verstaut. Zwar nur ein Kräuterersatz, aber immerhin… B-)

Der Wettergott scheint uns – wie die Vorhersage befürchtet – nicht so gut gesonnen zu sein, wobei sich das überwiegende Wochenende mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sowieso eher in dunklen Kneipen überdachten Räumen abspielen wird. Am Sonntagmorgen werden wir natürlich den Abschlußgottesdienst in der Ortskirche feiern, bevor wir uns am nachmittag mit allen anderen Pilgern wieder am Bahnhof treffen. Wenn der Zug denn kommt…