Bewerbung

DFB-Präsident Grindel zurückgetreten – Jetzt ist der Weg frei für mich!

Tja, da hat der Herr Grindel auch nur 3 Jahre durchgehalten. Nachdem auch 2 seiner Vorgänger über mehr oder weniger große Skandale stolperten, dürfte dem weltweit größten Sportverband wohl klar sein, das jetzt nur ein absolut unbestechlicher Mann den verwaisten Posten im September übernehmen kann. Und das bin ich!

Gut, natürlich fehlen mir noch einige Kontakte – sowohl national und international – doch ich bin durchaus kommunikativ und könnte dieses eventuelle Manko sicher in kürzester Zeit aufarbeiten. Im Fußball habe ich keine erwähnenswerten nationalen Titel und erst recht keine EM-oder gar WM-Erfolge vorzuweisen. Dafür würde ich mich aber sogar – gemessen an meinen Vorgängern – mit einem geringeren Gehalt zufrieden geben. Zudem liegt mir, wie meinem Vorgänger, ebenfalls der Amateurfußball sehr am Herzen und ich werde/würde dafür den Geldschrank des Verbandes garantiert um einiges erleichtern.

Man munkelt ja schon von eventuellen Nachfolgern. Da werden die Namen Metzelder und Matthäus!! genannt, der kleine Herr Lahm hat wohl keine Ambitionen, den Herrn Grindel zu beerben. Aber mal ehrlich – Metzelder könnte ich mir ja noch als DFB-Präsidenten vorstellen. Wenn er sich in der Kampfabstimmung gegen mich durchsetzen könnte… Aber Loddar?? Leute, ich bitte euch, da müsste man ja gleich das Sekretariat des DFB mit austauschen und nur mindestens 25-jährige Mitarbeiterinnen einstellen, damit der Loddar nicht die ganze DFB-Zentrale durchpimpert und vielleicht noch eine neue Frau fürs Leben findet.

Ich denke, das ich wirklich der einzig wahre und wirklich unbestechliche Präsident bin. Denn ich trage keine Uhr, keine Kette und keinen Ring. Nur eine Brille, um genau zu sein eine Lesebrille. Solche Geschenke lassen mich also kalt. Auch mit Kohle kann man mich nicht locken, denn bisher bin ich immer gut damit zurecht gekommen, was ich bisher verdient habe. Und wie meine Oma immer sagte: Man soll nicht höher pinkeln als man kann. Ihr wisst was ich meine…

Ich werde gleich mal die Bewerbung für meinen neuen Posten nach Frankfurt schicken. Wenn ihr mir helfen möchtet, dann bombardiert die DFB-Zentrale fleißig mit Unterstützungsmails (info ät dfb.de). Hilfe kann man ja immer gebrauchen, wobei ich mir aber beim besten Willen nicht vorstellen kann, das die Verantwortlichen mich einfach übergehen können. Schließlich sind Metzelder und Matthäus nicht wirkliche Alternativen. Oder?

Wichtiges für den Lebenslauf

daumenDas Leben kann hart sein…

Gestern zum Beispiel. Eigentlich wollte/durfte/musste ich nur 2 Angebote überarbeiten, als Rudi mein Chef mir noch einen kleinen Stapel Unterlagen auf den Schreibtisch drapierte. „Bewerbungen zu der Stellenausschreibung“ bemerkte er kurz, „mach mal bitte ’ne Vorauswahl.“ Also habe ich erstmal die Angebote beiseite gelegt und mich dem Stapel gewidmet. Wenn bei uns offene Stellen ausgeschrieben sind, dann kommt teilweise ein schöner Batzen Lesestoff zusammen und bei einigen habe ich oft das Gefühl, dass da mächtig geschummelt wird. Naja, das Geburtsdatum wird hoffentlich immer stimmen…

Das Herz jeder Bewerbung ist der Lebenslauf. Der Lebenslauf ist eine früher meist handgeschriebene, heute oft am PC abgefasste, immer aber völlig verdrehte und beschönigte Darstellung des Lebens einer Person. Sehr schön sind Lebensläufe, deren Verfasser quasi von der Arbeitsagentur genötigt wurden sich endlich mal um einen Arbeitsplatz zu bemühen, obwohl die Lust dazu oft fehlt. Da ist der Lebenslauf eher kurz gefasst und auf die wichtigsten Ereignisse wie Geburt, Schule und eventuelle Alkohol- und Drogenentzugs-Therapien beschränkt.

Es lässt sich leider nicht vermeiden, dass der eventuell zukünftige Arbeitgeber den Lebenslauf eines Bewerbers dazu nutzt, um grundlegendes über den Bewerber zu erfahren und sich einen ersten Eindruck zu verschaffen. Dabei ist es dann ganz hilfreich, Eckdaten wie etwa Geburt, Familienstand, Schul- und Ausbildung und eventuell schon gemachte Arbeitserfahrungen mitzuteilen, falsch ist es jedenfalls nicht. Generell gilt: Wer mangelhafte Erfahrungen am besten schönschreiben kann, der bekommt oft auch den Job.

Allerdings gibt es bei einem Lebenslauf auch gewisse Regeln zu beachten. Kurz und knapp kommt meistens besser als weit ausholende Sätze wie zum Beispiel „Ein Ereignis das ich in meinem Leben in besonderer Erinnerung behalten habe war meine Geburt.“ Auch „Ich hatte eine sehr glückliche und erfüllte Kindheit“ ist für einen designierten neuen Arbeitgeber eher nebensächlich und oft auch gelogen.

Tatsachen wie die Übererfüllung der Schulpflicht, weil man zum Beispiel die Hauptschule dank mehrerer Ehrenrunden erst mit 19 Jahren verlassen hat sollte man tunlichst etwas beschönigen. Verbrannte oder bei der Übersiedlung aus Russland verschollene Zeugnisse helfen dabei nicht unerheblich… Immer wieder faszinierend finde ich, dass unterstützende Hilfe wie zum Beispiel durch ein Rechtschreibprogramm oder einen Duden anscheinend gerne ignoriert wird. Ein schönes Beispiel gab es da vor langer Zeit, als aus zweimal Deutschland einmal ein Deutschland wurde.

Da flatterten viele Bewerbungen ehemaliger Ost-Deutscher ein, die hier im Westen einen neuen Anfang versuchen wollten. Google half mir damals dabei, hinter die Berufsbezeichnung „Traktorist“ zu kommen. Gemeint war wohl ein Job als Traktorfahrer in einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft. Zwei Sätze später wurde aus dem Traktoristen allerdings durch wundersame Weise ein „Traktorzist“ und ich hoffe noch heute inständig, dass der Bewerber sich „nur“ verschrieben hat.

Erfahren habe ich es nie denn seine Qualifikation war leider insgesamt etwas dürftig. Von den 12 Bewerbungen gestern schafften es übrigens 5 in die engere Auswahl. Den Bewerbern wird Rudi mein Chef dann auf den Zahn fühlen…