Corona

Endzeitstimmung in der Eifel

yamaha

Heute habe ich ja nochmal eine kleine Eifelrunde gedreht, kreuz und quer so Richtung Nideggen, Monschau, Prüm und zurück, knapp über 300 Kilometer. Kollege D. hat mich mit seinem amerikanischen Eisenhaufen begleitet und was wahrscheinlich nicht nur uns auffiel: Etwas fehlt bei den Mopedtouren. Gut, wir dürfen wenigstens im Gegensatz zu den Biker-Kollegen in Bayern noch fahren aber ab und zu kriecht einem doch so ein beklemmendes Gefühl unter der Lederhaut hoch, wenn man durch die fast menschenleeren Eifel-Orte fährt.

Wenn man weiß was normalerweise im belgischen Grenzgebiet an einem Sonntag bei akzeptablem Wetter los ist, da kommt dann wirklich so etwas wie Endzeitstimmung auf. Das man nirgendwo einkehren kann um mal ein Käffchen zu trinken, etwas zu essen oder einfach nur „Benzingespräche“ mit anderen führen kann, daran hat man sich ja mittlerweile gewöhnt. Verpflegung wird eben mitgenommen und im Moment koppele ich meine Tourenkoffer deswegen überhaupt nicht mehr ab.

Aber das einem auf einer Strecke von gut 10 Kilometern genau ein Auto entgegen kommt, das ist schon sehr seltsam. Naja, an den Ausflug-Hotspots ist nach wie vor Betrieb, viele Wanderer und Mountainbiker. Aber zu normalen Zeiten ist nicht nur auf den Eifelstraßen, auch in den vielen kleinen Örtchen der Bär los. An diese Leere muss man sich wirklich gewöhnen. Einzig die blauen Funken haben in Regimentsstärke Stellung bezogen und sich an vielen Stellen postiert. Heute haben wir insgesamt 7 mobile Blitzer gezählt, immer schon gewinkt beim vorbeifahren und natürlich entgegen kommende Fahrzeuge „benachrichtigt“… Wie sich das gehört… B-)

Wollen wir hoffen, das nicht nur die Gastronomen in der Eifel diese erzwungene Auszeit alle überstehen, damit wir irgendwann einmal wieder „normal“ dort verkehren können.

Alles nur Lippenbekenntnisse in Zeiten einer Pandemie?

coronavirus

Nicht nur im Fernsehen und bei den Printmedien steht im Moment das Thema Corona an erster Stelle, auch im Social Network wird man von Corona geradezu überflutet.

Viele regen sich über momentane Zustände auf. Beispielsweise wird da gefordert, das unser Pflegepersonal in den Krankenhäusern zukünftig besser entlohnt wird. Da wird sich zurecht darüber beschwert, das die Fahrer der LKW die auch in diesen Zeiten der Hamsterkäufe für den Nachschub bei den Discountern sorgen müssen, noch nicht einmal Toiletten oder Waschgelegenheiten zur Verfügung gestellt bekommen, weil viele Autobahnraststätten ihre sanitären Anlagen geschlossen haben.

Da wird sich zurecht darüber empört, das eine Änderung im Mietrecht bezüglich Aussetzung der Mieten zu allererst von Großkonzernen wie Adidas, Deichmann und H&M genutzt wird und wahrscheinlich noch mehr folgen werden. Wobei die genannten aber regelmäßig große Gewinne erwirtschaften. Und da wird von einigen vorwiegend Jüngeren allen ernstes gefordert, die besonders gefährdete und schon infizierte Altersgruppe „doch einfach sterben zu lassen“, weil sie ihr Leben ja schon gelebt hätte.

Das sind nur einige Beispiele, bestimmt gibt es noch mehr. Ich verfolge im Moment nicht alles, weil mich einiges mächtig aufregt. Vor allem die vielen meist aus Unwissenheit verbreiteten Lügen und Halbwahrheiten gehen mir mächtig auf den Keks, doch dazu hatte ich bei Facebook schon etwas geschrieben. Doch wenn dieser ganze Mist dann endlich mal eingedämmt sein sollte, wird sich dann etwas ändern? Bestimmt nicht… Kranken- und Pflegepersonal wird auch zukünftig nicht zu den Spitzenverdienern gehören, denn es muss ja auch bezahlt werden. Und bezahlt werden sie im Regelfall von Städten und Gemeinden, die oft aber notorisch klamm sind.

Folgerichtig wird niemand bereit sein, eventuell mehr aus der eigenen Tasche zur vernünftigen Entlohnung unseres Pflegepersonals beizusteuern. Schon kurze Zeit nachdem das Thema Corona nicht mehr so in den Medien vertreten sein wird, werden viele nicht mehr wissen wollen, was sie während der Pandemie für unser Pflegepersonal gefordert haben. Denn dann gehts ja vielleicht ans eigene Geld und wer lässt sich das schon gerne aus der Tasche ziehen? Klatschen und singen mag ja eine schöne Geste und eventuell auch Motivation sein, nur füllt so etwas leider nicht das Portemonnaie.

Ähnlich wird es mit den LKW-Fahrern dieser Republik aussehen. Für viele ist es ein Traumberuf und viele dieser Jungs und Mädels möchten überhaupt nichts anderes machen. Klar ist man heutzutage ständig im Stress, Wartezeiten beim Kunden, übervolle Autobahnen. Das kenne die Fahrer/innen, sie haben sich mittlerweile damit arrangiert. Doch auch nach dieser Corona-Krise wird es keine Sau mehr interessieren, ob die Fahrer einen Platz bekommen um ihre Ruhezeiten einzuhalten, sich waschen zu können oder auf die Toilette zu gehen. Dann sind sie wie auch heute wieder die Hemmschuhe, die allzu schnellen Genossen auf der Autobahn nur ihre Zeit stehlen.

Milliardenschwere Konzerne setzen ihre Mietzahlungen aus, weil das entsprechende Gesetz zum Schutz der Bürger entsprechend gelockert wurde. Viele werden im Moment dankbar dafür sein, die angesichts der Vorsorgemaßnahmen keine Einnahmen mehr haben und sich gerade so über Wasser halten. Für diese Leute war diese Änderung auch eigentlich vorwiegend gedacht und eigentlich nicht für Unternehmen, die nicht nur im vergangenen Jahr noch satte Gewinne eingefahren haben. Jetzt ist die Empörung groß, doch auch nach Corona werden sich nur die wenigsten daran erinnern (wollen). Dann wird genau wie früher auch weiterhin bei Adidas, Deichmann und H&M und was weiß ich noch wer zukünftig auf diesen Zug aufspringt eingekauft.

Und die jüngeren Mitbürger die wirklich fordern, ältere Risikopatienten „einfach sterben zu lassen“ sei gesagt, das mittlerweile bekannt ist, das dieses Virus wenn auch in Ausnahmefällen auch bei Jüngeren tödlich wirken kann. Hoffentlich benötigt niemand dieses asozialen Packs, das sich auch teilweise immer noch über die Ausgangsbeschränkungen hinweg setzt, dann ärztliche Hilfe. Oder diese Spacken auch so denken, wenn es eventuell um die eigene Oma oder den Opa geht? Wenn ich an verantwortlicher Stelle wäre, dann würde es gleich erstmal 1000 Euronen Ordnungsgeld kosten. Und 100 Arbeitsstunden zusätzlich in einer sozialen Einrichtung. Doch ich habe die Befürchtung, das selbst das nicht zu einem sozialeren Denken anregt.

So, jetzt habe ich mich erstmal genug aufgeregt, jetzt seid ihr dran.

Beitragsbild Quelle: Von NIAID – https://www.flickr.com/photos/niaid/49534865371/, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=88249676

Olympia 2020 in Tokio muss verschoben werden

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Manche Diskussionen und Entscheidungen kann man zwar teilweise nachvollziehen aber…

Diese massiven Eingriffe die im Moment nötig sind, um eine weitere Verbreitung des Coronavirus einzudämmen und abzuschwächen, treffen nicht nur jeden „normalen“ Bürger, auch die Berufssportler dieser Welt sind zur Untätigkeit verdammt. Von den zu erwartenden finanziellen Problemen der diversen Fußballligen hört oder liest man ja fast täglich, aber auch andere beliebte Sportarten wie Handball, Basketball oder Eishockey müssen überlegen wie es weitergeht, wenn diese Kontaktbeschränkungen noch lange dauern sollten. Aber auch viele Amateurclubs werden vielleicht nach dieser Corona-Krise Abstriche machen müssen.

Die Fußball-Europameisterschaft wurde schon um ein Jahr verschoben und je nachdem wie lange der Spielbetrieb noch aussetzen muss, ist auch der Termin im Sommer 2021 wohl noch nicht endgültig. Auch die Weltmeisterschaften in anderen Sportarten wurden schon abgesagt oder verlegt. Nur das IOC, das Internationale Olympische Komitee, hält immer noch an der Durchführung der Olympischen Spiele in Tokio vom 24. Juli bis 9. August 2020 fest. Für mich vollkommen unverständlich, zudem die Kritik einiger Landesverbände schon zu lesen war. Und die Kanadier haben sogar schon entschieden, kein Team zur Olympiade zu schicken.

Zuerst einmal stehen noch einige nationale Qualifikationswettbewerbe auf dem Terminkalender, die allerdings wohl zumindest in Asien, Amerika und Europa wohl im Moment unmöglich ausgetragen werden können. Hallen und Stadien sind gesperrt, an einen geregelten Trainingsbetrieb ist nicht zu denken. Einige Athleten haben schon ihren Verzicht auf Olympia mitgeteilt, die meisten trainieren noch, oft allerdings eingeschränkt, weil sie eben noch mit einer Durchführung seitens des IOC rechnen. Auch Tokio als Ausrichter der Spiele setzt sich im Fall einer Ausrichtung natürlich einem hohen Risiko aus.

Man stelle sich vor, in einer Stadt mit 38 Millionen Einwohnern reisen Athleten mit Betreuerstäben und Trainern ein und verbreiten das Virus dort weiter. Ein Szenario das man sich lieber nicht ausmalen möchte. Sicherlich waren mit der Ausrichtung der Olympiade immense finanzielle Investitionen notwendig und gerade das IOC dürfte alleine dafür, das die Spiele in Japan ausgetragen werden dürfen, nicht unerheblich die Hand offen gehalten haben. Fehlende Besucher und Einnahmen aus Fernsehrechten – da dürfte bei einer Absage ein dickes Minus zu verzeichnen sein.

Eine Verlegung um ein Jahr ist auch nicht mal so eben möglich, denn die 10.000 Wohnungen für Athleten, Trainer und Betreuer im olympischen Dorf sind alle schon verkauft. Doch eine Lösung muss sich finden und jetzt kann das IOC mal zeigen, das für die Institution nicht nur Geld das wichtigste ist, sondern auch im Sinne von Athleten und Ausrichtern entschieden werden kann. Zwar hat man sich noch vier Wochen „Bedenkzeit“ eingeräumt aber alles andere als eine Verschiebung der Olympiade wäre unverantwortlich.