Corona

Tipps zur Beschäftigung bei Langeweile und Ausgangsbegrenzungen

tipp

Zumindest gestern haben doch bei uns fast alle die Vorgabe verstanden das es im Moment besser ist, einfach mal in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Ich habe den gestrigen Nachmittag überwiegend auf dem Balkon in der Sonne verbracht und außer ein paar gelegentlich vorbei fahrenden Autos nur ganz wenige gesehen, die sich draußen aufhielten. Löblicherweise waren sie aber auch alle alleine unterwegs. Normalerweise sieht es da – gerade an einem Sonntag – doch ganz anders bei uns aus.

Glücklich können sie natürlich die schätzen, die bei diesem Wetter zumindest draußen an der frischen Luft im Garten sitzen oder sich dort anderweitig beschäftigen können. Ich habe ich dieser Woche schon ein paar Nachbarn dabei beobachten können, wie sie ihren Balkon entmüllt haben. Wahrscheinlich für den Fall, das wirklich eine Ausgangssperre droht. Doch man kann sich auch in diesen Zeiten sinnvoll mit Dingen beschäftigen, die man sonst gerne mal schleifen lässt.

Ich habe mir zum Beispiel gestern mal mein Prime-Konto vorgeknöpft und ausgemistet. Man kennt das ja, mit dem Smartphone werden zigfach Fotos gemacht und nicht alles benötigt man für die Ewigkeit. In meinem Fall sind auch viele berufliche Fotos, Mängel, Störfälle usw. darunter, was in der Zwischenzeit längst erledigt ist. Bei mir wird das eben alles als „Backup“ sofort in die Cloud also zu Amazon Prime geschossen. Stand gestern waren das knapp 18.000 Bildchen, wovon ich erstmal knapp 4000 gelöscht habe.

Alleine dafür ging schon der Vormittag drauf. Nach dem Mittagessen und einem kleinen Mittagsschläfchen habe ich dann mein Büro wie schon erwähnt nach draußen verlegt. Es war zwar temeraturmäßig gesehen noch etwas frisch, aber in der Sonne ganz angenehm. Dann gings ans Eingemachte, sortieren und Alben anlegen. Nach gut drei Stunden hatte ich gut ein Siebtel der verbliebenen 14.000 Fotos sortiert und eingeordnet und stellte fest, das diese Arbeit wohl an diesem Sonntag nicht zu erledigen sei. Aber die Corona-Krise wird wohl leider Gottes auch nicht so schnell beendet sein und schließlich muss ich dann auch noch etwas zu tun haben.

Auch manches Smartphone ist dank massig Speicherplatz und Speichererweiterungen fast zur Müllkippe verkommen. Ich kenne Leute, die bunkern die WhatsApp-Nachrichten, Bildchen und Videos aus zig Jahren auf dem Telefonknochen. Zuletzt wollte mir jemand ein Foto zeigen was allerdings daran scheiterte, das er sich nicht mehr daran erinnern konnte wann er es aufgenommen hatte. Und in dem Wust von Aufnahmen war dieses Foto unauffindbar. Warum also jetzt nicht mal aufräumen? Zudem wird der freigegebene Speicherplatz sicher bei einigen immens sein…

Wer es nicht ganz so ausgiebig mag, der kann ja auch einfach mal Ablage machen, sprich seine Rechnungen und Belege abheften. So etwas mache ich für gewöhnlich nur jedes Vierteljahr, vorher wird erstmal in einer Schublade gesammelt. Gut, Rechnungen sprich dringendes sind bei mir nur im seltensten Fall dabei, alles wird vom Konto abgebucht. Aber jetzt wäre doch ein guter Zeitpunkt, Telefonrechnungen, Gehaltsabrechnungen, Versicherungsbelege etc. mal wieder zu sortieren und abzuheften. Oder gehört ihr zu den Schubladensammlern die niemals etwas abheften?

Der nächste Tipp geht an die Computerbesitzer. Wir alle wissen ja, das sich innerhalb kürzester Zeit soviel Müll (siehe Smartphone) auf dem Rechenknecht ansammeln kann, das man irgendwann nicht mehr durchblickt. Genau jetzt besteht die Möglichkeit das zu ändern! Schnappt euch euren Rechner, schaltet mal Facebook, Instagram, Twitter, WhatsApp, Email und was weiß ich alles aus was euch mit Benachrichtungen nervt und sortiert mal eure Dateien. Da wird mit Sicherheit vieles nicht mehr benötigt es sei denn, ihr entmüllt regelmäßig.

Und wenn ihr dann alles mal wieder so habt das ihr durchblickt, dann wäre doch so ein Daten-Backup auch keine schlechte Idee. Viele – und das weiß ich aus Erfahrung – vernachlässigen leider, ihre Dateien regelmäßig zu sichern. Sei es nun praktisch als Sicherung in einer Cloud, per externer Festplatte und einem Backup-Programm (einfach mal googeln) oder wenn das Datenaufkommen nicht so groß sein sollte auch auf einem USB-Stick. Sollte der Rechner nämlich mal abstürzen, kann man zumindest auf seine wichtigsten Dateien jederzeit zurückgreifen.

Und die jetzt nicht so aktiven im Social Network haben gerade jetzt Zeit und Muße, mal ein gutes Buch zu lesen. Ich muss gestehen, das ich jetzt eher nicht so der Bücherwurm bin, eher so der Nachrichten- und Neuigkeitenfreak. Und das neueste gibts nun mal nicht unbedingt in einem Buch. Das einzige was ich relativ regelmäßig außerhalb des Internets lese sind Motorradzeitschriften, alles andere eben nur online. Ebooks habe ich mal vor 2 Jahren probiert, ist aber auch nicht so meins. Aber die Geschmäcker sind verschieden und Bücherwürmer haben im Moment bestimmt keine Langeweile.

Sicher sind das alles keine Allheilmittel aber zumindest für einige Zeit kann man sich damit sinnvoll beschäftigen. Habt ihr vielleicht noch andere Tipps? Ich zumindest werde mich in dieser Woche auch mal dem Keller widmen. Da hat sich nämlich über die Wintermonate wieder einiges angesammelt, was da nicht unbedingt hinein gehört. Und wenn das alles erledigt sein sollte und dann immer noch Ausgangsbegrenzungen erforderlich sein sollten, dann gibts ja da noch 5 nicht zusammengebastelte Motorradmodelle, die schon länger wegen Zeitmangels auf Vollendung warten.

Also so schnell wird es mir nicht langweilig werden…

Ausgangssperren müssen kommen, sonst bekommen wir das nicht in den Griff

bleibtzuhause

Es ist erschreckend, wie die Anweisungen der Landesregierungen ignoriert werden. Ich war selbst am Montag und Dienstag noch in Hessen beruflich unterwegs und nicht nur hier in NRW, auch in Hessen konnte ich zu genüge beobachten, das Menschen aller Altersgruppen sich unter freiem Himmel in Parks, Cafés und Eisdielen aufhielten. Ich war ehrlich gesagt etwas erschrocken, obwohl ich eigentlich kein ängstlicher Mensch bin. Deshalb habe ich vorgestern Abend bei Facebook mal den nachfolgenden Text verfasst:

Niemand, absolut niemand hat jemals eine vergleichbare Situation im Land mitgemacht. Ausgenommen die Kriegsgeneration, wenn auch in noch ganz anderen Ausmaßen. Deshalb verstehe ich auch diejenigen nicht, die sich jetzt willkürlich über Empfehlungen und Anweisungen unserer Bundes- und Landesregierungen hinwegsetzen.
An all diejenigen die jetzt glauben, sie werden bevormundet: Das hier ist hoffentlich eine Ausnahmesituation, niemand – ob jetzt in politischer Verantwortung oder einfacher Bürger – hat mit so einer Situation Erfahrung. Ich glaube, das wirklich alle bisher und zukünftig beschlossenen Maßnahmen wirklich nur zu unserem besten sind.
Aber gerade weil diese Erfahrungen fehlen kann eben nicht garantiert werden, ob jetzt alles beschlossene auch wirklich notwendig oder richtig ist. Denn „da oben“ sitzen eben auch nur Menschen, die mit dieser momentanen Situation zurechtkommen und aus ihr lernen müssen. Es wird mit Sicherheit noch tiefgreifendere Einschnitte in unser gewohntes Leben geben, den/die eine(n) wird es mehr treffen, den/die andere(n) weniger.
Aber wenn wir nicht möglichst schnell lernen gut gemeinte Anweisungen auch zu befolgen statt diesen mit Ignoranz zu begegnen, dann kann es unter Umständen ganz böse enden. Denn dann ist unser Staat auf deutsch gesagt wirtschaftlich am Arsch und das kann doch wirklich niemandem wirklich egal sein, oder?
Dann können sich vorwiegend gerade die, die sich heute noch an diversen sonnigen Plätzen vergnügt und vor 2 Wochen noch bei Fridays for Future über die Ignoranz der Älteren beschwert haben, gerne mal bei diesen Älteren erkundigen wie es ist, ein Land wieder auf die Beine stellen zu müssen. Ich habe diese Erfahrung auch nicht machen müssen doch glaubt mir, auf diese Erfahrung wird jeder verzichten können.
Macht euch einfach mal alle ein wenig Gedanken, nicht immer muss das eigene Interesse im Vordergrund stehen. Auch wenn es schwer fällt aber in extremen Zeiten sind Wohl oder Übel auch extreme Maßnahmen erforderlich. Niemand möchte das wirklich, von ein paar kleinhirnigen Verschwörungstheoretikern mal abgesehen.
Aber wenn wir uns alle mal ein wenig zurücknehmen, nicht jeder nur an sich oder eventuell entgangene Freuden denkt, dann können wir auch Corona in nächster Zeit in den Griff bekommen. Wir Deutschen werden/wurden in Europa immer als besonders diszipliniert dargestellt aber im Moment schütteln alle anderen Staaten nur den Kopf über uns. Und das zu Recht…
Alle halten sich an die gegebenen Anweisungen, nur wir bekommen es einfach nicht hin. Zeigen wir denen doch einfach mal, daß wir nicht so eigensinnig sind wie es im Moment erscheint. Ich zähle auf euch, auf jung und alt… 👍

Nachdem ich nun wieder in heimischen Gefilden bin, hat sich zumindest hier die Lage nicht entscheidend verbessert. Scheinbar und im Normalfall auch verständlich zieht es die Leute immer noch nach draußen. Doch wir haben keinen Normalfall, auch wenn das scheinbar vielen immer noch nicht ins Hirn will. Nach wie vor waren auch gestern noch Cafés und Parks gut gefüllt.

Deshalb bin ich der festen Überzeugung, das wirklich nur noch Ausgangssperren weiterhelfen. Solch eine Forderung klingt eher nach einer Diktatur als nach einer Demokratie. Aber anders ist es scheinbar nicht möglich, auch die Ignoranten in Wohnungen und Häuser zu bekommen. Aber diese Corona-Krise erfordert nun leider auch unbeliebte Maßnahmen, der ich mich auch nur mit Bauchschmerzen füge. Ohne Ausgangssperren bekommen wir aber leider dieses Virus nie in den Griff und verschlimmern die Lage nur noch.

Welche wirtschaftlichen Schäden das für viele hat, wird die Zukunft zeigen. Aber schon jetzt ist abzusehen, das nicht nur Einzelhandel und Gastronomie nach dieser Epidemie anders aussehen werden. Viele werden eine wochen- oder gar monatelange Schließung ihrer Unternehmen wirtschaftlich nicht schaffen. Auch Freiberufler stehen harte Zeiten ins Haus. Und nicht wenige die die Anweisungen der Behörden heute noch ignoriert haben, sind nach der Corona-Krise vielleicht arbeitslos, weil der eigene Arbeitgeber einen langen Betriebsausfall nicht überstanden hat.

Einfach mal Solidarität anderen gegenüber zeigen und mit dem Hintern daheim bleiben, Zeit gewinnen und die Ausbreitung weitestgehend zu verhindern. Eigentlich überhaupt nicht so schwer zu verstehen, auch wenn es von jedem einzelnen mal ein Opfer erfordert. Und schönes Wetter können wir nach dieser Corona-Krise immer noch genießen. Im übrigen hat unsere Bundeskanzlerin gestern Abend zum Ernst der Lage eine unaufgeregte aber eindringliche Rede gehalten. Allerdings fürchte ich, das die Zielgruppe der Ignoranten diese leider nicht mitbekommen hat, weil sie sich trotz allem wieder draußen getroffen und gefeiert haben.

Ignoranz bringt bei der Coronakrise überhaupt nichts

nurmalso

„Leider“ bin ich in dieser Woche nochmal in Hessen. Doch viel lieber wäre ich jetzt daheim und würde mich – wenn auch bei diesem Wetter schweren Herzens – den Anweisungen der Behörden fügen und mit dem Hintern daheim bleiben. Doch vielen scheinen diese Anweisungen ziemlich am Allerwertesten vorbei zu gehen, denn zumindest in Offenbach und Hanau zieht es die Leute auf die Straße. Cafés und Eisdielen sind buchstäblich proppevoll und scheinbar macht sich hier niemand größere Gedanken, wie man eine Verbreitung verhindern kann.

Ich bin auch kein Freund von Verboten aber wenn sich dieses Verhalten nicht ändert, wird es dann folgerichtig zu härteren Maßnahmen kommen, sprich Ausgangssperren. Was ja, will man eine rasante Verbreitung des Virus vermeiden, fast folgerichtig ist. So etwas würde natürlich allen merklich schaden, nicht nur Selbstständigen, jeder würde die Folgen spüren, wenn die wirtschaftliche Produktivität mal nahezu brach liegt. Doch wahrscheinlich gäbe es dann immer noch nicht wenige, die sich über eine staatliche Bevormundung aufregen. Scheint in den deutschen Genen zu liegen…

Bayern hat als erstes Bundesland den Katastrophenfall verkündet und deutliche Einschränkungen bekannt gegeben. Es wird mit Sicherheit nicht lange dauern, bis andere Bundesländer angesichts der scheinbaren Ignoranz nachziehen. Und ich werde gleich mal meinen Chef anrufen und und mit ihm besprechen, ob das im Moment überhaupt Sinn macht das ich hier in Hessen bin. Klar muss der Rubel rollen aber vielleicht gibt es auch da bald Einschränkungen. Warten wir mal ab… Und ganz ehrlich, so richtig wohl in meiner Haut fühle ich mich in diesen Tagen auch nicht. Deshalb nochmal meine Bitte: Bleibt mit dem Arsch daheim wenn ihr nicht unbedingt nach draußen müsst. Und damit meine ich vorrangig die die meinen, sich trotz eines sich relativ schnell verbreitenden Virus immer noch so zu tun, als wäre das alles Pillepalle.

Denn es geht nicht zuletzt auch um eure Gesundheit.