Europameisterschaft

Das wars dann für „Die Mannschaft“

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Ich kann mich nicht erinnern, jemals so emotionslos ein großes Fußballturnier wie die diesjährige Europameisterschaft verfolgt zu haben.

Wie ich schon in einigen vorherigen Beiträgen bemerkt habe, war ich auch angesichts der starken Vorrundengruppe nicht davon überzeugt, dass unsere Bundeskicker diese überhaupt überstehen werden. Nun, zumindest das wurde dann mit viel Dusel doch geschafft, doch im gestrigen Achtelfinale gegen England war dann doch vorzeitig Endstation im Turnier.

„Die Mannschaft“ hat mich wirklich in keinem einzigen ihrer vier Spiele wirklich überzeugt, selbst der Sieg gegen den noch amtierenden Europameister konnte vielleicht kurzzeitig blenden, das folgende Spiel gegen Ungarn zeigte dann doch wieder deutliche Schwächen unserer Nationalmannschaft.

Weshalb ich auch vom Ausscheiden unserer Elf nicht wirklich enttäuscht bin, vielmehr hatte ich unseren Kickern nicht viel mehr zugetraut. Und in einem solchen Turnier will der Fan ja auch mal schönen und begeisterungsfähigen Fußball sehen, den „Die Mannschaft“ allerdings – mit Ausnahme im Spiel gegen Portugal – nicht zeigen konnte. Daher hatte sie auch einen Sieg gegen England nicht verdient und ist ebenso verdient ausgeschieden.

Die Experten werden sich jetzt sicherlich noch eine ganze Zeit lang darüber streiten, wer welche Fehler gemacht hat, welche(r) Spieler enttäuscht und ob man Jogi Löw nicht schon früher hätte ablösen sollen. Im Endeffekt muss der Trainer es sowieso ausbaden und einzig und alleine ihm hätte ich einen versöhnlicheren Abschluss seiner Karriere wirklich gegönnt.

Naja, für Deutschland ist die Europameisterschaft vorbei und die Welt wird davon nicht untergehen.

Das wars dann für den Bundes-Jogi – Löw hört auf

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Nennt mich den Seher von Senftenberg, denn ich habe noch am Sonntag vorhergesagt, dass der Bundes-Jogi nach der Europameisterschaft aufhört.

Tja, und gestern hat Joachim Löw dann bekannt gegeben, dass genau zu diesem Zeitpunkt Schluss für ihn als Bundestrainer ist. Nach 15 zumeist sehr erfolgreichen Jahren hat der Jogi wohl die Schnauze voll davon, den Kopf für das zuletzt doch sehr mittelmäßige Gekicke seiner Auswahlspieler hinhalten zu müssen. Denn nach dem ziemlich unrühmlichen Vorrunden-Aus bei der Weltmeisterschaft 2018 und einigen kontrovers diskutierten Personalentscheidungen bekam er seither deutlich spürbaren Gegenwind von Fachleuten und auch von vielen der ca. 80 Millionen Hobby-Bundestrainern.

Trotzdem gehört er zu den sehr erfolgreichen seiner Zunft. Herauszuheben ist natürlich der WM-Gewinn 2014, aber auch seine Gesamtbilanz ist nicht von schlechten Eltern. Von bisher 189 Spielen unter seiner Regie konnten immerhin 120 gewonnen werden, 38 mal reichte es zu einem Unentschieden und nur 31 Niederlagen wurden verbucht. Und vielleicht kann er diese positive Statistik noch etwas verbessern…

Alles in allem hat der Jogi doch einen sehr guten Job gemacht und auch wenn er manchmal tüchtig Kritik einstecken musste, hat er seinen Stil unbeirrt durchgezogen. Für seinen guten Job sollte sich jeder Fußballfan bei ihm bedanken! Mit seinen 60 Jahren darf er sich jetzt guten Gewissens zur Ruhe setzen, ein paar Euronen für einen sorglosen Ruhestand dürfte er wohl gespart haben.

Und seit gestern werden dann schon kräftig Spekulationen über seinen potentiellen Nachfolger geführt. Jürgen Klopp hat schon abgewunken, nun sind noch Thomas Tuchel oder Hansi Flick in der Verlosung. Oder der DFB zaubert noch einen bisher unbeachteten Kandidaten aus dem Hut. Mich würde nicht wundern, wenn zum Beispiel Stefan Kuntz, aktuell noch U21-Coach, zum neuen Chef der Nationalmannschaft befördert würde.

„Schaun mer mal“ wie der Kaiser zu sagen pflegte…