FIFA

Herbsttheater beim DFB – Affäre „Schwarze Kasse“

fussballWer lügt denn nun?

Vor ein paar Tagen hatte ich ja schon einmal über die Affäre „Schwarze Kasse“ beim Deutschen Fußballbund berichtet. Und erwähnt, dass ich nicht überrascht wäre wenn jetzt heraus käme, dass die WM 2006 in Deutschland gekauft sei. Nun, Klarheit gibt es noch nicht, allerdings geht jetzt das Geschacher los. Die FIFA und ihr suspendierter Präsident Joseph Blatter behauptet, eine Zahlung von 6,7 Millionen Euro sei bei ihr nicht eingegangen.

DFB-Präsident Niersbach erklärt auf einer etwas sonderbaren Pressekonferenz, dass es nie eine schwarze Kasse gegeben habe und wenn, dann wüsste nur Kaiser Franz Beckenbauer davon. Der über die Weiterleitung des Schwarzen Peters nicht amused gewesen sein dürfte. Und jetzt schießt auch noch Ex-DFB Präsident Theo Zwanziger – seit seiner Quasi-Entmachtung nicht der beste Freund von Niersbach – aus allen Rohren, hat auf eigene Kosten ein Gutachten erstellen lassen was ihn zu dem Schluß kommen lässt:

„Es ist eindeutig, dass es eine schwarze Kasse in der deutschen WM-Bewerbung gab.“
„Ebenso klar, dass der heutige Präsident des DFB davon nicht erst seit ein paar Wochen weiß, wie er behauptet, sondern schon seit mindestens 2005. So wie ich das sehe lügt Niersbach“

Tja, aber wer lügt denn nun wirklich? Gab es wirklich eine schwarze Kasse? Oder planen da die Herren Blatter und Zwanziger einen persönlichen Rachefeldzug gegen den DFB, den Niersbach jetzt ausbaden muss? Das Ansehen des DFB dürfte nach diesen ersten Scharmützeln hingegen schon deutlich beschädigt sein, soviel ist sicher. Warten wir die nächsten tage und Wochen ab, was da noch so ans Licht der Öffentlichkeit gelangt…

Wer gut schmiert, der gut fährt – War die WM 2006 gekauft?

fussballDer nächste Skandal ist in Sicht.

Glaubt man dem Bericht des Spiegel, dann haben nicht nur die Funktionäre der FIFA und der UEFA Dreck am Stecken, sondern auch unsere deutschen Fußballbonzen. Denn die WM 2006 in Deutschland soll nur durch Schmiergeldzahlungen möglich gemacht worden sein. Gut, überraschend wäre das jetzt für mich nicht, denn ich vertrete schon lange die Meinung dass zumindest im internationalen Bereich – sprich die großen Turniere wie EM und WM – nichts mehr ohne gewisse Gefälligkeitszahlungen angeht.

Gerade die führenden Mitglieder der afrikanischen und asiatischen Verbände sehen ihre Mitgliedschaft bei einer Organisation wie der FIFA vorrangig als Einladung zum Geld verdienen. Natürlich nur unter der Hand… Da werden nicht erst seit dem Ober-Korrupti Sepp Blatter Summen gezahlt, die einem normalen Menschen die Schamesröte ins Gesicht treiben. Und unter der Devise „Ehrlich währt am längsten“ ist heute kein Blumentopf mehr zu gewinnen, geschweige denn eine große Veranstaltung an Land zu ziehen.

Bestes Beispiel hierfür dürfte auch die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar sein. Hierfür haben die mächtigen Scheichs wahrscheinlich nicht nur jede Menge Kohle fließen lassen, die FIFA ließ sich sogar dazu herab die Spielpläne der europäischen Verbände zu ignorieren und ein traditionelles Sommer-Turnier in den Winter zu verlegen. Geld machts eben möglich…

Die endgültigen Beweise dass auch der DFB „sein“ Sommermärchen 2006, das leider nur mit einem dritten Platz belohnt wurde gekauft hat, müssen noch erbracht werden. Doch sowohl DFB-Präsident Niersbach wie auch der Macher der WM, unser aller Fußballkaiser Franz Beckenbauer, dürfte im Fall des Falles jetzt mächtig die Düse und vor allem die Erklärungen ausgehen. Und dem Fußballfan der gegen die WM in Katar wettert gehen die Argumente aus.

Wenn keine stichhaltigen Argumente und Belege seitens des DFB auf den Tisch des Hauses gelegt werden können, dann dürfen auch Skeptiker davon ausgehen, dass in Sachen WM 2006 nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Was den Fußballfan an sich wenig stören dürfte, Hauptsache man hatte die Weltmeisterschaft im eigenen Land. Die Karrieren der Herren Beckenbauer und Niersbach dürften allerdings national wie international beendet sein.

Ich bin gespannt was in Endeffekt dabei heraus kommt. Und wäre – wie schon erwähnt – nicht überrascht wenn…

Das Ende von Sepp Blatter

fussballNun also doch…

Vier Tage nach seiner Wiederwahl zum FIFA-Präsidenten ist der selbsternannte Fußball-Gott Sepp Blatter nun doch zurück getreten. Noch nicht so ganz, denn bis zu einem erneut einberufenen Kongress, wo dann sein Nachfolger bestimmt werden soll, wird er die Geschäfte weiterhin führen. Trotzdem überraschend, zumindest für mich.

Entweder hat er in den Tagen seit der Wahl angefangen zu denken oder ihm schwant etwas, dass die amerikanischen Ermittlungsbehörden ihm jetzt erst recht auf den Pelz rücken werden. Sein Rücktritt bietet einem Nachfolger zumindest die Chance, in dem als hochgradig korrupt geltenden Gremium einmal grundlegend auszumisten. Doch wer blickt da durch und vor allem – wer soll der neue Präsident werden?

Ich kann mir kaum vorstellen dass zum Beispiel die europäischen Vertreter der UEFA nochmals den jordanischen Prinzen Ali die Gefolgschaft versprechen. UEFA-Präsident Platini war zwar ein toller Fußballer, aber als Kandidat nur ein Maulheld ohne Durchsetzungsvermögen. Wie auch sein zögerliches Verhalten vor der Wiederwahl Blatters gezeigt hat. Doch wer hat den Mut diesen riesigen Verband, dessen Einigkeit man sich in der Vergangenheit nur erkaufen konnte, zu führen?

Die FIFA wird nur überleben können, wenn die Gremien rigoros abgespeckt und vor allem diese geldgeilen, überwiegend älteren, Männer ausgetauscht werden. Durch Mitglieder denen der Sport am Herzen liegt und nicht die persönliche Bereicherung. Das ist sicher nicht einfach, allerdings auch nicht unmöglich. Innerhalb der FIFA muss ein Umdenken stattfinden.

Zugesprochene finanzielle Unterstützungen für Verbände müssen auch dort ankommen und nicht auf den Konten bestechlicher geldgeiler Säcke landen. Dazu müssen Kontrollgremien geschaffen werden, die dies überwachen. Die Klauseln der Verträge mit den Veranstaltern von Turnieren wie etwa der Fußball-WM müssen dringendst überarbeitet werden.

Es kann ja wohl nicht sein, dass ein Fußball-Verband dem Veranstalter vorschreibt, Arbeitssicherheitsgesetze einfach auszusetzen und Staaten dies einfach so hinnehmen. Die FIFA ist nicht Gott, die FIFA ist lediglich ein Dachverband, der unter anderem die Regeln bestimmen und überwachen soll. Die FIFA braucht eine Erneuerung und keinen Götzenkult, wie er um Sepp Blatter betrieben wurde.

Ob der Weltfußballverband es schafft sich zu erneuern und vor allem wer es sich zutraut diesen riesigen Verband zu führen und das Vertrauen aller zu gewinnen wird die nächste Zeit zeigen. Hoffen wir das beste…