Flüchtlinge

Immer diese Minderheiten

nurmalso

Habt ihr schon einmal darüber nachgedacht, dass es durchaus auch Vorteile haben kann zu den sogenannten Minderheiten zu gehören?

Neben einem Haufen Mitleid kann man sich nämlich vieles herausnehmen, wo man als Bürger der keiner Minderheit angehört, im günstigsten Fall nur blöd angesehen wird. Ein Rollstuhlfahrer zum Beispiel oder auch alternativ Schwuler, Arbeitsloser oder politischer Flüchtling – die Wunschminderheit einfach ankreuzen oder auch ergänzen – der sich wie ein Arsch aufführt und deshalb angemacht wird kann immer noch vollkommen entrüstet fragen: „Ach, haben Sie etwas gegen Behinderte?“

Bevor die meisten Menschen reagieren und nur „Nein, aber…“ stammeln, kann sich unser unser gewünschter Minderheiten-Angehöriger mit einem lockeren „Na also, dann halten Sie sich gefälligst zurück“ aus dem Staub machen. Ich gehöre leider zu keiner Minderheit. Wenn ich eine abfällige Bemerkung mache, eine Oma in der Fußgängerzone schubse oder aus dem vom Kaufmanns-Azubi schön aufgeschichteten Dosenstapel die unterste Dose rausziehe und deshalb angemacht werde, kann ich mich nicht auf diese Weise herausreden.

Wenn ich mich Shayce benehme, dann muss ich dafür gerade stehen. Vielleicht sollte ich eine eigene Minderheit gründen? Obwohl – mittlerweile ist man ja schon fast eine Minderheit, wenn man keiner angehört…

Schwere Zeiten für Frau Merkel

nurmalso

Angela Merkel, unsere hochverehrte Bundeskanzlerette, oft auch liebevoll „das Merkel“ oder „Honeckers späte Rache“ genannt, ist ja nun schon seit einiger Zeit im Amt. Und gerade im Moment dürfte sich wohl eher einen Job in der Bundeswehr-Kantine wünschen, denn der Gegenwind bläst ihr doch zunehmend deutlicher ins Gesicht.

Wenn ich sie so durch die Nachrichtensendungen verfolge stellt sich bei mir immer das Gefühl ein, dass die Last der ganzen Welt an ihren Mundwinkeln hängt. Und die hängen gerade in der letzten Monaten immer tiefer, denn nicht nur die Welt hört nicht mehr auf die einstmalige „Chefin“, auch in der eigenen Partei regt sich immer wieder Unmut zu ihrem Kurs in Sachen Flüchtlingspolitik.

Doch in dieser Sache scheint man sich jetzt immerhin „geeinigt“ zu haben, wenn auch mit Bauchschmerzen. Denn bei dieser „Einigung“ der EU-Staaten mit der Türkei musste die EU unter Federführung der Merkelin doch – wie zu erwarten – ein paar Kröten schlucken. Doch was tut man nicht alles für ein Herzensprojekt der Kanzlerin…

Der Kernpunkt dieses Abkommens ist, dass in Griechenland ankommende Flüchtlinge bereits vom kommenden Sonntag an in die Türkei zurückgeschickt werden können. Im Gegenzug erklärt sich die EU unter anderem dazu bereit, syrische Flüchtlinge auf legalem Weg aus der Türkei einreisen zu lassen. Dadurch erhofft man sich erstens dass die Schlepperbanden quasi ihre Kundschaft verlieren, da jetzt eine gefahrlosere Einreise möglich ist.

Allerdings dürfte diese Einreise über die Türkei auch unter keinem günstigen Stern stehen, denn diese Menschen sollen dann unter den Mitgliedsstaaten aufgeteilt werden. Und gerade die osteuropäischen EU-Länder werden diese Abmachung auch weiterhin ignorieren und ich wage sogar zu behaupten, dass es gerade diesen Staaten schnurzpiepegal ist, wo die Flüchtlinge untergebracht werden. Hauptsache nicht bei ihnen…

Ebenso sagte die EU der Türkei bis zu sechs Milliarden Euro an Hilfsgeldern zu, um die bis zu 2,7 Millionen syrischen Flüchtlinge dort zu versorgen. Dieses Geld dürfte auch bitter nötig sein denn bei allem Gestöhne bei uns in Deutschland was Flüchtlinge betrifft, werden diese Menschen bei uns mit Sicherheit besser versorgt als in der Türkei, die allerdings auch den größten Menschenansturm zu verkraften hat.

Ich bin immer noch im Zweifel, ob man diesem Herrn Erdogan trauen und ob man wirklich mit ihm zusammen arbeiten sollte. Sicherlich scheint dies im Moment die einzig wirkliche Chance zu sein die man seitens der EU hat. Allerdings wird die Türkei auch ebenso mit Sicherheit darauf drängen, angesichts des momentanen Entgegenkommens doch Mitglied der EU zu werden.

Doch ob ich so ein Land, in dem beispielsweise Journalisten verhaftet wurden weil sie kritische Beiträge über die türkische Regierung veröffentlichten und denen nun sogar hohe Gefängnisstrafen drohen, wirklich in der EU haben möchte weiß ich wirklich nicht. Zumindest nicht solange der Herr Erdogan in der Türkei das sagen hat. Nun ja, die Merkelin wird erstmal froh sein über das Ergebnis dieser Verhandlungen, denn es nimmt auch sie hier in Deutschland und auch in ihrer Partei wieder etwas aus der Schußlinie.

Wobei die Unterbringung der Menschen die schon bei uns sind das nächste dringende Thema für die Kanzlerin sein dürfte. Denn schon mehren sich – nicht nur in Köln – Stimmen, die zum Beispiel nach der Benutzung von Turnhallen rufen. Denn viele dieser Hallen werden nach wie vor als Unterkünfte genutzt was zum einen mangels verfügbaren Wohnraums zwar erklärbar ist, auf Dauer allerdings auch keine Lösung sein kann. Weder für die vermeintlichen Nutzer einer Turnhalle noch für ihre jetzigen Bewohner.

Bleibt also noch einiges zu tun für die Merkelin. Und jetzt muss sie auch langsam mal in die Pötte kommen, um den durchaus vorhandenen Unmut – wie die vergangenen Landtagswahlen gezeigt haben – nicht noch größer werden zu lassen. Die „Refugees welcome-Zeit“ ist vorbei, willkommen in der Wirklichkeit. Damit die Mundwinkel auch in Zukunft wieder in der richtigen Höhe hängen…

Bayern macht die Grenzen dicht

nurmalso

Das Thema Flüchtlinge…

Gestern durfte ich quasi am eigenen Leib erfahren, was für „Auswirkungen“ das hier im Freistaat hat. Denn seit dem Wochenende hat Bayern seine Grenzkontrollen massiv verschärft, jedes Auto dass aus Österreich kommt wird kontrolliert. Das alleine ist nicht so tragisch, allerdings betrug der Zeitverlust bei meinem gestrigen Aufenthalt im Grenzgebiet um Freilassing und Bad Reichenhall grob 1,5 Stunden. Reine Wartezeit im Stau, da mein Weg leider auch einige Male durch Österreich führte.

Und so viel Polizei wie hier herumwirbelt, da kommt man sich direkt sicher vor. Mit einigen dieser Damen und Herren durfte ich gestern noch näher Bekanntschaft schließen, denn ein Teil einer Einsatz-Hundertschaft ist im gleichen Hotel untergebracht, dass ich gestern als einmalige Übernachtungsstätte ausgewählt hatte. Da hätte ich wahrscheinlich noch nicht einmal mein Auto vor der Tür abschließen müssen…

Allerdings stellte sich bei unserem abendlichen Gespräch auch heraus, das einige der Damen und Herren nicht gerade glücklich über ihren Einsatzbefehl sind. Hier im Umland begegneten mir gestern auch eine Menge Busse mit fremdländischen Fahrgästen, die wie ich später erfahren habe wohl von hier nach München und von dort teilweise weiter in andere Bundesländer transportiert werden. Hier im Umland sind nach Aussage einer meiner abendlichen Gesprächspartner sogar Zimmer in Hotels und Pensionen angemietet worden, um dem Ansturm gerecht zu werden und die Menschen überhaupt unterbringen zu können.

Und ganz ehrlich, wenn man die Situation fast hautnah miterlebt, dann erzeugt das schon ein relativ beklemmendes Gefühl. Wie mögen diese armen Schweine sich erst fühlen wenn sie hier durch die Gegend gekarrt werden ohne genau zu wissen wo man sie hin verfrachtet? Und was aus ihnen in der Zukunft wird? Jeder der – aus welchen Gründen auch immer – gegen diesen großen Flüchtlingszustrom wettert, der sollte sich das hier im Grenzgebiet einmal anschauen und sich fragen, ob diese Menschen wirklich böses im Schilde führen oder ganz einfach nur froh sind in Sicherheit zu sein.

Da relativiert sich doch auch so ein bisschen Stau gleich wieder…