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Fußball-Europameisterschaft 2021 – Fehlstart gegen Frankreich

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Da war mein Pessimismus vor der Fußball-Europameisterschaft wohl doch nicht so unbegründet. Denn gegen den amtierenden Weltmeister Frankreich war gestern Abend kein Kraut gewachsen. Dazu waren wir gelinde gesagt zu harmlos, vielleicht mal abgesehen von einer kurzen „Druckphase“ zu Beginn der 2. Halbzeit. So unterlag man gegen einen – wenn nicht den – Turnierfavoriten letztendlich durch ein Eigentor von Mats Hummels und steht im nächsten Turnierspiel gegen Portugal schon heftig unter Druck, will man nicht erneut nach einer Vorrunde ausscheiden.

Sicherlich kann man gegen eine so toll besetzte und clever spielende Mannschaft wie Frankreich keine Torchancen im Minutentakt kreieren, allerdings fand ich unsere Nationalmannschaft offensiv doch um einiges zu harmlos. Und auch die Abteilung Verteidigung lief das ein oder andere Mal nur hinterher und hatte zudem Glück, dass zwei Tore von Mbappé und Benzema wegen Abseits nicht gegeben wurden. Mangelnden Kampfgeist kann man der Mannschafft nicht absprechen, doch nur mit Kampfgeist wird man im Turnier nicht weit kommen.

Auch unser Mittelfeld konnte mich nicht wirklich Überzeugen. Da kamen viel zu wenig Impulse nach vorne, Kroos und Kimmich teilweise ungewohnt unsicher, Gündogan oft nicht zu sehen. Der einzige Spieler der mir wirklich gefallen hat war Robin Gosens, kampfstark und sicher auf seiner Position. Alle anderen Akteure sollten noch steigerungsfähig sein, sonst ist die Europameisterschaft möglicherweise schnell zu Ende. Denn selbst bei einem Sieg gegen Portugal muss man dann auch noch gegen abwehrstarke Ungarn antreten und auch das wird kein Zuckerschlecken.

Allerdings muss ich gestehen, dass ich nicht gerade ein gutes Gefühl habe wenn ich an die nächsten und vielleicht schon letzten Spiele denke.

Fußball-Europameisterschaft 2021

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Am Freitag startet nun mit einem Jahr Verspätung die Fußball-Europameisterschaft. Unsere Bundeskicker haben gestern Abend ihr letztes Testspiel gegen Lettland, den 138. der Weltrangliste, locker und hoch überlegen mit 7:1 gewonnen. Sah zwar ganz ansehnlich aus, doch bei der EM wartet die „Todesgruppe“ mit Frankreich, Portugal und Ungarn. Und zumindest die Franzosen – für mich momentan Nummer 1 in der Welt – und Portugiesen sind schon von einem anderen Kaliber…

Es wird das letzte Turnier von Bundes-Jogi Löw sein und ich bin gespannt, wie „Die Mannschaft“ sich bei der EM präsentiert. Ganz ehrlich gesagt schwanke ich noch zwischen einem Ausscheiden nach der Vorrunde und einem Finaleinzug. Die Truppe ist im Moment nur sehr schwer einzuschätzen, da sollte man sich auch vom gestrigen Ergebnis nicht blenden lassen. Zudem gehört in einem Turnier immer auch etwas Glück dazu.

Doch gerade weil man gegen die beiden Finalisten der vergangenen Fußball-EM schon in der Gruppenphase antreten muss, könnte zumindest für mindestens einen der 3 Kontrahenten – Ungarn mal außen vor – schon früh das Turnier beendet sein. Ich drücke unseren Jungs natürlich alle verfügbaren Daumen und bin wirklich gespannt, wie sie sich am kommenden Dienstag gegen Frankreich und insgesamt aus der Affäre ziehen.

Das wars dann für den Bundes-Jogi – Löw hört auf

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Nennt mich den Seher von Senftenberg, denn ich habe noch am Sonntag vorhergesagt, dass der Bundes-Jogi nach der Europameisterschaft aufhört.

Tja, und gestern hat Joachim Löw dann bekannt gegeben, dass genau zu diesem Zeitpunkt Schluss für ihn als Bundestrainer ist. Nach 15 zumeist sehr erfolgreichen Jahren hat der Jogi wohl die Schnauze voll davon, den Kopf für das zuletzt doch sehr mittelmäßige Gekicke seiner Auswahlspieler hinhalten zu müssen. Denn nach dem ziemlich unrühmlichen Vorrunden-Aus bei der Weltmeisterschaft 2018 und einigen kontrovers diskutierten Personalentscheidungen bekam er seither deutlich spürbaren Gegenwind von Fachleuten und auch von vielen der ca. 80 Millionen Hobby-Bundestrainern.

Trotzdem gehört er zu den sehr erfolgreichen seiner Zunft. Herauszuheben ist natürlich der WM-Gewinn 2014, aber auch seine Gesamtbilanz ist nicht von schlechten Eltern. Von bisher 189 Spielen unter seiner Regie konnten immerhin 120 gewonnen werden, 38 mal reichte es zu einem Unentschieden und nur 31 Niederlagen wurden verbucht. Und vielleicht kann er diese positive Statistik noch etwas verbessern…

Alles in allem hat der Jogi doch einen sehr guten Job gemacht und auch wenn er manchmal tüchtig Kritik einstecken musste, hat er seinen Stil unbeirrt durchgezogen. Für seinen guten Job sollte sich jeder Fußballfan bei ihm bedanken! Mit seinen 60 Jahren darf er sich jetzt guten Gewissens zur Ruhe setzen, ein paar Euronen für einen sorglosen Ruhestand dürfte er wohl gespart haben.

Und seit gestern werden dann schon kräftig Spekulationen über seinen potentiellen Nachfolger geführt. Jürgen Klopp hat schon abgewunken, nun sind noch Thomas Tuchel oder Hansi Flick in der Verlosung. Oder der DFB zaubert noch einen bisher unbeachteten Kandidaten aus dem Hut. Mich würde nicht wundern, wenn zum Beispiel Stefan Kuntz, aktuell noch U21-Coach, zum neuen Chef der Nationalmannschaft befördert würde.

„Schaun mer mal“ wie der Kaiser zu sagen pflegte…