GoldWing

Neues aus der Garage

Gestern hat uns der liebe Herr Gott nach längerer Zeit mal wieder einen trockenen Tag beschert.

Es war zwar am Vormittag noch etwas frisch, dafür aber sonnig. Die besten Voraussetzungen für eine kleine Mopedtour mit der Schrankwand. In weiser Voraussicht habe ich am Freitagabend schon mal den Staub der vergangenen Monate entfernt und die Gute mal wieder gestartet. Dank des angeschlossenen Batterieladegerätes surrte das Schlachtschiff auch gleich wieder wie ein Kätzchen.

Gegen 11 Uhr habe ich mich dann gestern mal auf den Weg gemacht. Die erste Tour führte kreuz und quer durchs Bergische und Oberbergische Land. Dank einer Bandage machte auch mein immer noch lädiertes Handgelenk keine Probleme, zudem lässt sich die Schrankwand aber auch relativ schaltfaul fahren. Die Temperaturen waren auch auszuhalten, so das ich die Griff- und Sitzheizung gar nicht erst angeschaltet habe. Ist ja auch ein Moped, da muss man auch das Wetter spüren…

Die ersten knapp 200 Kilometer im Jahr 2022 haben natürlich sofort wieder Laune auf mehr gemacht. Heute steht die GoldWing wieder relativ warm im Stall, dafür gehört die Aufmerksamkeit der nächsten Woche ihrer kleinen Schwester, der Diva. Inspektion, Öl- und Zündkerzenwechsel wie in jedem Jahr, zudem sind in diesem Jahr noch neue Simmerringe + Öl für die vorderen Gabelholme fällig. Da verliert nämlich einer Öl und die Reparatur ist notwendig, nicht nur für die Sicherheit, auch für die fällige TÜV-Prüfung der Yamaha im nächsten Monat muss das erledigt werden und Mann hat wieder etwas zu basteln.

Apropos TÜV, im Mai ist dann auch die BMW GummiQ fällig und im August folgt die Schrankwand für die Vorstellung. Naja, technisch sind meine drei Grazien soweit alle in Ordnung, der Goldwing muss ich vorher nur noch einen neuen Satz Reifen spendieren. Jetzt will ich nur hoffen, dass das Wetter so langsam aber sicher wieder etwas besser wird, dann wird mit Sicherheit auch die ein oder andere längere Tour gefahren.

Goldwing-Tour nach Holland

Am Samstag haben wir das vorhergesagte schöne Wetter dazu genutzt, eine Mopedtour zu unseren Nachbarn nach Holland zu fahren. Ziel sollte Biker’s Best Goldwing & Accessories in Renswoude – ziemlich genau in der Mitte zwischen Arnheim und Utrecht – sein. Wie der Name schon vermuten lässt, gibt es dort neben reichlich Zubehör für die Schrankwände aller Baujahre auch einige Umbauten und im 1. Stock Modelle der Marke Honda aus den letzten 60 Jahren.

Zugegeben, als wir uns morgens um 8 Uhr getroffen haben war es nicht nur noch halb dunkel, sondern auch neblig und etwas frisch. Aber da wir ja nicht aus Pappe sind, blieb zumindest bei mir Sitz- und Griffheizung aus und der Warmluftschacht in der Verkleidung zu. Bei einer Kaffeepause in Goch hatte sich dann auch die Sonne blicken lassen und es wurde zunehmend wärmer.

Nachdem wir so gegen Mittag bei Biker’s Best angekommen sind, haben wir uns dann natürlich ausgiebig umgesehen. Der Laden wirbt ja damit, den größten Bestand an neuen und gebrauchtem Goldwing-Zubehör und Originalteilen zu besitzen. Und das ist nicht gelogen, da bekommt man als Winger schon mal große Augen und hält am besten das Portemonnaie ganz krampfhaft geschlossen.

Auch Besitzer einer Vierzylinder-Goldwing, die heute schon 40 Jahre und mehr auf dem Buckel haben, werden in Holland noch fündig. In Punkto Geld ausgeben haben wir uns zwar nicht gänzlich zurück gehalten, doch es blieb im Rahmen. Wenn man schon mal in so einem Moped-Paradies ist, dann kann man natürlich auch nicht mit leeren Händen wieder gehen. Nach einem längeren Gespräch mit dem Besitzer hat er uns dann natürlich noch nach oben zu seiner Hondasammlung gelotst. Wo ich dann auch wirklich alle Modelle des Herstellers, die ich in 40 Jahren gefahren habe, wiedergefunden habe. Sehr beeindruckend das ganze…

Auf der Rückfahrt haben wir natürlich noch das mittlerweile tolle Wetter für einen Halt an einem Eiscafe genutzt. Wer Geld ausgibt muss schließlich auch mal was futtern… Insgesamt war es wieder eine schöne Tour mit 6 Goldwings, hat wirklich Spaß gemacht und es sind wieder etwas über 400 Kilometer mehr auf der Uhr.

370 Kilometer mit der Diva

Nachdem ich in der vergangenen Wochen bis auf eine Ausnahme nur mit der Schrankwand getourt bin, habe ich am Samstag mal wieder die Diva gesattelt. Eigentlich wollte ich nur eine kurze Tour durch den Westerwald machen, weil der Himmel zumindest am Vormittag nicht allzu vertrauenerweckend aussah. Aber wie so oft kommt es erstens anders und zweitens als man denkt.

Die ersten Kilometer kam ich mir allerdings vor wie ein Fahranfänger. Eine komplett andere Sitzposition und grob gerechnet 200 Kilogramm Masse weniger unter den Arschbacken, da denkst du du würdest ein Kindermotorrad fahren. Aber nach ein paar Kilometern und den ersten flotteren Kurven gibt sich das wieder und Spaß macht es ja so oder so.

Also bin ich dann wie geplant erstmal durch den Rhein-Sieg-Kreis in den Westerwald gefahren und kurz vor Hachenburg wurde es dann ziemlich schwarz am Himmel. Ich hab mich dann vorsichtshalber mal unter eine stillgelegte Tankstelle verdrückt und kurz danach ging dann für 10 Minuten der Himmel auf. Man könnte auch sagen es hat geschüttet wie aus Kübeln aber Gott sei Dank nur kurz.

Ich hab mir dann noch ein Zigarettchen gegönnt, als ich dann feuchten „Besuch“ bekam und wie der Zufall es wollte kannte ich den Besucher. Klaus und ich wohnen knappe 100 Meter auseinander und man trifft sich mit dem Moped im Westerwald. Naja, nach kurzer Trockenlegungsphase seinerseits und Mutmaßungen zur Wetterentwicklung meinerseits beschlossen wir, den Tag noch gemeinsam zu nutzen.

Wir sind dann durchs Sayntal in Richtung Koblenz gefahren, von dort aus an der Mosel entlang nach Cochem, wo wir mit Sonnenschein und 25° empfangen wurden. Nach einer kurzen Eis-Pause gings dann weiter über kleine Nebenstrecken durch den Hunsrück und die Eifel zum Nürburgring und abschließend durch das Ahrtal wieder in Richtung Heimat.

Am späten Nachmittag hatte die Diva weitere 370 Kilometer auf der Uhr und der Tank war ziemlich leer. Es hat wieder richtig Laune gemacht und die Diva lief wie gewohnt ohne Probleme. Am kommenden Wochenende werde ich dann die Goldwing so langsam aber sicher mal urlaubsfertig machen, alles mal durchsehen und ihr noch einen Ölwechsel spendieren. Aber wenn der Wettergott Mitspielt, ist sicher auch noch ein kleiner Ausflug drin…