Hochwasser

Schlimme Überschwemmungen im Westen

reisszwecken

Am Montag musste ich beruflich nach Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. In Heidelberg, Mannheim und Umgebung hat es zwar auch wie aus Kübeln gegossen, aber außer einigen vollgelaufenen Kellern ging es zumindest in dieser Region noch ziemlich glimpflich ab. Anders als in Köln und Umgebung, im Bergischen Land und in der Eifel. Was da so an Videos in den sozialen Netzwerken geteilt wurde, das ließ einem schon einen Schauer über den Rücken laufen.

Städte und Dörfer wie zum Beispiel Schuld oder auch Bad Münstereifel, wo wir am vergangenen Wochenende noch mit den Motorrädern durchgefahren sind, wurden vom Hochwasser mächtig getroffen. Menschen kamen zu Tode oder werden immer noch vermisst, einige verloren ihren kompletten Besitz, weil ganze Häuser weggespült wurden oder jetzt baufällig sind. Da fehlen einem die Worte…

Als ich gestern nachmittag wieder nach Hause kam, häuften sich auch aus dem Freudeskreis Berichte über vollgelaufene Keller und eine benachbarte Schützenbruderschaft hat es wohl auch sehr heftig getroffen. Deren Schützenhaus steht bis zur Dachkante unter Wasser, weil der Kanal die Wassermassen nicht mehr fassen konnte und somit alles in die Senke und das tiefergelegene Haus lief. Da kann man nur die Daumen drücken, das alles wieder in Ordnung gebracht werden kann.

Schützenhaus Gremberghoven © Pascal Pütz

Ich bin dann gestern Abend vorsichtshalber mal zu meinen Mopeds gefahren, die in einer nahegelegenen Tiefgarage geparkt sind. Zwar war es dort auch noch ziemlich feucht, doch in meiner Garage war Gott sei Dank alles furztrocken. Glück gehabt… Denen die nicht so viel Glück hatten wünsche ich, das ihre Schäden schnell wieder in Ordnung gebracht werden können. Falls Hilfe benötigt wird, ich bin ja noch ein paar Tage zu Hause bevor es in den Urlaub geht, dieses Wochenende oder in der nächsten Woche nach der Arbeit könnte ich mit anpacken.

Email steht im Impressum und die Freunde die hier mitlesen haben ja meine Telefonnummer. Die Bilder aus der Eifel erinnern mich im übrigen ans Jahr 2016, da hatte ich in Simbach in Bayern auch so ein Erlebnis und ein Wochenende an der Schaufel.

Update: Heute morgen kam dann der große Schreck in der Firma. Unser Lager stand im Wasser, weil die Sülz in Overath mächtig angeschwollen ist. 4 Autos und ein Motorrad eines Kollegen im Wasser, dazu mindestens 12 vorbestellte Klimageräte und jede Menge anderes Material. Die Pumpen laufen, Container sind bestellt. Da sind wohl Überstunden angesagt…

Geflutet

Dieses kleine Bildchen bekam ich gestern von einem unserer Großkunden geschickt. Denn nicht nur in Bayern und Baden-Württemberg hat es geschüttet wie aus Kübeln, auch hier im Rheinland kam reichlich Wasser vom Himmel und flutete einiges. Denn das was man da sehen kann ist nicht etwa eine eigens für die Mitarbeiter eingerichtete Bademöglichkeit, eher wurde da die Tiefgarage komplett geflutet. Samt der technischen Einrichtungen, die so ein Gebäude benötigt. Da dürfte jetzt einiges zu reparieren bzw. zu erneuern sein…

tiefgarage

Einsatz an d’r Schöpp

daumen

Fangen wir mit dem wichtigsten an: Mir haben gestern alle Knochen weh getan. Trotzdem eine kurze Zusammenfassung von vorgestern, kurz deshalb weil man die Eindrücke erstmal wirklich verarbeiten muss.

Aber jammern gilt nicht, schließlich habe ich mir diesen relativ kurzfristig geplanten „Einsatz an d’r Schöpp“ in Simbach am Inn selbst ausgesucht. Und das nicht etwa um hier anzugeben, sondern weil mir die betroffenen Menschen dort einfach leid tun. Zudem ist mir Simbach nicht unbekannt, denn bei meinen beruflichen Ausflügen bin ich schon dutzende Male auf dem Weg von Passau nach Burghausen durch Simbach durchgefahren. Einmal habe ich dort auch schon übernachten müssen, als es abends mal etwas spät wurde und ich kurzfristig ein Hotel suchte.

Eigentlich ein sehr schöner Ort, in der oberen Altstadt links und rechts bunte Häuser, fast so wie bei uns in der Kölner Altstadt. Direkt gegenüber auf der anderen Seite des Inns ein Ort der zumindest geschichtlich interessierten ein Begriff ist. Denn in Braunau wurde der Herr H. geboren, dessen Geburtshaus dort übrigens immer noch steht. Soviel zur Geschichte…

Also bin ich vorgestern morgen ganz früh die paar Kilometer von Pfarrkirchen aus mit Umleitungen nach Simbach gefahren, habe erstmal mein Auto an der Kiesstraße am Bauhof geparkt, mich dort gemeldet und wenig später bin ich mit ein paar Jungs vom THW aus Österreich abgedackelt. Die Jungs wissen schließlich was zu tun ist. Bei unserer Ankunft in dem tiefer gelegenen betroffenen Ortsteil stockte mir dann doch etwas der Atem, denn die Zerstörungen waren schon enorm. Kaum vorstellbar das Wasser so eine Kraft hat.

Die Hauptverbindungswege waren schon vom Schlamm befreit, in einigen tiefer gelegenen Gebieten stand aber auch vorgestern noch das Wasser. Und Schlamm ohne Ende… So bestand der Tag überwiegend daraus Sperrgut wegzuräumen. Drei Haufen: Schlamm, Sperrmüll, Elektroschrott. Eben alles was da so durch die Gegend gespült wurde und das war einiges. Meine Befürchtung das ich irgendwann auf ein Todesopfer stoßen würde räumten die Ösis aber aus: Zu dem Zeitpunkt waren alle Vermissten gefunden bzw. gerettet.

Der Herr Seehofer soll am Samstag auch hier gewesen sein, gesehen habe ich ihn aber nicht. Wahrscheinlich hatte er seine Gummistiefel vergessen. Die hätte ich mir übrigens auch gewünscht, statt dessen hieß es gestern erstmal für mich, die Wanderstiefel mit dem Dampfstrahler zu reinigen. Imponiert hat mir übrigens die immense Anzahl an freiwilligen Helfern, übrigens auch einige dunkelhäutige Menschen die wohl eher nicht aus Niederbayern stammen, trotzdem aber tatkräftig zulangten.

Was mich wirklich geärgert hat sind die Unmengen an Personen, die mir am frühen Abend auf dem Rückweg begegnet sind. Viele ausgerüstet mit Fotoapparaten, einfach so aus Geilheit an dem Leid anderer Leute. Da wünscht man sich wirklich, dass einigen so etwas auch einmal passiert. Und genau dieses Leid ist auch der Grund, warum ich dort keine Fotos gemacht habe. Das ist Sache der Medien, ich hätte mich geschämt dort das Handy zu zücken und Bildchen zu machen.

Im Hotel angekommen fragte mich übrigens die Hotelwirtin, ob ich Outdoor-Sport betreiben würde. Naja, meinen Für-alle-Fälle-Blaumann wäscht sie diese Woche mit, das Angebot habe ich gerne angenommen. Abends wurde dann erstmal Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme betrieben, denn in Simbach war die Versorgung naturgemäß eher minimal. Hätte ich ja auch mal selbst dran denken können.

Alles in allem möchte ich diese Erfahrung nicht missen, auch wenn mir gestern gewaltig die Gräten schmerzten. Danke an die Ösis Alex, Werner, Sascha und Robert, die mich vorgestern „erduldet“ haben, eure Adresse habe ich gebunkert und ich werde mich sicher mal bei euch melden wenn ich wieder in der Nähe bin. Den betroffenen Simbachern wünsche ich, das sie ihr Hab und Gut möglichst bald wieder ersetzen können, wenn das auch bei einigen sicher noch dauern wird. Ich drücke jedenfalls die Daumen!