Kneipe

Keine Feiern und Feste 2021?

nurmalso

Am Aschermittwoch ist alles vorbei… Naja, Karneval gabs nicht nur hier in Köln wenn überhaupt nur in extrem abgespeckter Form oder digital. Was wohl nicht nur die in Vereinen organisierten Jecken wohl nur ein wenig darüber hinweg trösten konnte, ihren Karnevalsvirus in diesem Jahr nicht wie gewohnt ausleben zu dürfen. Ich habe heute früh bei einer Unterhaltung mit Kollegen nur dazu angemerkt, dass ich zumindest eine ganze Menge Kohle nicht ausgegeben habe, die zu normalen Zeiten jetzt futsch wäre.

Doch nicht nur der Karneval muss dieses Jahr bluten. Eine Großveranstaltung im Sommer wurde schon vorsorglich abgesagt, die Kölner Lichter. Und ich persönlich glaube auch, dass wie im vergangenen Jahr die Schützenfeste wieder unter den leidtragenden sind. Denn – Stand heute – kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ab Mai über den Sommer hinweg nicht nur Schützenfeste, sondern auch noch andere Großveranstaltungen und Feste wieder wie eh und je stattfinden können.

Was natürlich für die jeweiligen Veranstalter teilweise schon existenzbedrohend werden könnte. Denn dann fehlt noch 2020 ein weiteres Jahr eine Einnahme, die manchen Verein finanziell am Leben hält. Normalerweise denke ich ja eher optimistisch, zumindest wenn es nicht um den 1. FC Köln geht. Aber wenn man sich alleine die „Geschwindigkeit“ ansieht, mit der das Impfen im Moment vonstatten geht, da kann oder muss man sogar eher pessimistisch werden. Und jetzt sind auch noch Mutanten des Virus unterwegs…

Unseren Urlaub im vergangenen Jahr haben wir ja abgesagt und in Absprache mit dem Hotelwirt in Österreich auf dieses Jahr umgebucht. Aber selbst da bin ich noch nicht sicher, ob wir mit den Mopeds Ende Juli zu unseren Nachbarn können. Gut, auf Urlaub kann man mal verzichten, ich zumindest. Wenns nicht klappt, düsen wir eben in deutschen Landen umher. Schön wäre dann zumindest, wenn man mal wieder in eine Kneipe oder in ein Restaurant dürfte.

Vielleicht sehe ich das ganze ja auch zu negativ. Allein mir fehlt der Glaube… Aber natürlich lasse ich mich auch gerne überraschen!

Schnelle Entscheidungen

kölsch

Frauen denken viel zu viel nach. Wenn mich zum Beispiel ein Kneipier fragt ob ich noch ein Kölsch trinken möchte, dann antworte ich: „Sicher dat!“ oder alternativ dazu ein kurzes „Jo.“ Dafür muss ich im Normalfall auch nicht lange überlegen. Fragt er aber zum Beispiel die bessere Hälfte ob sie noch ein Sektchen trinken möchte, kann er sich locker hinter der Theke die Fingernägel schneiden oder sogar ein ausgiebiges Vollbad nehmen.

Sie fängt dann tatsächlich an, über diese doch recht einfach formulierte Frage ihre Lebensgeschichte zu überdenken. „Jaaaa, ich weiß nicht…“ „Ich bin ja gar nicht richtig dafür angezogen“ oder „Ich hab ja nächste Woche noch einen Frisörtermin“ – um nur einige Varianten zu nennen. Das sind dann die Momente, wo ich ernsthaft darüber nachdenke, weshalb ich nicht nach Australien auswandere. Alleine…

Meistens kümmere ich mich gar nicht weiter darum. Ich beobachte dann nur die entgleisenden Gesichtszüge des Bierwächters und denke mir dabei, das er die bessere Hälfte ja quasi zu dieser Antwort genötigt hat. Welcher normal denkende Mann stellt schon einer Frau eine Frage, auf die er auch noch allen ernstes eine Antwort erwartet? Und besser er setzt sich damit auseinander als ich… Naja, er ist noch jung…

In der Zwischenzeit habe ich ja dann auch Zeit, mich den wirklich wichtigen Dingen des Lebens zu widmen. Also jetzt Schluß mit dem langsamen warmtrinken, wir gehen jetzt in die solide Schwippsphase über und überlassen die Dame des Hauses weiter ihrem Schicksal dem Wirt. Mit einem kurzen Blick zur Seite registriere ich, dass der Kneipenfürst kurz vor einem Tränenausbruch steht. Fragend sieht er mich an, doch ich ignoriere ihn schulterzuckend. Selbst schuld, Junge…

Weitere 5 Kölsch später höre ich ein „Meinst du wirklich, ich sollte noch etwas trinken?“ und spucke mir vor Erheiterung fast ins Glas. „Diskutieren die etwa immer noch über ihr Getränk?“ denke ich so bei mir, vermeide aber den direkten Blick zum Weibchen, um ja kein Aufsehen zu erregen. Und ich werde ja auch weiterhin mit flüssigem versorgt…

Doch nach einigen weiteren leckeren Obergärigen überkommt mich dann aber doch ein Mitleidsanfall. Da diese Diskussion wahrscheinlich heute Abend sowieso nichts mehr bringt, erlöse ich den ob der letzten halben Stunde sichtbar aufgelösten Herrn hinter der Theke mit einem einfachen: „Sollen wir nach Hause gehen, Schatz?“

Dankbar kredenzt er mir ein letztes Kölsch aufs Haus bevor wir uns auf den Heimweg machen. Ihre Frage, ob wir noch woanders einkehren sollen, beantworte ich mit einem knappen: „Nein!“ Schließlich muss ja einer aus der Familie auch schnelle Entscheidungen treffen können…