Lesehilfe

Probiers mal mit Vergesslichkeit

nurmalso

Die bessere Hälfte ist quasi mein menschlicher Terminkalender…

Ob nun ein Geburtstag ansteht, ein Jubiläum oder sonst ein wichtiger Termin, das Weibchen hat alles im Kopf. Ich dagegen muss mir solche Dinge ins Smartphone tackern und vergesse es oft trotzdem. Aber ansonsten führt bei uns das Weibchen auch die Gruppe der Vergesslichen an. Denn wo das Hirn bei Zahlen und Terminen hervorragend funktioniert, das lässt es bei vielem anderen die Flügel hängen.

Wenn wir am Samstagabend im Kino waren, dann muss das Weibchen montags schon überlegen, welchen Film wir uns angesehen haben. Einen Einkaufszettel zu schreiben hat sie zwar schon oft geschafft, allerdings bleibt der zu 99% auf dem Küchentisch liegen. Ähnlich sieht es mit ihrem Schlüsselbund aus, mittlerweile hat wahrscheinlich fast jeder aus der näheren Nachbarschaft schon einen Reserveschlüssel von uns.

Wenn ich mal wieder um meine Lesehilfe gebeten werde, dann hat sie ihre drei Brillen garantiert wieder an Plätze verlegt, wo ein normaler Mensch nie suchen würde. Zwischen der Bügelwäsche, im Briefkasten, auf dem Küchenschrank… Wobei der vom Boden aus 2 Meter 35 hoch ist und ich mich schon frage, wie dort oben eine Brille hinkommt. Diese Beispiele könnte man jetzt abendfüllend fortführen…

Und ich garantiere, dass sie gerade im Moment bestimmt wieder sucht. Von diesen Lesehilfen gibt es drei, eine in Pink und zwei in Rot. Und eine rote Lesehilfe vermisst sie sicher, die habe ich nämlich eben in meinem Handschuhfach gefunden. Und ich habe sie nicht da hinein gepackt, ich schwöre!

Ich plane einen Weltkonzern

lupeIch habe eine Geschäftsidee…

Seit ein paar Jahren benötigen ja meine geplagten Augen eine Sehhilfe. Bisher allerdings nur zum lesen, ansonsten kann ich alles andere noch gut genug erkennen. Zumindest habe ich noch niemanden über den Haufen gerannt weil ich ihn nicht gesehen habe. Zu Hause habe ich aus diesem Grund an den strategischen Orten, also im Wohnzimmer, im Schlafzimmer und auf der Toilette, überall eine Lesebrille deponiert. Schließlich geht am Laptop ohne Lesebrille gar nichts mehr. Und bitte erklärt mir jetzt nicht, dass es auch mit Bildschirmlupe oder einer entsprechenden Browsererweiterung geht.

Die Brille im Schlafzimmer dient natürlich nur der eventuellen Einschlaflektüre und nicht etwa, um die bessere Hälfte im dunkeln besser sehen zu können. Und die WC-Puristen unter euch werden sicherlich schon ahnen, dass die Brille auf der Toilette nicht etwa für eventuelle Lektüre auf dem Abort gedacht ist, sondern lediglich dazu dient das aufgedruckte Muster des vierlagigen Klopapiers zu erkennen…

Auch im Auto, in mehreren Jacken- und in den diversen Laptop-Taschen sind jeweils Lesebrillen gebunkert, so dass nach menschlichem Ermessen immer eine Brille zur Hand sein sollte. Was bis jetzt auch immer gut funktioniert hat, weshalb ich jetzt ernsthaft überlege, ein Ausleihgeschäft zu eröffnen. Und daraus eventuell einen Weltkonzern zu formen…

Denn in den vergangenen Tagen konnte ich mit meinem Brillen-Arsenal schon drei Leuten aus der Klemme helfen, die ihre Lesehilfe vergessen und dementsprechend die gerade aktuelle Speisekarte nicht entziffern konnten. Vielleicht hat ja auch jemand von euch entsprechende Beziehungen, um billig Lesebrillen einkaufen zu können.

Für meine Lesehilfen für unterwegs (in einklappbarer Ausführung) habe ich bisher knapp 5 Euro berappen müssen, vielleicht lässt sich ja daran noch ein wenig handeln. Verleihen würde ich sie dann für 2 Euro die Stunde, vielleicht als Anreiz ab der dritten Stunde für die Hälfte. Happy Hour sozusagen.

Anschaffen müsste ich mir für mein Kleingewerbe noch eine Art Musterkoffer, wo man die Brillen übersichtlich nach Blindheitsgrad sortieren könnte. Vielleicht hat auch in der Sache jemand einen guten Tipp für mich. Eventuell hat ja auch jemand Interesse, sich an meinem neuen Weltkonzern als stiller Teilhaber zu bereichern. Über das Einlagekapital können wir gerne bei einem Bierchen verhandeln.

Ach ja, Alt und Pils gelten nicht als Bier…