Lockdown

Und nochmal Verlängerung…

Reisszwecken

Das bei ständig steigenden Werten keine weitreichenden Lockerungen nach der gestrigen Konferenz der Bundeskanzlerin und der Landeschefs zu erwarten waren, dürfte selbst dem größten Optimisten klar gewesen sein. Also gabs dementsprechend eine erneute Verlängerung des Lockdowns vorerst bis zum 18. April, einige Maßnahmen wurden weiter eingeschränkt und über Ostern auch verschärft. So weit, so „gut“…

Allerdings fragt sich der geneigte Bundesbürger langsam wirklich, ob unseren Berufspolitikern diese Krise langsam aber sicher entglitten ist. Zum einen wird einem seit Monaten vorgebetet, Kontakte weitestgehend einzuschränken, auf der anderen Seite schafft man es aber zum Beispiel nicht, Demonstrationen wie erst kürzlich in Kassel mit vielen tausend, zum großen Teil Maskenpflicht und Abstandsregeln ignorierender Teilnehmer, zu untersagen. Sicher gibt es ein Demonstrationsrecht, schließlich leben wir nicht in Takatuka. Aber wenn schon Millionen Bundesbürger tägliche Einschränkungen hinnehmen müssen muss es auch möglich sein, 20.000 Betonköpfe halbwegs in ihre Schranken zu weisen.

Wenn man alleine die typisch deutsche Bürokratie beobachtet, mit der dieses Impfszenario mehr schlecht als recht durchgezogen wird so prophezeie ich, dass wahrscheinlich die sogenannten Dritte-Welt-Länder eher durchgeimpft sind als das in Bürokratie und Unfähigkeit erstarrende Deutschland. Und ich bin wirklich einmal gespannt, ob sich die Geschwindigkeit wirklich erhöhen wird, wenn dann ab dem 2. Quartal die EU mit Vakzinen geflutet wird. Meine Prognose: Eher nein, wahrscheinlich machen sich da eher auch wieder ein paar Nimmersatte die eigenen Taschen voll und verscheuern die Brühe.

Diese Unfähigkeit der Bundesländer, von Anfang an einen gemeinsamen Kurs zu fahren und diesen auch durchzuziehen hätte meines Erachtens für mehr Akzeptanz in der Bevölkerung geführt. Selbst ich – und ich habe normalerweise eine Engelsgeduld – kann mittlerweile nur noch müde darüber lächeln, das die Damen und Herren Länderchefs scheinbar nur im Kopf haben, sich bei ihren potentiellen Wählern und Wählerinnen bloß nicht zu unbeliebt zu machen, um eine eventuelle Wiederwahl nicht zu gefährden. Und unser kleiner Aachener Napoleon mit Ambitionen für höhere Weihen dreht sich besonders gekonnt wie ein Fähnchen im Wind.

Ebenso sind einige getroffene Maßnahmen zumindest fragwürdig. Ich kann mich noch ans letzte Frühjahr erinnern, als vor jedem Discounter ein „Wachposten“ aufgestellt wurde, der den reglementierten Zugang überprüfte. Scheint heute niemanden mehr zu interessieren. Im Einzelhandel werden Zugangsbeschränkungen vorgeschrieben, so das nur ganz wenige zeitgleich im Laden sind. Das dürfte umsatzmäßig gesehen wohl für die meisten eher ein Minusgeschäft sein, während sich bei den deutschen Supermärkten in der Nachbarschaft alles knubbelt. Irgendwie wirkt das ein wenig unausgegoren… Und den Branchen die nun teilweise schon ein Jahr!! beschäftigungslos und dementsprechend ohne Einkünfte sind, werden versprochene finanzielle Hilfen viel zu spät ausgezahlt oder durch Bürokratie unnötig erschwert. Auch weil man unfähig ist, betrugssichere Anträge zu formulieren und auszuarbeiten.

Viele Leute haben einfach kein Vertrauen mehr in unsere Volksvertreter, jüngste Skandale und Skandälchen tragen weiter dazu bei, dass man wirklich langsam bezweifeln muss, ob wir diese Pandemie in angemessener Zeit zumindest einigermaßen in den Griff bekommen. Zudem wirkt unsere Bundeskanzlerette zumindest auf mich so, als ob ihr das Geschacher der Länderchefs- und chefinnen zunehmend am Allerwertesten vorbei geht. Sie hatte ja schon immer eine eigenen Art, wirkt aber seit längerem amtsmüde und scheint nur noch dem Ende dieser Legislaturperiode entgegen zu dämmern. Man würde sich wünschen, dass sie mal mit der Faust auf den Tisch hauen würde und die MP’s zusammenstaucht. Aber dann würden wieder einige Hohlköpfe von Diktatur faseln…

Ich möchte es ja nicht beschreien aber ich bin wirklich gespannt, wie der Denkzettel bei der diesjährigen Bundestagswahl aussehen wird. Wahrscheinlich habe ich dann einen Grund zum auswandern…

Wann hürt der Driss bloß op – The Wellerman auf Kölsch

Das der Lockdown mit seinen ganzen Einschränkungen vielen so langsam aber sicher auf den Sack geht und der Wunsch nach einem uneingeschränkten Leben immer größer wird, hat meinen Goldwing-Kumpel Reiner dazu inspiriert, den aktuell viral gehenden Titel „The Wellerman“ von Nathan Evans mal dementsprechend einzukölschen. Und ich finde, das ist dem alten Hybridfahrer sehr gut gelungen!

Friseurtermin vor dem Lockdown

Reisszwecken

So ein Friseurtermin gehört ja nicht gerade zu meinen Lieblingsbeschäftigungen.

Im Normalfall neige ich dazu, erstmal alles wachsen zu lassen bis der Helm fast nicht mehr passt. Ich kann nicht leiden wenn mir jemand in die Haare fasst und so ein(e) Friseur(in) – die Genderformulierung spare ich mir mal, das ist affig) muss das nun mal, sonst wirds mit der Friese schwierig. Nach 5 Minuten auf dem Stuhl werde ich in der Regel schon unruhig, die Friseurin des Vertrauens weiß das und beeilt sich so gut es geht.

Im Regelfall läuft bei mir so ein Termin folgendermaßen ab: Termin gemacht, Haarewaschen daheim, mit dem Auto den einen Kilometer bis zum Haare lassen, alles über sich ergehen lassen, kein Fön oder sonstige „Spezialbehandlungen“, bezahlen und raus. Naja, gestern gabs schonmal ein Problem bezüglich Termin, einfach kommen und warten. „Das kann aber etwas dauern…“ wurde mir dann gleich mal der Zahn gezogen.

Und das es dauern könnte sah ich dann schon bei meiner Ankunft, denn da warteten die Leute schon vor der Tür. Ich bin dann erstmal reingestiefelt und auf meine Frage, wie lange es denn dauern könnte, bekam ich zur Antwort: „Du kommst auf jeden Fall noch dran, wir haben heute und Dienstag bis 22 Uhr offen.“ Wir hatten 16 Uhr 15, ich zählte mal locker durch und kam zum Ergebnis, das ich frühestens um 18 Uhr die Matte los werden würde. Um die Wartezeit zu versüßen bekam ich aber nochn Käffchen mit auf den Weg, immerhin.

Immer wenn drinnen wieder jemand fertig bearbeitet wurde, durfte von draußen wieder jemand hinein. Und so kam ich gegen kurz nach 17 Uhr schon einmal an einen Sitzplatz. Dort nochn bisschen am Handy rumgespielt und meine Rechnung ging dann fast perfekt auf, Um 17 Uhr 51 wurde ich aufs Stühlchen gebeten. Und dem Herrn Gott sei Dank sogar von der Friseurin des Vertrauens, die meine Macken nun schon lange kennt und keine Einweisung benötigt.

Um kurz nach 18 Uhr war dann der längste Friseurbesuch meines Lebens fast beendet. Bezahlt, für den Kaffee bedankt, schöne Feiertage gewünscht und raus aus der Hütte. Und jetzt kann der Lockdown von mir aus auch 3 Monate dauern, vorher bekommt mich sowieso niemand mehr zum Friseur.