Möbel

Möbelkauf? Wenn es ein muss… aber bloß nicht bei IKEA!

scharnier

In den letzten Wochen habe ich wahrscheinlich mehr Zeit in Möbelhäusern verbracht als Paris Hilton auf dem Rücken.

Und das ist bei mir nicht selbstverständlich. Gucken hier, ein paar Anregungen holen, vergleichen dort. Naja, kennt ihr sicher selbst. Da das Weibchen sich wieder etwas in den Kopf gesetzt hat, musste ich mich da lieber selbst mal informieren. Auch wenn Einrichtungshäuser nun nicht gerade zu meinen bevorzugten Aufenthaltsorten zählen.

Da ich ja während dieser Zeit auch oft im Süden der Republik war, hießen die Möbelhäuser nicht Porta, Höffner oder Hausmann, sondern Segmüller, Mömax oder auch Rundel. Und ich habe festgestellt, dass trotz teilweise knapp 600 Kilometer Entfernung überall der gleiche Mist verkauft wird.

Ich hätte jetzt wirklich gedacht, dass man auch etwas mehr Auswahl gehabt hätte, wobei die Preise teilweise schon sehr unterschiedlich waren. Alles in allem sehr enttäuschend, die Ochsentour hätte ich mir sparen können. Und das alles nur damit das Weibchen bloß nicht auf die Idee kommt, mir hier Möbel-Attrappen mit mehr oder minder lustigen schwedischen Namen in die Kemenate zu schleppen.

Ganz ehrlich, NYVOLL zum Beispiel klingt doch schon danach dass man besser nichts darin lagert, oder? KOPPANG erweckt auch nicht gerade mein Vertrauen in die Stabilität und POPPTORP ist nicht nur aus Plastik, der sieht auch noch Shayce aus. Wieso sind nur Frauen nicht davon zu überzeugen, dass IKEA noch schlimmeren Mist herstellt als Porta, Segmüller und Konsorten?

Schatzkammer verschenkt

nurmalsoWir Kronen der Schöpfung sammeln ja gerne…

Der gemeine Sammler lässt sich sich im allgemeinen nicht in seiner Sammelleidenschaft beirren und sammelt was ihm in die Finger kommt. Alles was noch irgendwo Verwendung finden könnte wird gesammelt, vorrangig Schrauben, Dübel und Unterlegscheiben, aber auch seltene Dinge finden noch einen Platz im Keller.

In meinem durchaus großen Kellerlager findet sich auch so einiges, was heute mit Sicherheit niemand mehr benötigt. „Erbstücke“ von meinem Opa – er war Schreinermeister – denen allerdings manchmal schon der Zahn der Zeit zugesetzt hat. Allerdings kann ich mich von den meisten Sachen nicht trennen, denn schon der Gedanke etwas in die Tonne zu kloppen was man eventuell in der nächsten Woche schon gebrauchen könnte ist einfach nicht vorstellbar.

Aber ich habe auch Materialien im Keller, die heute gar nicht mehr hergestellt werden. Vieles davon, alte Beschläge, Zierschrauben etc. habe ich selbst quasi geerbt Und schon oft konnte ich in den letzten Jahrzehnten damit Freunden oder Bekannten aushelfen. Denn fast jeder im Freundes- und Bekanntenkreis rief in der Regel erstmal bei mir an wenn etwas benötigt wurde. In den nächsten Baumarkt konnte man schließlich immer noch fahren…

Der Kellerraum in dem die „Schätze“ gelagert werden ist natürlich gesichert wie ein Atomschutzbunker. Es gibt nur einen Schlüssel und der ist immer an meinem Schlüsselbund. (Eigentlich gibt es 3, aber nicht weitersagen… ) Da spart man sich als Sammler die teure Überwachungsanlage. Denn nichts ist schlimmer für das heimische Sammellager als Menschen die gerne aufräumen. Und die bessere Hälfte gehört zu dieser Gattung…

Man kann jetzt nicht unbedingt behaupten, dass da unten in meiner Schatzkammer noch nie aufgeräumt wurde. Im Gegenteil, alles ist sortiert und ich habe jederzeit immer alles gefunden was ich gesucht habe. Aber Menschen der Gattung Frau haben nicht immer einen Sinn dafür, ob sie nun ein wertvolles Sammlerstück oder einfach nur Schrott vor sich haben. Darum als Tipp: Niemals, aber auch wirklich niemals das Abschließen vergessen!

Naja, dieses „Problem“ werde ich in Zukunft nicht mehr haben. Denn ich habe meine Sammlung gestern Abend verschenkt. Ein noch ziemlich frischer Schreinermeister, dessen Vater ich schon lange kenne, hatte ganz glänzende Augen als ich ihn gestern mit in meinen Keller nahm. Der wusste was da für Schätze liegen und da er sich auf Restaurierungen von alten Möbeln spezialisiert hat, hab ich ihm das ganze kurzerhand vermacht.

Lediglich ein nettes Abendessen kostet es ihn und er wird mit Sicherheit mehr Verwendung dafür haben, weil mir fürs heimwerken sowieso die Zeit fehlt. Und wenn man mal ein gutes Werk tun kann – warum nicht? Im Moment buddelt der Knabe sich gerade durch meine Schatzkammer, wird wohl auch noch etwas dauern…

Wehe wenn Mann Frau gewähren lässt…

nocommentWeiber und Hühner…

Ich bin ja ein Befürworter der These, dass unseren weiblichen Mitbürgern – speziell den einmalig Angetrauten oder Lebensabschnittsgefährtinnen – nur sehr selten ein unbeaufsichtigter Ausgang aus der heimischen Kemenate gewährt werden dürfte…

Ich war in dieser Hinsicht bisher sehr vertrauenswürdig, denn der besseren Hälfte wurde nicht nur die Freiheit gewährt für die Ernährung und textile Versorgung des Haushaltsvorstands – also mich – zu sorgen, sie durfte sich sogar mehrmals im Jahr mit Freundinnen zum shoppen verabreden. Bisher gab es da auch keine besonderen Vorkommnisse, wenn man mal vom Erwerb absolut unnützer Dinge wie Handtaschen, Schmuck oder ähnlichem absieht. All das konnte ich verschmerzen, bis gestern…

Denn eigentlich war der Auftrag klar: In die Stadt fahren, ein neues Ladegerät für die AAA-Akkus des Haushaltsvorstands – also mich – besorgen, zur Belohnung eventuell noch ein bis fünf Bierchen anlässlich des Karnevalsauftakts hier in Köln genehmigen und dann nichts wie ab nach Hause. Aber Pustekuchen, mein Auftrag wurde schändlich vernachlässigt, aber der Reihe nach. Als ich nämlich gestern nachmittag nach Hause kam, war weder vom Weibchen noch vom neuen Akku-Ladegerät etwas zu sehen. Zuerst einmal machte ich mir keine Gedanken, doch so gegen 18 Uhr beschloß ich dann, die bessere Hälfte – nur zur Vorsicht – einmal anzurufen.

Vernommen habe ich von ihr nur die Hälfte, da der Empfang ziemlich schlecht war. Wer weiß, wo sie sich wieder rumgetrieben hat… „Bist du schon zu Hause?“ „Ich bin auch gleich da!“ „Ich hab was schönes gefunden…“ Da denkt der Haushaltsvorstand – also ich – natürlich, dass die Einkaufsorder auftragsgemäß ausgeführt wurde. Aber Frauen können manchmal hinterlistig sein, auch wenn ich das als staatlich geprüfter Frauenversteher nur ungern zugebe. Denn das was dann folgte, das hätte ich jetzt nicht erwartet…

Denn als das Weibchen klingelte, da kräuselten sich die Nackenhaare schon, wenn auch unmerklich. Warum sollte man klingeln, wenn man nicht gerade die 70 Kilo schwere Luxusausführung eines Ladegeräts für 300 Akkus gekauft hätte? Mit einem unguten Gefühl drückte ich den Türöffner und mir schallte gleich ein „Kannste mir mal helfen kommen?“ entgegen. Mein Gefühl verstärkte sich noch und ich spürte, wie die Halsschlagader zu pochen begann. Ich stiefelte gen Ausgang und als ich um die Ecke sah, ahnte ich schon schlimmes…

Der Kofferraum des Autos stand weit auf und alles was ich sah, waren 2 große Kartons. Viel zu groß, um nur ein popliges Akku-Ladegerät zu beherbergen aber locker groß genug, um eine ausgewachsene deutsche Dogge mit samt neunköpfigen Wurf darin unterzubringen. Auf meine Frage was darin wäre, bekam ich nur zur Antwort: „Etwas schönes!“ Nun ja, „etwas schönes“ ist relativ, dass kann ein neues Auto sein oder auch eine Dauerkarte für den 1.FC Köln. Aber benötigte man dazu solche Verpackungen? Eher nicht…

Meine Gedanken zerschlugen sich als der Haushaltsvorstand – also ich – dazu genötigt wurde, dass bleischwere Pappzeug nebst Inhalt in die Kemenate zu schleppen. Wo auch schon die bessere Hälfte mit dem Teppichmesser wartete und das nicht etwa um mich nach getaner Arbeit abzuschlachten, sondern nur um die Kartons zu öffnen. Und wer jetzt wirklich noch denkt, dass mein Auftrag zum Erwerb eines handelsüblichen Akku-Ladegerätes ordnungsgemäß ausgeführt wurde, der glaubt wahrscheinlich auch dass man Frauen den ganzen Tag unbeaufsichtigt lassen kann.

Denn noch während ich mit dem Teppichmesser an der Verpackung hantierte eröffnete mir die bessere Hälfte, dass sie ein „ganz tolles Regal, das super toll ins Schlafzimmer passt… gefällt dir sicher auch!“ erstanden hätte. Nun, mein Entzücken hielt sich in Grenzen, denn erstens hasse ich IKEA, zweitens hasse ich Möbel die man selbst aufbauen muss, drittens fand ich den Preis ganz schön happig und viertens hasse ich Möbel, die keine Akkus aufladen können!

Und ja, die bessere Hälfte lebt noch. Noch…

P.S. Das ach so tolle Regal ist Schrott, denn erstens ist so ein Schraubanker schon vor der Montage ausgerissen und zweitens ist das ach so tolle Regal wohl doch etwas voluminöser als Frau sich jemals vorstellen könnte. Nach ungefährem nachmessen dürfte der Schrott locker 20 Zentimeter zu breit sein, mindestens! Also wieder in die Verpackung geschmissen und morgen wird der IKEA-Rotz zurück gebracht. How ich habe gesprochen!

P.S.2 Ich besorge mir heute selbst ein Ladegerät bevor das Weibchen noch mehr Möbel hier anschleppt.