München

Hundskaputt oder Gott sei Dank ist Wochenende

nurmalso

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Oder so ähnlich…

Nach unserem jährlichen Betriebsausflug zum DTM-Rennen am Nürburgring am vergangenen Wochenende war die jetzige Woche eigentlich anders geplant. Eigentlich… Denn dank Personalnotstand infolge anderer Aufträge und einer Menge angefallener Störungen im Süden der Republik durfte ich mich nach Absprache mit Rudi meinem Chef selbst in den Blaumann schmeißen und im Süden nach dem rechten sehen.

Und das fing schon relativ stressig an. Sonntag Rückkehr vom Nürburgring um 19 Uhr, geduscht, umgezogen und zum Krönungsball des Schützenfestes in Rath-Heumar geeilt, wo mein letzter Einsatz als Bezirkskönig in diesem Jahr anstand. Um 24 Uhr im Bett gewesen (ohne Alkohol ), um 4 Uhr klingelte dann wieder der Wecker, weil ich um 5 Uhr auf der Autobahn sein wollte. Erstes Ziel war München.

Dort dann 3 Tage alles an Störungen beseitigt was zu beseitigen war. Einzig eine kleine Maus hinderte mich daran, alles wieder zum laufen zu bringen. Die hatte nämlich durch einen 400 Volt-Suizid die komplette Elektronik eines Klimagerätes verursacht und da der Schaden die voraussichtliche Laufzeit der Anlage nicht decken würde, dürfen die Kollegen von der schwer arbeitenden Truppe demnächst dort etwas neues, moderneres montieren. Schließlich müssen wir ja auch Geld verdienen…

maus

Weiter ging es dann gestern über Landsberg am Lech, Kempten im Allgäu, Überlingen am Bodensee nach Villingen im Schwarzwald, wo ich gestern Abend noch todmüde im Hotel eingecheckt und eben noch die vorletzte Störung beseitigen konnte. Nachdem ich das gleich hier getippselt habe, gehts dann noch etwa 150 Kilometer quer durch die Pampa den Schwarzwald nach Mühlacker, gelegen zwischen Stuttgart und Karlsruhe.

Und wenn ich es noch schaffe dort auch wieder alles zum funktionieren zu bewegen, dann gehts aber mit Karacho Richtung Kölle. Und wenigstens hätte sich der Blaumanneinsatz dann auch vollständig gelohnt. Und der erste der morgen vor 10 Uhr bei uns mit einem Laubbläser, Rasenmäher oder ähnlichen hantiert, der wird erschlagen. Ich schwöre! So, jetzt wisst ihr Bescheid, drückt mir die Daumen das ich in keinen Stau gerate…

Anschlag im OEZ in München – Ein paar Gedanken

lupe

Den gestrigen Fernsehabend bestimmte der Amoklauf von München.

Nun also scheint festzustehen dass es wohl doch „nur“ ein Einzeltäter war, der am gestrigen Abend nicht nur München in Angst und Schrecken versetzte. Die Polizei ist sich inzwischen sicher, das die tödlichen Schüsse von einem 18-jährigen Deutsch-Iraner abgegeben wurden. Was ihn zu dieser furchtbaren Tat bewogen hat, die einschließlich des Täters 10 Todesopfer und 16 Verletzte forderte, weiß zum jetzigen Zeitpunkt noch niemand. Krank? Fanatisch? Vermutungen…

Das der Terror auch in Deutschland angekommen ist, zeigt München genauso wie der Axt-Angriff eines 17-jährigen vor ein paar Tagen in Würzburg, bei dem 4 Menschen teilweise sehr schwer verletzt wurden. Die Unterscheidung zwischen Amoklauf und Terrorangriff spielt dabei in meinen Augen auch keine Rolle mehr, zumindest die Tat in Würzburg wurde von einem Menschen ausgeführt, der sich durch die fanatischen Aufrufe des IS dazu auserkoren fühlte.

Auch beim gestrigen Anschlag kann man schon sehr stark davon ausgehen, dass das Tatmotiv ähnlich sein dürfte. Auch wenn diese Aussage einer Vorverurteilung gleich kommt und man mit solchen Aussagen sehr vorsichtig sein sollte. Wir werden mit solchen Anschlägen zukünftig leider Gottes leben müssen, denn mit Sicherheit sind mit der großen Flüchtlingswelle auch Menschen ins Land gelangt, die Böses im Schilde führen.

Leider werden jetzt auch wieder – gerade in den sozialen Netzwerken – viele Verallgemeinerungen veröffentlicht. Im Grunde ist jetzt jeder Nicht-Deutsche ein Terrorist, auch wenn der mit Abstand größte Anteil der Menschen die vor einem Krieg geflohen sind hier bei uns nur Ruhe und Frieden sucht. Und die diese Taten mit Sicherheit genauso verabscheuen wie wir. Trotzdem dürfen sich gerade unsere Politiker wieder anhören, wen sie da alles ins Land gelassen haben.

Doch einen Staat wie die ehemalige DDR kann doch ernsthaft niemand mehr wollen, in dessen Grenzen man eingemauert zumindest trügerische Sicherheit vor fremden Nationalitäten und anderen Religionen hat. Das schlimme ist das diese Anschläge die Meinung vieler beeinflussen, das man nirgends mehr sicher ist. Es kann jeden erwischen, egal wo und wann. Genau das ist ja das Ziel dieser Anschläge, man möchte die Bevölkerung verunsichern, sie in Angst und Schrecken versetzen. Und wer weiß wo die nächste Tat schon geplant wird…

Gelegenheiten mit großen Menschenansammlungen gibt es mehr als genug, neben Einkaufszentren wie dem OEZ in München dürften zukünftig auch die Besucher von Volksfesten, Konzerten oder Sportveranstaltungen oft ein mulmiges Gefühl, wenn nicht sogar Angst verspüren, solche Veranstaltungen zu besuchen. Ich selbst hatte gestern Abend solch ein mulmiges Gefühl, denn ich bin mehrmals im Jahr beruflich im OEZ unterwegs.

Trotz der schrecklichen Ereignisse gibt es auch positives. Der Polizei in München muss man ein großes Lob aussprechen, die über die sozialen Netzwerke umfassend informierte und auch warnte. Dieses wurde von allen Seiten sehr positiv aufgenommen. Münchner Bürger boten Reisenden Übernachtungsmöglichkeiten an, weil sie wegen der Einstellung des öffentlichen Nahverkehrs, Taxis etc. in München gestrandet waren.

Doch der „Held“ des gestrigen Abends war – nicht nur für mich – der Pressesprecher der Münchner Polizei, Marcus da Gloria Martins. Sehr souverän, geduldig, glaubwürdig, vor allem aber sachlich und locker, ohne das geringste Zeichen von Anspannung und Aufregung stand er den Vertretern der TV-Sender und Radiostationen Rede und Antwort. Mein Highlight war die Antwort auf die Frage eines Reporters, ob man etwas zu der Todesursache des vermeintlichen Täters sagen könne: „Ich kann Ihnen sagen, er ist nicht einfach so umgefallen!“

Mein Beileid gilt all denen, die einen geliebten Menschen, ein Familienmitglied oder Freund verloren haben.

Das negative Triple des FC Bayern München

fussball

Da hat der FC Bayern München also das Triple geschafft.

Sicherlich hätte man auf dieses Triple, nämlich das dreimalige ausscheiden gegen eine spanische Mannschaft im Halbfinale der Champions League, gerne verzichtet. So bleibt nur, dass man gegen Atletico Madrid ein tolles und sehr unterhaltsames Spiel gezeigt hat, letztlich aber mit leeren Händen da steht.

Nun ja, so ganz mit leeren Händen steht man natürlich nicht da, denn immerhin kann man am Wochenende den vierten deutschen Meistertitel in Folge unter Dach und Fach bringen, das hat schließlich auch noch keine Mannschaft geschafft. Und das Finale im DFB-Pokal steht auch noch an, so das „zumindest“ noch ein Double herausspringen könnte. Ob das den Ansprüchen der Millionentruppe genügt darf allerdings bezweifelt werden.

Der FC Bayern ist bekannt dafür, dass er die Fußballfans der Republik spaltet. Zum einen natürlich die Anhänger der Mannschaft, zum anderen aber auch die Fußballfans der Republik, die der Mannschaft alles wünschen, nur keinen Erfolg. Dabei ist es unerheblich ob die Bayern eine deutsche Mannschaft sind oder nicht, man hält selbst Gegnern wie Atletico Madrid mit ihrem nicht immer sehr sportlich agierenden Coach Diego Simeone die Daumen.

Die Bayern polarisieren, wie gestern Abend auch in meinen Timelines bei Facebook und Twitter zu beobachten war. Wahrscheinlich ist diese Mißgunst dadurch bedingt, weil die Bayern eben – zumindest in der Bundesliga – so eine Übermacht darstellen. Sicherlich haben sie sich ihre Vormachtstellung über Jahrzehnte hart erarbeitet aber die teilweise auch deutlich zur Schau gestellte Überheblichkeit den anderen deutschen Mannschaften gegenüber ist zumindest mir schon lange ein Dorn im Auge.

Weshalb ich mir auch wünsche das der FC Bayern jetzt so demoralisiert ist, dass er in den letzten zwei Spielen noch die Meisterschaft vergeigt und im Pokalendspiel werde ich natürlich auch Borussia Dortmund die Daumen drücken.