Nummernschild

Begegnungen

blamn

Gestern habe ich Jürgen, Sascha, Klaus, Wolli und Katja getroffen. Alle unterwegs… Welch ein Zufall…

Jürgen und Sascha begegneten mir in Duisburg. Wahrscheinlich kamen sie aus dem Duisburger Hafen, denn beide hatten große Container dabei. Klaus sah ich knapp 2 Stunden später in Wesel. Er stand an der Ampel und wollte mit seinem Sattelzug links abbiegen. Ich habe ihm kurz zugewinkt, bin aber weiter gefahren…

Noch später in Kleve kam mir Wolli mit seinem Tanklaster entgegen. Schickes Teil, ganz viel Chrom und blitzeblank geputzt. Und last but not least sah ich auf der Rückfahrt auch noch Katja mit ihrem Glastransporter auf der Autobahn. Sie stand neben mir in Leverkusen im Stau, allerdings bin ich mir nicht sicher ob sie mich auch gesehen hat.

Ich glaube, ich kenne mittlerweile jeden zweiten deutschen Trucker mit Vornamen. Ist schon praktisch, wenn sie ihr Namensschild so hinter die Windschutzscheibe pappen. Ich muss mir auch mal so ein Schild anfertigen lassen, vielleicht grüßen sie mich dann auch. Ob der Maik auch so ein Namensschild im LKW hat?

Kurz vor Weihnachten wird es dann wieder kunterbunt im Laster, da fahren wieder alle mit bunten Leuchtgirlanden und kleinen Weihnachtsbäumchen auf dem Armaturenbrett durchs Land. Hoffentlich kann man dann die Namensschilder noch erkennen…

Alle Holländer sind in Deutschland

autosHerbstferien in NRW.

Die Autobahnen könnten deutlich leerer sein, der Verkehr könnte viel flüssiger laufen. Wenn… Ja wenn nicht unsere Nachbarn aus dem Käseland zu jeder Zeit auch deutsche Autobahnen bevölkern würden. Zwar haben unsere holländischen Nachbarn erst ab dem 17. Oktober Herbstferien, doch schon jetzt ist mindestens jede dritte Nummernschild gelb. Doch Holland – oder politisch korrekt die Niederlande – was ist das überhaupt?

Ein unbekannter Legionär der römischen Truppen hat sich auf dem Heimweg von einer Schlacht einmal verirrt und kam dann während seines langen Fußmarschs auf die wahnwitzige Idee, auf dem uninteressantesten Landstrich der gesamten Erde einen eigenen Staat zu gründen. So entstand Holland, dessen erste Bewohner von der Nordsee in den Schlick gespült wurden und die immer leicht an dem Joint im Mundwinkel und den nach Möglichkeit selbst geschnitzten Holzschuhen zu erkennen sind.

Wenn ein Holländer einmal nicht zu Fuß unterwegs ist, dann fährt er mit dem Fahrrad oder mit seinem fahrenden Wohnklo spazieren. Dies allerdings nicht zu Hause in Holland, sondern mit Vorliebe auf deutschen Autobahnen. Denn der Holländer ist gerissen und denkt sich: „Warum soll ich meine schönen Straßen benutzen wenn ich sowieso nach Bayern fahre?“ Früher tarnte sich der Holländer mit einem gelben Nummernschild, deutliches Kennzeichen dafür, dass man mindestens dreimal durch die Führerscheinprüfung gerasselt ist.

Aber gerissen wie der Holländer ist schraubt er sich jetzt auch schon ein weißes Nummernschild ans Auto, nur um bei uns in Deutschland nicht aufzufallen. Und hätte er nicht sein Wohnklo hinten am Haken hängen würden wir wahrscheinlich wirklich denken, Deutschland hätte nicht 80, sondern mindestens 110 Millionen Einwohner! Aber es gibt da einen Trick, der Holländer flucht nämlich gerne. Und durch dieses „Chotverdomme“, das eher an eine schlimme Halskrankheit als an eine Sprache erinnert, verrät er sich quasi selbst.

Der Holländer verbringt aber nicht nur seine Freizeit, sondern auch gerne seinen Urlaub bei uns in Deutschland, vorzugsweise mit Kind und Kegel. Ganze Großsippen nehmen im Sommer Reißaus und strömen in Richtung Süddeutschland. In einer Langzeitstudie wurde festgestellt, warum der Holländer das macht: Er hat nämlich Angst vor einer Sturmflut. Deshalb macht der Holländer auch keinen Urlaub in Norddeutschland, denn erstens gibts da auch zu viel Wasser und zweitens kommen dem Holländer die Backsteinhäuser die es dort gibt nur allzu bekannt vor.

Aus diesem Grund fährt der Holländer am liebsten nach Bayern – insbesondere dann, wenn in München gerade Oktoberfest ist. Aber auch vor und nach dem Oktoberfest ist der Holländer gerne im Süden. Zum einen, weil die Bayern eine sehr liberale Drogenpolitik betreiben und man dort zwar keine Zigaretten, dafür aber Joints rauchen darf. Zum anderen, weil der Bayer den Holländer, der Holländer aber auch den Bayern nicht versteht.

Wobei Holländisch und Bayrisch eines gemeinsam haben, denn beide gelten eigentlich nicht als Sprache, sondern zählen zur Gattung der niederen Grunzlaute. Bei diesen Grenzvölkern – Holland grenzt ans Wasser und Bayern grenzt ans Ende der Welt – reichen diese Grunzlaute allerdings aus, um Joints gegen Bier zu tauschen. Schließlich muss jeder irgendwie über die Runden kommen…

Im Moment ist – wie schon weiter oben erwähnt – wieder ein extremer Reiseverkehr in Richtung Süden zu beobachten. An Rastplätzen werden Oranje-Partys gefeiert, auf der Autobahn knüppelt der Holländer mit seinem Wohnklo mit 150 Sachen über die Bahn und zu allem Überfluss ist auch noch mindestens jeder zweite LKW mit einem holländischen Kennzeichen getarnt. Und ich bin froh, wenn sie auch alle wieder in die andere Richtung fahren…

Mal eben mundartlich geflucht

reisszweckenDa musste ich eben mal lügen…

Ich habe mich ja schon des öfteren mit den Eigenheiten unseres rheinischen – speziell kölschen – Dialektes beschäftigt. Vieles wird da verniedlicht aber es gibt auch Bezeichnungen, die eventuell etwas herber klingen. Ich benutze ja selten Schimpfworte, wenn es allerdings von Nöten sein sollte, dann rutscht mir auch schon mal etwas heraus. So wie eben, als ich mit dem Bezirksleiter eines Großkunden in meinem Auto unterwegs war.

Da hatte ich wieder einmal so ein unentschlossenes, weibliches Stück Fleisch vor mir. Sie traute sich offensichtlich nicht rechts abzubiegen und das obwohl die Straße eigentlich menschenleer war. Weder von links war ein Fahrzeug zu sehen und auch auf der rechten Seite gähnende Leere. Kein Radfahrer oder Fußgänger meilenweit…

Nur fand die Dämlichkeit wohl ihr Gaspedal nicht. Meine erste Vermutung dass ihr dieses wohl gestohlen worden wäre, bewahrheitete sich allerdings nicht. Denn nach etwa 30 Sekunden Wartezeit hüpfte mit ihrem Gefährt ein klein wenig nach vorne. Nur abbiegen wollte sie auch nach einer weiteren Wartezeit immer noch nicht. Tja, und da kann einem natürlich schon mal der Geduldsfaden reißen, wenn man da so verlassen hinter jemandem steht, der zwar könnte aber scheinbar nicht will.

Und so habe ich ihr dann ein freundliches „Nun fahr doch endlich, du Dresstonn“ durch mein geöffnetes Fenster mit auf den Weg gegeben. Und siehe da, plötzlich fuhr sie tatsächlich. Zwar anfänglich etwas zögerlich, aber sie fuhr… Etwas später fragte mich dann mein Beifahrer, was denn das Wörtchen „Dresstonn“ bedeuten würde. Ich habe es mit „Fahranfänger“ übersetzt, wohlwissend dass dies natürlich falsch war.

Aber hätte ich ihm gesagt, dass man „Dresstonn“ in Wirklichkeit mit „WC“ oder auch „Toilette“ übersetzen kann, hätte er wahrscheinlich den Sinn nicht verstanden. „Dress“ heißt nämlich übersetzt so viel wie Shayze und „Tonn“ eben Tonne. Und wird auch gerne mal als Schimpfwort für jeden Zweck in Köln verwendet. Und ich denke, dass das Weibchen dem ich diesen gutgemeinten Rat mitgegeben habe, mich auch nicht verstanden hat.

Jedenfalls hatte sie ein „GAP“ für Garmisch-Partenkirchen auf dem Nummernschild.