Österreich

Urlaubsplanungen und COVID-19

nurmalso

Eigentlich… Eigentlich soll der Jahresurlaub im August nach Österreich, nach Kärnten führen. Schön mit dem Motorrad ein paar Touren durch die Alpen, auf den Großglockner, um die Kärntner Seen, nach Slowenien und Norditalien. Drei Wochen mit ein paar Leuten ein wenig die Landkarte erkunden und die Seele bei hoffentlich gutem Mopedwetter baumeln lassen.

Die ersten Touren sind schon aufs Navi geladen und jetzt macht sich dieser mistige Coronavirus überall breit. Und so langsam werden auch im Freundeskreis schon Zweifel laut, ob unser Urlaub überhaupt so stattfinden kann wie geplant. Gut, Norditalien könnte man auslassen, aber von da bis zu unserem Urlaubshotel sind es nur 70 Kilometer und Viren hält auch keine Grenze auf. Auch wenn die Italiener gerade alles abriegeln…

Und wenn es Österreich dann auch richtig mit COVID-19 erwischen sollte, dann wahrscheinlich erstmal die Grenzregion zu Italien. Und dann wars Essig mit Urlaub… Das im Moment jeder etwas Vorsicht walten lassen sollte ohne gleich in Panik zu verfallen dürfte eigentlich jedem klar sein. Ich verzichte im Moment bei meiner beruflichen Tour durch Hessen auch auf Begrüßungen per Handschlag, komme allerdings täglich mit so vielen Leuten in Kontakt, das da jederzeit auch ein unwissentlich „Verseuchter“ bei sein kann.

Naja, ich bin kein ängstlicher Mensch und ich kann mich jetzt nicht einbuddeln oder meinen Job aufgeben. Mein Motto: Wenn es passiert, dann passierts. Doch unsere Urlaubsplanungen könnten auch schon bald Geschichte sein, zumindest in unserem Urlaubshotel werden wohl gerade auch solche Gedanken gesponnen. Von dort bekam ich nämlich gestern eine Email, die uns dahingehend vorwarnte.

Gut, eine Alternative auf dem Festland fällt mir jetzt so direkt nicht ein. Frollein Corona verbreitet sich ja mal mehr mal weniger überall. Und vielleicht erübrigen sich ja auch unsere Gedanken und Deutschland ist bis August so verseucht, daß der Herr Spahn niemanden mehr heraus lässt. Dann wäre die letzte Alternative wohl Balkonien, mit Atemschutzmaske. Ich muss mir dann nur noch überlegen, wie ich mein Bierchen trinke ohne die Maske abzusetzen.

Aber bis dahin fällt mir sicherlich noch eine Lösung ein…

Die letzte Woche in Bayern…

landkarte

…führt mich morgen ins Allgäu.

In den vergangenen knapp zweieinhalb Wochen hatte ich – ähnlich wie im Frühjahr – wettertechnisch wieder voll ins Klo gegriffen. Denn von einigen Ausnahmen abgesehen, hat es hier im Süden wieder ausgiebig geregnet. Gut, im November kann man mal davon ausgehen das es regnet, ich habe aber auch schon einige schönere November hier erlebt. Im Frühjahr hatte ich mich ja hier noch für einen Einsatz an d’r Schöpp gemeldet, ganz so schlimm war es jetzt aber Gott sei Dank nicht.

Bis jetzt habe ich aber wieder mächtig Kilometer abgerissen und einiges wird auch in der nächsten Woche noch dazu kommen. Vorerst steht schon wie erwähnt das Allgäu auf dem Programm, doch heute werde ich noch das ausnahmsweise mal wieder angenehme Wetter in Garmisch-Partenkirchen genießen. Eventuell fahre ich nachher nochmal rüber nach Mittenwald und von dort aus nach Seefeld/Österreich, ist ja quasi nur ein Katzensprung.

Am Donnerstag gehts dann von Füssen aus in Richtung Stuttgart, wo noch 2 berufliche Besprechungen anstehen. Mit viel Glück schaffe ich auch noch den Termin in Ettlingen bei Karlsruhe am gleichen Tag, ansonsten muss ich noch eine Übernachtung einschieben und es geht erst am Freitag wieder nach Hause. Wo dann erstmal am Wochenende die Flügel hochgelegt werden, denn in der darauf folgenden Woche steht noch eine berufliche Exkursion im Großraum Frankfurt aufm Plan.

Ich wünsche euch noch einen schönen Sonntag, ich werde mich jetzt mal auf die Socken machen und die Gegend erkunden…

Wissenswertes zum Bodensee

bodensee

Bodensee nennt man diesen Ritualplatz deutscher Rentner und wenn man eine Landkarte von Deutschland aufhängt, dann ist der Bodensee unten am Boden. Das dürfte erklären, warum der Bodensee Bodensee heißt, denn wäre er in Norddeutschland, dann hieße er wahrscheinlich Deckensee.

Entstanden ist der Bodensee im frühen Mittelalter. Früher war dort noch ein wunderschönes Tal aber in der damaligen Zeit wussten die Bewohner der angrenzenden Bergvölker Österreichs und der Schweiz nicht mehr wo sie mit ihrem Abwasser hin sollten und so wurde auf einer Versammlung der Bergdörfer beschlossen, diese einfach ins nördliche Tal ablaufen zu lassen.

Da es auf Grund der hügeligen Topografie natürlich lange dauerte die Bergdörfer an die moderne Kanalisation anzuschließen, dauerte es naturgemäß noch länger bis die braune Brühe sich etwas verdünnt hatte. Aber heute ist der Bodensee so klar, dass man an manchen Tagen wirklich bis zum Boden sehen kann. Weswegen der Bodensee auch fälschlicherweise als Bodenseh bezeichnet wird…

Der Geruch hat sich aber bis heute nicht verändert, zumindest wenn man in den Häfen von Lindau, Friedrichshafen oder auch Konstanz mal schnuppert. Ich bin 2-3 Mal im Jahr beruflich am Bodensee und gerade im Frühjahr mache ich immer wieder die gleichen Beobachtungen. Dann fallen Millionen Rentner wie Heuschreckenschwärme über den Bodensee her, mieten sich einen Traktor mit Anhänger, laden noch ein paar Bekannte auf und gehen dann ihrer Lieblingsbeschäftigung nach. Sie verstopfen mit ihren Gefährten die Seestraßen und ergötzen sich daran wie die Apfelbäume blühen. Ein immer wiederkehrendes jährliches Ritual…

Aber diese Rentner haben noch andere Rituale. Sie reichen von mysteriösen Tretbootfahrten über gigantische Massenspeisungen mit illegal aus Italien importiertem Speiseeis. Auch am Nachmittag, vorwiegend abends oder nachts habe ich auch schon oft eigentümliche Laute aus Wirtshäusern vernommen. Da werden fremde Lieder wie „Ach du schöner Westerwald“ aber auch „Warum ist es am Rhein so schön“ gesungen, wobei letzterer ja wenigstens noch ganz in der Nähe fließt. Man munkelt dass Alkohol bei der Zelebrierung dieses Rituals eine nicht unwichtige Rolle spielt.

Die Einheimischen sieht man mit ein wenig Glück meistens nur im Winter. In dieser Zeit ist auch das gesamte Gebiet rund um den Bodensee für Rentner militärisch abgeriegelt, auch ein Grund warum die Ortschaften teilweise ausgestorben wirken. Erst wenn es wieder wärmer wird fallen wie in jedem Jahr die Rentner ein. Weshalb die Bezirksregierung seit ein paar Jahren einen eigentlich schon ausrangierten Zeppelin zur Luftüberwachung einsetzt.

Heute bin ich noch im Schwarzwald unterwegs doch heute Abend werde ich wieder am Bodensee ankommen und bis nächste Woche Donnerstag meinen beruflichen Tätigkeiten dort nachgehen. Pünktlich zum Wochenende soll es ja auch wieder schönes Wetter geben und mir bleibt da nur zu hoffen, dass die Rentner den Wetterbericht nicht regelmäßig anschauen. Dann wäre ja auch noch ein Plätzchen für mich übrig…