Parkplatz

Die Sache mit der Parkscheibe im Seitenfenster

parkscheibe

Gestern in Koblenz…

Als ich von einem Termin ans Auto zurück kam, da lachte zwar die Sonne am Himmel aber mir fiel auch gleich dieser kleine weiße Zettel auf, der vorne am Scheibenwischer klemmte. Ich konnte mir zwar nicht erklären weshalb ich da aufgefallen war, schaute vorsichtshalber aber noch mal aufs Smartphone um sicher zu sein, die erlaubte Parkzeit von 2 Stunden nicht überschritten zu haben. Ein zweiter Blick auf die Parkscheibe bestätigte mir, das da der Hase nicht im Pfeffer liegen konnte.

Also habe ich das Zettelchen mal vom Scheibenwischer genommen. Und war dann doch überrascht, das man mir „Parken ohne Parkscheibe“ anlastete. Gut, 15 Euro ist jetzt nicht die Welt noch dazu, wenn die von der Firma bezahlt werden. Trotzdem krallte ich mir gleich mal die Hilfspolizistin, die ich gute 50 Meter weiter erblickte. Ich erklärte ihr mein Anliegen und konnte sie tatsächlich davon überzeugen, mit mir zurück zum Auto gehen.

Und während wir dann dort so diskutierten, kramte sie auf ihrem Smartphone ein Bildchen meiner Windschutzscheibe hervor, wo keine Parkscheibe ersichtlich war. Ich bat sie dann zur Beifahrerseite und zeigte ihr die Parkscheibe mit der eingestellten Ankunftszeit. Worauf sie mir erklärte, das diese Parkscheibe nur hinter der Windschutzscheibe zulässig wäre. Dann hab ich die Lieblingssuchmaschine angeworfen und ihr das gezeigt:

Generell herrscht die Vorstellung, Parkscheibe – natürlich korrekt eingestellt – und Parkschein müssen gut sichtbar durch die Frontscheibe auf dem Armaturenbrett liegen. Und das am besten noch so herum, dass sie von außen leicht lesbar sind, ohne sich den Nacken verdrehen zu müssen. Stimmt nicht, urteilte das Amtsgericht Lüdinghausen (Az. 19 OWi -89 Js 399/15-25/15). Es gäbe keine Vorschrift, wo die Parkscheibe im Auto liegen soll, wichtig sei nur: Sie muss gut lesbar sein. Auch die Platzierung im Seitenfenster oder auf der Hutablage unter der Heckscheibe erfüllt diesen Zweck, so die Lüdinghausener Richter.

Quelle: Link.

Gut, sie sagte dann das ihr das nicht bekannt wäre und sie auch nicht darauf geachtet hätte. Die Verwarnung nahm sie nicht zurück sondern erklärte mir, das sie das erst einmal klären musste. Ich hab dann vorsichtshalber noch ein Foto der Parkscheibe mit Uhrzeit gemacht und sie machte sich eine Notiz. Und jetzt bin ich mal gespannt, ob da noch etwas kommt oder die Sache im Sande verläuft.

Euer Tipp?

Kundenbeleg der Polizei NRW oder Der nette Motorrad-Sheriff

daumen

Zumeist bin ich ja nicht gerade begeistert, wenn ich hier im Blog über unsere uniformierten Freunde schreibe…

Aber gestern der Herr Motorrad-Sheriff, den muss ich mal lobend erwähnen. Ich hatte es mal wieder eilig, weil ich einen Termin am Kölner Hauptbahnhof hatte. Jeder der dort schon einmal versucht hat einen Parkplatz zu ergattern weiß, dass dies ein nahezu unmögliches Unterfangen ist. Ich hatte gestern morgen Glück, da wurde gerade als ich an der Bahnhofsrückseite angeknattert kam, auf der anderen Straßenseite einer frei. Also nichts wie rein in die Lücke…

Und als ich ausstieg, stand er auch schon hinter mir, der Herr Motorrad-Sheriff. Mir war zwar noch nicht klar was er von mir wollte, aber ich händigte ihm die verlangten Fahrzeugpapiere und meinen Führerschein aus. Er blickte kurz hinein und dann folgte die Aufklärung. „Herr Linnartz“ sagte er, „sie kennen sicher diese Linie“ und zeigte mit dem ausgestreckten Arm Richtung Fahrbahnmitte.

Da war mir dann klar was er von mir wollte, Kohle! Denn ich hatte überhaupt nicht darauf geachtet dass dort eine durchgezogene Linie war, da hab ich wohl nicht aufgepasst. Ich gab meine Schuld zu und fragte wieviel Geld er mir abknöpfen müsste. „Im Normalfall 30 Euro“ antwortete er, „in Anbetracht der angespannten Parkplatzsituation, der Vorfreude auf den zu erwartenden Parkplatz und der Tatsache, dass sie ihre Schuld zugeben, gebe ich ihnen einen Rabatt und bin mit 10 Euro zufrieden.“

Das entspannte meine Gesichtsmuskulatur natürlich merklich. Ich hielt ihm einen 10-Euro-Schein entgegen, allerdings bestand er auf Zahlung per EC-Karte. Die Polizei in NRW darf wohl kein Bargeld mehr entgegen nehmen, jedenfalls behauptete er das. Wird schon stimmen… Naja, EC-Karte gezückt, Geheimzahl eingetippelt, bestätigt und dann bekam ich sogar noch einen Kundenbeleg. Netter Name für ein profanes Knöllchen…

Ein Blödmannsgehilfe im BMW

autos

Ist euch eigentlich auch schon einmal aufgefallen, dass viele Menschen immer unentspannter werden?

Gestern Abend wollte ich eigentlich nur mal kurz zum Supermarkt fahren, weil das Weibchen mal wieder die Hälfte vergessen hatte. Unsere Parkplatzausfahrt ist leider etwas unübersichtlich, da auf der Straße links und rechts der Ausfahrt und oft auch gegenüber Autos parken, so das man sich mehr oder weniger langsam nach vorne tasten muss um abbiegen zu können. Allerdings hält auch nur äußerst selten mal jemand an, so das man dann einfädeln kann. So auch gestern…

Da mal wieder alles zugeparkt war, habe ich ein von links kommendes Auto erst recht spät gesehen und so stand ich quasi schon quer auf der Fahrbahn. Und was macht dieser Blödmannsgehilfe? Fährt so dicht an meinen Karren heran, so das ich jetzt überhaupt keine Chance mehr hatte abzubiegen, da auch auf der anderen Fahrbahnseite wieder Autos parkten. Und dann drückt der Trottel aufs Horn als wollte er mich auf diese Art wegpusten. Da sah ich mich dann gezwungen auszusteigen.

Der Mensch am Steuer mag so in meinem Alter gewesen sein, Anzug, Krawatte, wahrscheinlich hatte er es eilig. Und er hörte noch nicht einmal auf zu hupen, als ich schon neben ihn am Fenster auftauchte. Er beachtete mich überhaupt nicht, statt dessen hupte er jetzt im Stakkato. Was offensichtlich auch einige Nachbarn gehört hatten, die nach und nach an den Fenstern auftauchten. Da habe ich dann mal seine Autotür geöffnet…

… und ihn gefragt, ob er noch alle Latten am Zaun hätte. Worauf er dann auch aufhörte zu hupen. Dann wendete er sich endlich mir zu und argumentierte auch gleich, dass er schließlich Vorfahrt gehabt hätte. Ich habe ihm dann versucht zu erklären, dass unsere Ausfahrt sehr unübersichtlich sei, was ihn aber offensichtlich überhaupt nicht interessierte. Er beharrte auf seine Vorfahrt und ich solle sehen, dass ich mein Auto da weg bekäme. Na so etwas war mir bisher noch nicht untergekommen…

Also habe ich mal ein stärkeres Geschütz aufgefahren. Und ihm relativ laut aber höflich mitgeteilt, dass wenn er nicht augenblicklich seinen BMW 2 Meter zurück setzen würde, so dass ich überhaupt die Chance zum abbiegen bekäme, ich ihm seinen Karren zu Klump treten würde. Zur Unterstützung meiner Aussage habe ich ihm dann nochmal kräftig mit der flachen Hand sein Autodach getätschelt.

Was er dann endlich auch akzeptierte. Ich bekam dann zwar während ich vorbei fuhr noch ein wahrscheinlich lieb gemeintes „Idiot“ und „Arschloch“ zu hören und einen nicht ganz korrekt ausgestreckten Stinkefinger zu sehen. Aber was solls, er hat sich eben gefreut das er überlebt hat. Manchmal habe ich wirklich das Gefühl, das ich solche Blödmannsgehilfen magisch anziehe.