Saarland

Dreistigkeit siegt

Geld

Gestern hier im Saarland…

Ich war gerade auf dem Rückweg von einem Termin zu meinem Auto. Da kam so ein Knabe auf mich zu, relativ gut gekleidet, nichts auffälliges zu entdecken. Doch als er mich ansprach, da erschnüffelte ich schon eine Fahne. Gut, mittags um halb zwei kann man schon mal eine Fahne vom Abend vorher haben, muss man aber nicht. Und als meine Hirnwindungen gerade so den Satz „Haben sie vielleicht mal einen Euro für mich?“ vom Langzeit- ins Kurzzeitgedächtnis transportierten, da hatte er ihn auch schon ausgesprochen, diesen Satz.

Wenn mich jemand auf der Straße anspricht und Kohle haben will, reagiere ich meistens überhaupt nicht. Zwar ist so ein Euro jetzt keine Unsumme, aber seien wir doch mal ehrlich: Die meisten setzen es doch bloß in Alkohol um. Da gehe ich lieber mal mit so einem armen Wicht in die nächste Frittenranch oder zum Bäcker und spendiere ihm etwas für den Magen. Passiert nicht jeden Tag, ist aber schon häufiger vorgekommen. Doch kommen wir zurück auf gestern…

Ich hatte wirklich nur Scheine in der Hosentasche, denn mein Kleingeldarsenal von dieser Woche hatte ich in einer Dose im Handschuhfach deponiert. Also zog ich die Scheinchen aus der Tasche und sagte wahrheitsgemäß zu ihm: „Tut mir leid, ich hab leider nur Scheine.“ Worauf er dann sein Portemonnaie aus der Jeanstasche kramte und erwiderte: „Kein Problem, ich kann wechseln!“

Und obwohl er mich mit dieser Aussage ziemlich mundtot gemacht hat, hab ich die Kohle doch für mich behalten. Ich bin dann kopfschüttelnd weiter gegangen. Wenig später am Auto angekommen sah ich dann noch, wie eine Frau ihm noch Geld zusteckte. Irgendwie war das Männlein besonders dreist oder hatte einfach Riesendurst. Wenn ich demnächst mal eine Zug durch die Gemeinde mache, versuche ich den Trick auch mal…

Sachen gibts…

Wieder unterwegs

nurmalso

Aufgrund einiger Veranstaltungen im April und Mai habe ich meine Reisetätigkeit schon mal etwas vorgezogen. Und einschließlich dieser Woche war ich dann im März nur unterwegs. Naja, ich bin es ja gewohnt und danach ist ja erstmal wieder etwas Ruhe im Schacht.

In dieser Woche gehts nach Hessen. Kassel, Fulda und Gießen sind einige Ziele und wenn alles gut klappt, bin ich ja am Donnerstagabend schon wieder daheim. Und doch freue ich mich dann, wenn ich das Köfferchen mal wieder für 3 Wochen in den Keller stellen und wieder regelmäßig im heimischen Bettchen schlafen kann. Ende April steht dann wieder die nächste Exkursion auf dem Reise-Terminplan.

Das Ziel dann: Das Saarland.

Rettung eines Überschwemmungsopfers im Saarland

knopf

Heute bin ich ja schon fast durch mit meiner Saarlandtour, doch gestern wurde ich noch zum Retter.

Zugegeben, die Überschrift hört sich ja etwas reißerisch an. Eigentlich ist sie das auch, doch ich erzähle euch jetzt mal die Geschichte die gestern passiert ist und dann könnt ihr selbst entscheiden. Ein Super-Wetterchen herrschte hier im Saarland in den vergangenen Tagen, doch leider bringt dieses Super-Wetterchen generell so mit sich, dass ein Auto schon nach kurzer Zeit wie ein Geflügelfriedhof aussieht.

Will sagen, dass vieles von Natur aus flugfähige an so mancher Windschutzscheibe sein Leben aushaucht. Und das behindert nicht nur die gute Sicht, es sieht auch noch ziemlich Shayce aus. Und da ich – wie schon erwähnt – heute noch den Heimweg antreten werde, entschloß ich mich gestern Abend beim volltanken kurzfristig noch dazu, das Fliewatüt einer maschinellen Wäsche zu unterziehen.

Und die Suppe die da hinunter gespült wurde, bestand bei weitem nicht nur aus Tierleichen. Auch eine durchaus nicht zu übersehende gelbliche Masse wurde abgespült, denn das Auto stand am Hotel unter Bäumen und die harzten in den vergangenen Nächten wohl hemmungslos. Naja, nach rund 10 Minuten glänzte es zumindest wieder einigermaßen und ich fuhr hinaus.

Draußen bewaffnete ich mich dann mit einem Lappen, um letzte Dreckspuren an den Innenseiten der Türen, Holme usw. zu beseitigen. Denn wenn ich eines hasse, dann wenn ich in ein Auto oder aus einem Auto steige und mir beim ein- oder aussteigen schon die Hose versaue, weil der Türholm aussieht wie eine Karre Mist. Aber das nur nebenbei… Und als ich ein paar Minuten da so wische…

…da höre ich plötzlich unweit von mir einen gellenden Hilfeschrei. Genau genommen waren es mehrere Schreie und noch genauer genommen schrie da der Stimme nach ein vermeintlich weibliches Wesen mehrmals „Halt! Hilfe! Halt! Hilfe!!“ Ich schmiß den Lappen aufs Auto, rannte wie von der fast 56-jährigen Tarantel gestochen in die Richtung der Schreie und mich blickte ein blondes mittelalterliches Wesen total entsetzt an. Dann zeigte sie in Richtung Waschanlage und dank meiner vom Herrn Gott gegebenen hyperschnellen Auffassungsgabe schob ich sie leicht zur Seite und drückte…

…den großen roten Not-Aus-Knopf auf dem Bedientableau. Und dank dieser reflexartigen Handbewegung rettete ich damit ein Überschwemmungsopfer! Denn in der Waschanlage stand ein Renault-Cabrio, was an sich nichts verwerfliches ist. Dumm ist es allerdings, wenn man dieses Cabrio in die Waschanlage fährt, aussteigt, den zuvor enthaltenen Zahlencode eingibt und dann auf die Start-Taste drückt. Naja, das ist eigentlich auch noch nicht dumm…

Dumm ist nur, das man das Verdeck des durchaus schicken Frauenautos vorher nicht geschlossen hat. Dank meiner gütigen Mithilfe waren nur ein paar unbedeutende Spritzer Wasser im Innenraum zu verzeichnen und das Weibchen war happy. Ihr Angebot, zum Dank für die Rettung des Überschwemmungsopfers mit ihr einen Kaffee in der Tanke zu trinken habe ich allerdings höflich abgelehnt.

Schließlich musste an meinem Auto die Innenseite der Beifahrertür auch noch geputzt werden.