Stadion

Zu Besuch im fremden Stadion

Es war eher Zufall…

Am Freitagabend rief mein guter Freund J. mich an und fragte, ob ich nicht Lust hätte mit zum Fußball zu fahren. Auf meinen Einwand dass der Lieblingsverein auswärts in Bremen spielen würde erwiderte er, er hätte Karten seiner Firma für das Spiel Leverkusen gegen Mönchengladbach. Warum also nicht einmal die direkte Konkurrenz um die Euroleague beobachten, wenn man am Samstagabend sowieso nichts anderes vor hatte?

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Um es kurz zu machen, ich habe noch niemals so entspannt in einem Fußballstadion gesessen und mir ein Spiel angesehen. Noch dazu hatten wir wirklich gute Plätze unweit der Trainerbänke. Gut, mein Freund J. fand das Endergebnis jetzt nicht so prickelnd, denn seine Gladbacher Ponys wurden mit 5:0 aus dem Stadion geschossen. Und ich gehe erst wieder ins Leverkusener Stadion, wenn es dort etwas anderes als Bitburger Pils zu trinken gibt.

Aber ansonsten war es schon lustig, bewaffnet mit einem #effzeh-Schal zwischen so vielen geschockten Ost-Holländern zu sitzen…

Mein erstes Mal

blattBleiben wir beim Thema…

Heute vormittag hatte ich ja über meinen ersten Stadionbesuch berichtet. Natürlich gibt es bei jedem im Laufe eines Lebens noch vieles andere, was man zum ersten Mal macht oder erlebt. Das meiste davon vergisst man wieder, einiges ist alltäglich und keiner Erwähnung wert, doch einiges bleibt im Gedächtnis.

Ich war gerade 9 Jahre alt und da kam ich – mehr oder weniger ungewollt – zu meinem ersten Kuss. Ich weiß noch, dass das Weibchen Carola hieß, mit mir in einer Klasse gewesen ist und immer dahin ging wo ich auch war. Und so begab es sich, dass wir in der Schule eine Aufführung eines Theaterstückes probten, für das ich unglückseligerweise als Hauptdarsteller auserkoren wurde. Unglücksselig deshalb, weil ich eben diese Carola in einer Szene küssen musste. Gut, während der ersten Probe waren nur wenige Zuschauer und Mitspieler anwesend, da war es nicht ganz so ekelhaft. Nur peinlich…

Ein paar Jahre später feierte ich dann meinen 18ten Geburtstag und durfte von da an auch Motorrad fahren. Mein erstes mal fand allerdings schon ein paar Jahre vorher statt. Denn mein Vater hatte zu diesem Zeitpunkt, ich war 15, eine 900er Kawasaki in der Garage stehen. Die ich mir abends wenn es schon dunkel war, des öfteren mal… ausgeliehen habe, um ein paar kleine Spritztouren zu machen. Mein Vater wunderte sich nur, dass die Maschine relativ viel Benzin verbrauchen würde, denn natürlich hatte ich die Tachowelle bei meinen Touren abgeschraubt, so dass der Kilometerstand mich nicht verraten konnte.

Vor einigen Jahren hatte ich ein ganz besonderes erstes Mal. Denn da bin ich, nachmittags auf einer fast leeren Autobahn, mit dem Auto eines Freundes erstmals 300 km/h gefahren. Für mich als Geschwindigkeitsfreak ein unglaubliches Gefühl, allerdings auch eine unglaubliche Lautstärke in der Corvette C6. Da hatte man echt das Gefühl, man säße mitten auf dem Motor. Aber geil war es trotzdem und ich würde es gerne nochmal wiederholen.

Über meine ersten sexuellen Erfahrungen und alles, was man so landläufig mit dem ersten Mal in Verbindung bringt, muss ich euch leider im unklaren lassen. Es ist einfach zu lange her, als dass ich mich daran noch erinnern könnte…

Mein erstes Mal #effzeh

effzehEs ist fast 48 Jahre her…

Ein Bericht bei der Kölschen Ziege hat mich zu diesem Beitrag motiviert. Mit meinem Vater und meinem Onkel ging ich zum ersten Mal zu einem Spiel der Fußball-Bundesliga, die es damals gerade einmal 4 Jahre gab. Man schrieb den 9. September 1967, soweit ich mich erinnern kann angenehme Temperaturen um die 20° und ich war noch keine 7 Jahre alt. Ich war stolz wie Bolle und freute mich schon seit Wochen auf dieses Ereignis.

Der 1.FC Köln spielte im alten Müngersdorfer Stadion und angesichts der Ausmaße dieser Arena wurde mir schon ein wenig mulmig. Damals gab es so etwas wie Fanschals, Kappen oder Fahnen noch nicht, so weit waren die Vereine in Punkto Vermarktung noch nicht. Die Stimmung war mit der heutigen „Show“ nicht vergleichbar aber natürlich wurde die Mannschaft auch angefeuert.

Zu dieser Zeit spielte beim #effzeh unter anderem Hemmersbach, Pott, Weber, Simmet, Overath, Hornig, Löhr, Thielen und ein ganz junger Heinz Flohe, der damals noch offiziell als Stürmer geführt wurde und später mein Lieblingsspieler werden sollte. Drei Wochen zuvor war der 1.FC Köln nicht gut in die fünfte Bundesligasaison gestartet, denn in Hannover hatte man eine 3:0 Packung bezogen.

Eine Woche später, im ersten Heimspiel der Saison, besiegte man 1860 München knapp mit 1:0 und am dritten Spieltag besiegte man eine Mannschaft namens Bayern München auswärts mit 3:0. Und dann kam der vierte Spieltag, mein Spieltag. Ich würde ein Spiel des 1.FC Köln nicht nur am Radio verfolgen sondern live dabei zusehen können. Und der Gegner war nicht von schlechten Eltern: Schalke 04.

Und es sollte eine Gala werden, denn die Königsblauen wurden mit 7:0 aus dem Stadion geschossen. 6 der 7 Tore fielen erst in der zweiten Hälfte und ich kann mich noch daran erinnern, das die Nas – wie man Hannes Löhr in Köln nannte, drei der sieben Treffer erzielte. Übrigens gegen einen gewissen Norbert Nigbur im Schalker Tor, der mit tollen Paraden noch verhinderte, dass das Ergebnis nicht zweistellig ausfiel. Ich war hin und weg und von da an auch noch mehrmals im Stadion.

Der 1.FC Köln beendete die Saison 1967/68 auf einem guten vierten Platz und holte ganz nebenbei auch den DFB-Pokal durch ein 4:1 gegen den VfL Bochum. Später habe ich lange Jahre eine Dauerkarte geordert, seit etlichen Jahren fahre ich nur noch zu einigen Spielen, da ich ja oft beruflich unterwegs bin. Doch die Spiele des 1.FC Köln verfolge ich nach wie vor auch im Internet, per Fernseher oder auch mal per App.

In den 70er und 80er Jahren spielte der #effzeh ja sehr oft auch in einem internationalen Wettbewerb. Da wurde dann mal kurzfristig zwei Tage Urlaub beantragt und man flog nach England, nach Italien oder fuhr mit dem Auto nach Holland, Belgien oder Frankreich. Vielleicht ergibt sich nochmal die Chance, den 1.FC Köln auch international zu sehen. Denn auch im fortgeschritteneren Alter darf man ja noch träumen…